FDP zieht mit Zeil an der Spitze in Bundestagswahlkampf
26.01.2013 | 16:00 Uhr 2013-01-26T16:00:28+0100Die bayerischen Liberalen wollen mit Wirtschaftsminister Martin Zeil an der Spitze den Wiedereinzug in die Staatsregierung schaffen. Auf einem Parteitag in Fürth wurde der 56-jährige einstimmig zum Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahl 2013 nominiert.
Fürth (dapd-bay). Die bayerischen Liberalen wollen mit Wirtschaftsminister Martin Zeil an der Spitze den Wiedereinzug in die Staatsregierung schaffen. Auf einem Parteitag in Fürth wurde der 56-jährige einstimmig zum Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahl 2013 nominiert. Die Parteivorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger läutete zugleich den Wahlkampf offiziell ein: "Wir haben den Muff der CSU aus dem Freistaat herausgelassen, wir haben Bayern besser gemacht", stichelte sie gegen den Koalitionspartner.
Noch deutlicher wurde der frischgebackene Spitzenkandidat: "Wir bayerischen Liberalen haben den Saustall ausgemistet", sagte Zeil etwa im Hinblick auf das "Debakel um die Landesbank". Die Mehrheit der Bayern wolle deshalb nicht zurück zu absolutistischen Mehrheiten einer Partei, die das Land zu ihrem Besitz und zu ihrem Spielball mache. Der stellvertretende Landesvorsitzende bezeichnete die FDP als "Motor und Kompass der Koalition".
Als Beispiele nannte Zeil die Halbierung der Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss, eine Verdoppelung der Ganztagsschulangebote oder den größte Schuldenabbau, den Bayern je erlebt habe. Das seien positive Entwicklungen, die es ohne Regierungsbeteiligung der FDP als "Gralshüter des weiß-blauen Staatshaushalts" so nicht gegeben hätte. Es sei den Liberalen gelungen, Bewegung "in die verkrusteten Strukturen der CSU-Herrschaft zu bringen".
Solche Attacken kamen in Fürth an: Zeil musste seine Rede immer wieder für lang anhaltenden Applaus der rund 450 Delegierten unterbrechen. "Wir sind die Kraft, die Neues schafft", gab der Oberbayer den Slogan der Liberalen für den Wahlkampf aus. Leutheusser-Schnarrenberger und Zeil präsentierten sich in Fürth als Tandem.
"Die wichtigste Umfrage ist und bleibt die Wahl selbst", machte Zeil den Delegierten Mut. Niedersachsen sei das beste Beispiel. Die Partei-Chefin ergänzte: "Soll doch die CSU eine Umfrage für die Meinung von gestern in Auftrag geben, damit sie weiß, was sie morgen will." Zeil stimmte zugleich auf einen schwierigen Wahlkampf ein: "Wir müssen den Menschen immer wieder sagen, eine liberale Kraft in der Staatsregierung ist ein Gewinn für Bayern und seine Bürger."
Wortreich zerpflückte der Wirtschaftsminister die Opposition. Die Hoffnungsträger der SPD, Christian Ude und Peer Steinbrück, hätten eines gemeinsam: "Sie sind wie Feuerwerkskörper an Silvester - mit einem lauten Knall gestartet, kurz aufgeleuchtet und dann rauchend abgestürzt." Den Grünen attestierte er "Verbotsmentalität, Gesinnungstyrannei und Umerziehungsideologie". Die Freien Wähler seien wie früher die CSU, "nur eben im Westentaschenformat".
Zeil wollte am Ende seiner Rede an einer weiteren Regierungsbeteiligung der FDP keinen Zweifel mehr aufkommen lassen: "Bis zum Jahr 2015 will ich in Bayern Vollbeschäftigung erreichen, daran werde ich mich messen lassen", kündigte er selbstbewusst an.
Nach der einstündigen Rede Zeils erhoben sich die Delegierten von ihren Plätzen und zeigten Plakate in Richtung Bühne, die einen lachenden Smiley mit Zeils charakteristischen Schnurrbart zeigten. "Zeil. Besser für Bayern" stand darunter zu lesen. Es gehe doch gar nicht um ihn, rief Zeil den Parteifreunde entgegen. "Es geht um uns und unser Land." Ziel müsse es sein, die FDP dauerhaft als landespolitische Kraft zu verankern.
dapd
