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FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf

09.03.2013 | 17:35 Uhr
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
Die Delegierten des FDP-Parteitags in Berlin haben Philipp Rösler erneut zum Parteichef gewählt. Foto: rtr

Berlin.  Die Delegierten des FDP-Parteitags haben Rainer Brüderle zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahlen ernannt. Zuvor war Philipp Rösler erneut zum Parteichef gewählt gewählt worden. Dem Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki gelang ein Überraschungscoup.

Mit scharfen Attacken auf Rot-Grün hat FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle rund 200 Tage vor der Bundestagswahl den Wahlkampf der Liberalen eingeläutet. "Ab sofort ziehen wir den blau-gelben Kampfanzug an", rief Brüderle am Sonntag den 662 Delegierten des FDP-Bundesparteitages in Berlin zu und betonte: "Wir überlassen nicht diesen Fuzzis unser Land." Mit großem Beifall kürte der Parteitag Brüderle anschließend offiziell zum Wahl-Frontmann.

Brüderle rief die FDP auf, den Kopf nicht hängen zu lassen. Der 22. September sei "Freiheitstag", denn zur Bundestagswahl sei Freiheit wählbar. Dies müsse dem Wähler nahegebracht und für die Alternative FDP geworben werden: "Mit dem umprogrammierten Steinbrück, dem Westlinken Trittin und dem Ostlinken Gysi kann man keinen Staat machen."

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist für Brüderle der falsche Mann am falschen Platz. "Die SPD hat keinen Kanzlerkandidaten aufgestellt, sondern eine Fettnapfsuchmaschine", sagte er. Dessen geplante Milliarden-Steuererhöhung zusammen mit dem "Mao-Zuschlag von Möchtegern-Finanzminister Jürgen Trittin" würden Hunderttausende Arbeitsplätze vernichtet. Daher dürfe Rot-Grün im Herbst nicht an die Macht kommen.

Brüderle stützt Rösler

Gleichzeitig stützte Brüderle dem neuen Kurs von Parteichef Philipp Rösler, der die FDP näher an die Menschen bringen will. So machte sich der FDP-Fraktionschef erneut für eine Geldwertstabilität im Grundgesetz stark. "Inflation ist der Taschendieb für die kleinen Leute", sagte er und bezeichnete eine mögliche Geldentwertung zur Lösung der Schuldenkrise als "soziale Schweinerei".

Außenpolitisch warnte Brüderle vor einer lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. "Die EZB darf nicht zum Reparaturbetrieb für unerwünschte Wahlausgänge werden", sagte der FDP-Fraktionschef mit Blick auf Italien. Auch Finanzhilfen für andere Länder müssten an Vorgaben gebunden bleiben. Deutschland könne und werde nicht für die Schulden anderer Länder in Europa haften.

Zugleich mahnte Brüderle die rund 59.000 FDP-Mitglieder, sich von derzeit schlechten Umfragewerten nicht schocken zu lassen. "Wir werden alle gemeinsam einen Wahlkampf hinlegen, da brennt der Baum. Wir werden erfolgreich sein."

Zuvor hatten die Delegierten Parteichef Philipp Rösler nach monatelanger Führungsdiskussion für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Der 40-Jährige erhielt am Samstag auf einem Parteitag in Berlin 85,7 Prozent (534 von 623 Stimmen bei 17 Enthaltungen). Bei seiner ersten Wahl hatte er noch 95,1 Prozent bekommen. Rösler gab eigene Fehler zu und rief die Partei ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl auf, mit Team-Arbeit um den Erfolg von Schwarz-Gelb zu kämpfen. 

Der nordrhein-westfälische FDP-Landeschef Christian Lindner ist neuer stellvertretender Bundesvorsitzender der Liberalen . Der 34-Jährige wurde auf einem Parteitag am Samstag in Berlin mit 77,8 Prozent erstmals ins Amt gewählt. Er erhielt 505 von 649 Stimmen. 114 Delegierte stimmten gegen ihn, 30 enthielten sich. Zum Abschluss des Parteitags soll Fraktionschef Rainer Brüderle an diesem Sonntag zum Spitzenkandidaten für die Wahl am 22. September gekürt werden.

FDP lässt zwei Bundesminister scheitern

Die FDP hat auf ihrem Parteitag gleich zwei Bundesminister abgestraft. Entwicklungsminister Dirk Niebel verlor seinen Platz im Präsidium. Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr aus dem mächtigen Landesverband Nordrhein-Westfalen scheiterte mit dem Versuch, in das Führungsgremium zu kommen. Überraschend setzte sich der Kieler Fraktionschef Wolfgang Kubicki in zwei Wahlgängen gegen die Minister durch. Nach einer starken Bewerbungsrede holte Kubicki 63,7 Prozent. Bahr bekam nur 33,3 Prozent. Niebel war schon im ersten Wahlgang mit 25,3 Prozent gescheitert.

Für den Bundeswirtschaftsminister bedeutet die Wiederwahl auch einen großen persönlichen Erfolg. Bis zur Landtagswahl in Niedersachsen hatte es an ihm massive Kritik gegeben. Dann flog die FDP zwar aus der Regierung, schaffte aber mit fast zehn Prozent ein Rekordergebnis - und die Kritik verstummte. Mit Spannung wurden am Abend die Wahlen der drei Rösler-Stellvertreter erwartet. Auch bei der Entscheidung über weitere Präsidiumsposten gab es Kampfabstimmungen.

  1. Seite 1: FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
    Seite 2: "Wir sind die Partei der Mitte, wir halten die Koalition auf Kurs"

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Kommentare
12.03.2013
13:02
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von dietergoebler | #20

Man hatte den Eindruck Brüderle will ein deutscher Berlusconi werden.!

