Flucht aus dem Revier
25.07.2007 | 03:55 Uhr 2007-07-25T03:55:09+0200Kleinere Städte am Rande des Ruhrgebiets überlegen, ob sie den Regionalverband verlassen.Sie fühlen sich in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung behindert
Essen. Mehrere Städte am Rande des Ruhrgebiets diskutieren den Abschied vom Revier. Über einen Ausstieg aus dem Verbund der Ruhrgebietsstädte wird besonders im Kreis Wesel nachgedacht. Dort ist die CDU entschlossen, den Kreis aus dem Regionalverband Ruhr (RVR) zu lösen. Ähnliche Diskussionen gibt es in Hagen und in einigen Städten des Kreises Recklinghausen, die sich dem Münsterland verbunden fühlen.
Die Städte im Kreis Wesel sehen sich durch den Verbund mit dem Ruhrgebiet in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung behindert. Das Ruhrgebiet habe den Kreis Wesel bisher nur als Randlage behandelt und vernachlässigt, kritisiert Xantens Bürgermeister Christian Strunk. "Die Mitgliedschaft im RVR in Städten wie Xanten behindert uns bei Gewerbeansiedlungen und der Ausweisung von Wohngebieten."
Uwe Neumann, Experte für Regionalforschung am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hält einen Ausstieg von Städten und Kreisen für kontraproduktiv. "Die Wahrnehmung des Ruhrgebiets als starke Region nach außen würde darunter leiden." Hanns-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, befürchtet negative Auswirkungen auf die Finanzierungsgrundlage des RVR. "Damit fielen wichtige Beiträge weg, die ersetzt werden müssten."
Im RVR sind 53 Städte mit insgesamt 5,3 Millionen Einwohnern zusammengeschlossen, elf Großstädte und vier Kreise mit 42 kleineren Städten. Kreise und Großstädte, die aus dem RVR aussteigen wollen, benötigen eine Zwei-Drittel-Mehrheit ihres Stadtrats oder des Kreistages.
Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) fände es "sehr bedauerlich", wenn Städte oder Kreise aus dem RVR ausstiegen. "Je größer der Verband ist, desto wirkungsvoller kann er seine Interessen geltend machen", sagte er. Kommentar Seite 2 Berichte Politik"Damit fielen wichtige Beiträge weg"

17:18
Flucht aus dem Revier?
Das Ruhrgebiet war schon immer auch Rheinland, Niederrhein und Westfalen. Das Ruhrgebiet ist auch historisch und geografisch noch nie eine keine Einheit gewesen.
Folgerichtig kann auch nicht von einem Bröckeln an den Rändern gesprochen werden. Alleine das Anspruchsdenken, das alles, was dem RVR angehört, nicht mehr Rheinland, Niederrhein oder Westfalen ist, führt zu der Annahme, das das Revier Bröckelt.
Handelt es sich in Wirklichkeit nicht ein Separatismus des Ruhrgebiets vom übrigen Rheinland und Westfalen?
Flüchtet der Niederrheiner, aber auch der Westfale, aus den Revier, wenn er sich weiterhin zu seiner Landschaft und Heimat bekennt. Muss ein Einwohner aus Wesel plötzlich Ruhri sein, weil der Kreis Wesel dem RVR angehört. Alle Gemeinden des Ruhrpotts gehören auch den Landesverbänden LVR oder LWL an. Entsprechend sie die Einwohner des Ruhrgebiets auch Rheinländer oder Westfalen. Ich meine, eine Schwarz-Weiß-Malerei ,ob Ruhrpott oder Niederrhein hilft nicht weiter.
Tatsäschlich ist das Ruhrgebiet auch Heute keine Einheit.
Dortmund eine starke Binding zum westfälischen Hinderland. Hagen ist noch immer des Tor zum Sauerland. Duisburg gehörte immer schon zur Rheinschiene und die Stadt Wesel zählt sich zum Niederrhein.
Das Städte am Rande des Ruhrgebiets diskutieren den Austritt vom Revier, kann ich durchaus verstehen. Besonders wenn Ruhrpottpolitiker anfangen, den Niederrhein zu teilen und aus Westfalen Restfalen machen. Diese Spalten macht jedoch wenig sinn.
Möchte man aus dem Bindestrichland NRW mit den beiden Teilen Rheinland und Westfalen ein Trizonesien mit den Teilen Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen machen?
Mit freundlichen Grüßen
Nobby Brinks