Flüchtlinge in NRW: Zu wenig Betreuungsplätze?

Düsseldorf/Berlin. Im Vorfeld des zweiten Flüchtlingsgipfels in Nordrhein-Westfalen hat die CDU eine Verdoppelung der Betreuungskapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verlangt. Die dort vorhandenen 7925 Plätze seien bei Weitem nicht ausreichend, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Andre Kuper. Aufgrund einer „krisenhaften Entwicklung der Flüchtlingszahlen“ seien 15 000 Regelplätze und weitere 2500 Plätzen in Notunterkünften notwendig. In diesem Jahr sei in NRW mit insgesamt 60 000 neuen Asylbewerbern zu rechnen.

Gegenwärtig komme es in den 19 Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes immer wieder zu erheblichen Engpässen, beklagte Kuper. Trotz der Schaffung von Zusatzkapazitäten seien zuletzt Tausende von Flüchtlingen ohne ordnungsgemäße Registrierung und obligatorischen Röntgen-Check auf die Kommunen verteilt worden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel erneuerte unterdessen seine Bereitschaft, den Bund stärker an den Kosten der Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen beteiligen zu wollen – und macht so Druck auf den Koalitionspartner. Eine einheitliche Linie der Bundesregierung gibt es dazu bislang nicht.