Poltern kann er schon und flirten doch auch oder ??

11.03.2013
17:57
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von wohlzufrieden | #19

Zu Brüderle fällt mir nur ein: FDP, die Dirndl -partei...

10.03.2013
21:17
FDP zum Frontmann für den Wahlkrampf
von lass_mal_laufen | #18

Es scheint bei der WAZ recht viele fdp Sympathisanten zu geben. Da steht die WAZ nicht alleine da, alle sog. Medien bereiten bereits seit Monaten den "großen Sieg" der fdp bei der BW im Sep. vor. Erst wird die fdp bei 3-4 v. H. gehandelt und am Wahlabend kommt dann -vollkommen unerwartet- heraus, dass Rössleinhat hat 15 v. H. geholt und "Mutter Blamage" macht weiter. Was eigentlich? Sie tut ja nichts. Ach ja, "Mutter Blamage" kein weiter aussitzen!
Ich frage mich, wann unsere europäischen Nachbarn verstehen, was die "Eliten" Deutschlands wirklich vor haben. Die Deutschen "Eliten" nehmen Europa aus, wie eine Weihnachtsganz und alle lassen es mit sich machen. Ich hoffe, ich erlebe es noch, wenn wieder beteuert wird:"Davon haben wird doch gar nichts gewusst..."

Allerdings gibt es bei der fdp auch noch etwas, worüber man sich erfreuen kann. Der alte Teppichniebel hat sich die Finger an der fdp Krone verbrannt. Nein, er hat das Rösslein nie nicht angegriffen! Wollte nur aufrütteln. ;-}

10.03.2013
18:45
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von juergen2504 | #17

Warum findet diese Partei noch öffentliches Interesse. Die FDP braucht doch in Deutschland kein Mensch mehr, Berichtet doch man über interessante Dinge.

2 Antworten
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von mansgruf | #17-1

Aber hallo, wenn ich micht recht erinnere haben die bei ca 60% Wahlbeteiligung immerhin ca 13% der stimmen bekommen...lol

Warum findet diese Partei noch öffentliches Interesse...
von lass_mal_laufen | #17-2

weil die fdp die Partei ist, die für das Chaos in Europa mitverantwortlich ist. Und da gibt es diverse Gefolgsleute, die sich dumm und dusselig verdienen, solange dieses Volk oben auf ist!

10.03.2013
17:51
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von siebert2 | #16

döring war ja gut drauf.als wenn er gerade seine nebengeschäfte offengelegt hätte.

10.03.2013
12:25
Rösler bleibt FDP-Chef - Bekenntnis zu Schwarz-Gelb
von michalek | #15


Die nach dem letzten Parteitag verbreitete Einigung und jetzige Wahl zeigt auf das der FDP bisher profilierte Alternativen zu Rösler in der Führungsmannschaft fehlen. Auch Brüderle, Lindner, Niebel und Kubicki haben, trotz anderer Aussagen von ihnen, erkannt das Rösler und Döring nicht mehr weiter wissen und sich auf Kosten der CDU profilieren wollen. Bei genügender Selbstkritik hätte sich die FDP Fraktion eingestehen müssen das Rösler als Vorsitzender, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister wirkungslos und somit ein Fehlgriff ist,der die Partei gefährdet.
Rösler wird tut zum Glück alles in die Wege leiten damit die FDP im Bund unter 5% bleibt und der CDU nichts mehr nutzt. Mit der nachträglichen Verfälschung des Armutbericht und seiner erkennbaren Lobbyisten Politik hat er sein negatives Meisterstück gemacht.
Mit fehlender Selbstkritik und geheuchelter Geschlossenheit sind keine Wähler zu halten oder zu gewinnen.
Es geht nicht an das eine Partei die um die 5% Hürde zittern m

10.03.2013
11:49
Rösler bleibt FDP-Chef - Bekenntnis zu Schwarz-Gelb
von Pit01 | #14

Immerhin ein schöner Schnappschuss. Das wars dann aber auch schon.

10.03.2013
11:35
Rösler bleibt FDP-Chef - Bekenntnis zu Schwarz-Gelb
von katernicki | #13

Rössi hat die Partei immerhin bei 4 % gehalten,

10.03.2013
11:23
Rösler bleibt FDP-Chef - Bekenntnis zu Schwarz-Gelb
von rentnergangxxl1 | #12

ich frage mich sind die deutschen genau so blöd wie die italiener und wählen so eine partei ihr credo den reichen mehr den armen weniger wie bescheuert muss man sein um diese fdp zu wählen

1 Antwort
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von MisterB | #12-1

Es läuft einfach nur genauso wie in Italien. Da haben die Medien von Berloscoli für ihn Reklame gemacht, hier machen die Medien Reklame für die FDP, weil die für die Reichen arbeiten....und die Medien gehören auch hier in Deutschland den Medien...


....so einfach ist das. So läuft das schon immer kurz vor den Wahlen werden alle Medien wieder die FDP puschen. Sieht man doch schon an dem Artikel hier: positiv, positiv und positiv...

10.03.2013
11:15
Rösler bleibt FDP-Chef - Bekenntnis zu Schwarz-Gelb
von rentnergangxxl1 | #11

ich frage mich sind die deutschen genau so blöd wie die italiener und wählen so eine partei die nur eins im sinn hat reiche bekommen mehr arme bekommen weniger wie bescheuert muss man sein so eine partei zu wählen

1 Antwort
FDP kürt Brüderle zum Frontmann für den Wahlkampf
von mansgruf | #11-1

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