Fluch und Segen der Forschung

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich die Möglichkeiten der Stammzellforschung so rasant entwickelt, dass es eine erneute Diskussion über das Klonverbot geben muss.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich die Möglichkeiten der Stammzellforschung so rasant entwickelt, dass es eine erneute Diskussion über das Klonverbot geben muss.
Foto:  Oliver Berg

Es geht nicht darum, deutschen Stammzellforschern zu unterstellen, sie bereiteten still und heimlich den ersten Menschenklon vor. Doch weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sich die Möglichkeiten der Stammzellforschung so rasant entwickelt, dass eine erneute Diskussion über das Klonverbot notwendig erscheint. Darauf hinzuweisen, ist das Verdienst der Experten des Ethikrates.

Es geht auch nicht darum, die Stammzellforschung zu verdammen. Wichtig und nützlich ist sie vor allem, um an diesen Zellen die schädliche Wirkung von Medikamenten, Umweltgiften oder Kosmetika zu testen. Gerade NRW ist in diesem Feld stark. Doch reicht es nicht, nur das Segensreiche der Wunderzellen herauszustellen. Man muss zugleich über die Risiken des Fortschritts reden.

Wenn aus Stammzellen eines Spenders Ei- und auch Samenzellen hergestellt werden können, wird das Folgen haben für die Fortpflanzungsmedizin. Wie soll, wie kann man das regeln? Wie können Manipulationen verhindert werden? Wie verändert das unsere Idee von Zeugung und Abstammung? Diese Fragen bedeuten nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine moralische Herausforderung. Man muss sich ihnen stellen.