Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Schuldenkrise

Finanzminister Schäuble droht Griechenland

27.01.2012 | 07:06 Uhr
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
Verliert die Geduld mit Griechenland: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Foto: Reuters

Berlin.   Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) reißt langsam der Geduldsfaden. Er drohte Griechenland damit, das zweite Hilfspaket zu blockieren. Die Auflagen des ersten Hilfsprogramms seien noch nicht erfüllt. Die Regierung in Athen müsse endlich handeln.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verliert langsam die Geduld mit Griechenland. Ob die Griechen nach dem 110 Milliarden Euro schweren ersten Hilfspaket ein zweites bekommen, sei offen, sagte er.

„Ankündigungen haben wir genug, jetzt muss die Regierung in Athen handeln“, sagte Schäuble der „Stuttgarter Zeitung“. Nach den Worten des Ministers ist es nicht ausgemacht, ob es zu einem zweiten Hilfsprogramm für Griechenland kommt. „Für ein zweites Griechenland-Programm müssen erst die Voraussetzungen erfüllt sein“, sagte Schäuble.

Die Troika , ein Kontrollgremium von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und Europäischer Kommission, habe den Finanzministern der EU mitgeteilt, dass Griechenland die Vereinbarungen aus dem ersten Hilfsprogramm von April 2010 noch nicht vollständig umgesetzt habe. „Wir bestehen darauf, dass Griechenland die Auflagen aus dem ersten Hilfsprogramm erfüllt“, sagte Schäuble. Erst dann könnten neue Hilfen fließen.

Das zweite Griechenland-Paket soll nach derzeitiger Planung 130 Milliarden Euro umfassen; zusätzlich sollen private Gläubiger, Banken und Fonds, auf Geld verzichten. Die Verhandlungen laufen. EU-Finanzkommissar Olli Rehn hält weitere Staatshilfen für Griechenland für notwendig. Selbst die aktuelle Hilfe könnte nicht ausreichen, weil die griechischen Schulden schneller steigen als geplant und die Wirtschaft abgestürzt ist. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat die Europäische Zentralbank und die Euro-Staaten dazu aufgefordert, auf einen Teil ihrer Forderungen gegenüber Griechenland zu verzichten. Der Beitrag der Banken werde wohl nicht ausreichen, sagte er in einem Gespräch mit dem Handeslblatt.

Finanzminister Schäuble lehnt derweil eine Aufstockung des Eurorettunsschirms EFSF weiter strikt ab. Die Finanzmärkte könnten erst wieder Vertrauen schöpfen, wenn jedes Land seine Probleme in Ordnung bringe, sagte der CDU-Politiker. „Gegen diese Diskussion spricht, dass wir nicht jede Woche eine neue Sau durchs Dorf treiben sollten“, sagte Schäuble. Die ständigen Forderungen nach mehr Geld vergrößerten die Verunsicherung. Auch der aktuelle Rettungsfonds EFSF sei ausreichend. „Alles spricht im Moment dafür, dass die Schirme halten“, sagte Schäuble. Vom EFSF mit einem Kreditvolumen von 440 Milliarden Euro seien derzeit 43,7 Milliarden Euro belegt. Damit gebe es ausreichend Spielraum, argumentierte der Minister. (rtr, dapd, afp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
27.01.2012
12:19
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von meinemeinungdazu | #12

#2:
Und als größter Spendenaufklärer aller Zeiten. Heute könnte er ja die Spende an die Griechen überweisen.

27.01.2012
12:17
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von meinemeinungdazu | #11

Kauder droht, Schäuble droht, Merkel droht ...! Glauben die wirklich, dass die Griechen die Jahrzehnte massiver Fehlleistungen nun in 1 - 2 Jahren berichtigen können? Das geht einfach nicht. Man hätte die Griechen damals streng überprüfen müssen und nicht aufnehmen dürfen. Jetzt ist das Dilemma, von Politikern verschuldet, sehr groß. Griechenland braucht einen Neuanfang ohne EU und ohne Euro. Sofort, bevor noch mehr deutsches Geld versenkt wird.

27.01.2012
10:09
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von wohlzufrieden | #10

Der kann doch einen Schwarzgeld Kurierdienst nach Griechenland eröffnen...

1 Antwort
Der kann doch einen Schwarzgeld Kurierdienst nach Griechenland eröffnen...
von holmark | #10-1

Stimmt. Das hatte ich auch schon geschrieben.

27.01.2012
10:02
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von barbarylane | #9

Schäuble kann doch ein bisschen Schwarzgeld nach Griechenland rollen, dann merkt es keiner, Griechenland ist gerettet und keiner meckert. Er hat da doch genug Erfahrung...

27.01.2012
09:54
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von Meinemal | #8

Und wenn H. Schäuble weiterhin zum Wohle der Allgemeinheit Staatsschulden macht, sollten wir ihm drohen, abgewählt zu werden und mit Grundsicherung in den Ruhestand zu gehen. Mein Gott, dieser selbst erwählte Gottvater!

27.01.2012
09:11
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von KFR001 | #7

schon mal die "deutsche " Schuldenuhr angesehen ?
http://multimedia.zdf.de/2010/heute/infografik/Sparpaket/Gesamt.swf ( flash )

Leute, die für einen "sekündlichen" Zuwachs von 1.300 € je Einwohner verantwortlich sind, sollten einfach die Sch**** halten und selbst zurücktreten !!!

27.01.2012
08:58
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von Dampflok | #6

Was erlaub der sich,ist der Gott??

1 Antwort
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von wohlzufrieden | #6-1

Ein drohender Schwarzgeld-Kurier spielt den Moralapostel. Lustig bis widerlich...

27.01.2012
08:39
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von The_Rebel | #5

Drohen? Durchziehen, sollen die Griechen doch mal so richtig vor die Wand fahren mit ihrer Wirtschaft. Deutschland ist eigentlich nicht weit weg davon, wir nehmen Schulden auf, um Schulden zu tilgen. ALso bleibt der Sparstrumpf für andere zu, bis sich die BRD erholt hat. Anders geht es nicht mehr. Und jeder Politiker, der die Position einnimmt, nur der denkt an und für Deutschland.

27.01.2012
08:21
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von Hausmeister1 | #4

Ich fasse es nicht!!!

27.01.2012
08:10
Finanzminister Schäuble droht Griechenland
von ichweisswie | #3

OHH er droht! Na, wenn das ein Grieche hört/liest wird der sich damit direkt den Allerwertesten abwischen und weiter machen wie bisher, sprich uns auslachen!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6287942/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.