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FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall

18.09.2011 | 21:45 Uhr
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler (r.) mit FDP-Generalsekretaer Christian Lindner. Foto: dapd

Berlin.   Die FDP hat bei der Berlin-Wahl nur knapp zwei Prozent erreicht – und fliegt krachend aus dem Abgeordnetenhaus. Doch sie legt sich schnell fest: An ihrem Euro-Kurs wird nicht gerüttelt.

Als in der FDP-Zentrale die ersten Hochrechnungen verkündet werden, bricht Jubel aus. Konfetti wird geworfen. „FDP – Fast Drei Prozent“, rufen Gäste der Wahlparty im Thomas-Dehler-Haus. Es sind – natürlich – nicht die Liberalen, die ihre Freude über das dramatisch schlechte Ergebnis zum Ausdruck bringen; ihnen ist nicht nach Jubeln. Es sind rund 30 Mitglieder der Spaßpartei „Die Partei“ , die sich unter die Gäste gemischt haben. Wer den Schaden hat...

Dem Generalsekretär der FDP, Christian Lindner, ist nicht nach Scherzen zu Mute. Ihm ist die Enttäuschung über das magere Resultat deutlich anzusehen. Er spricht von einem „Tiefpunkt“ und von „Demut“ . Lindner flüchtet sich in Trotz. Überraschend klar kündigt er an, die Liberalen würden ihren Euro-Kurs fortsetzen. Der sei nicht dem Wahlkampf in Berlin geschuldet, sondern „der Verantwortung für unsere Währung. Daran halten wir fest.“

Es ist die siebte Wahlpleite 2011

Für die offen verkündete Taktik, die Berlin-Wahl zur Abstimmung über die Euro-Rettung zu machen, steht Parteichef Philipp Rösler persönlich in der Verantwortung – offenbar fürchtet er bei einem Rückzieher einen Autoritätsverlust und eine Niederlage bei der Mitgliederbefragung über dem Euro-Rettungsschirm, den einige Landesverbände der FDP anstreben.

Abseits dieser Debatte ist die Ratlosigkeit in der FDP-Führung nach sieben Niederlagen in diesem Super-Wahljahr immens: Lindner sagte, die FDP müsse sich eine „Phase der Nachdenklichkeit“ verordnen. Man müsse sich sammeln. Die für heute geplante Vorlage eines Strategiepapiers hat Parteichef Rösler vertagt.

Der Landeschef spricht mit Grabesstimme

Video
Nach den Wahlen in Berlin zeigte sich Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit angriffslustig.

Der Verlierer des Abends ist Christoph Meyer. Gut zwanzig Minuten nachdem die erste deprimierende Prognose über die Fernsehbildschirme geflimmert ist, steht der Spitzenkandidat der Berliner Liberalen auf der Bühne. Er spricht mit Grabesstimme: „Wir haben auf den Straßen gespürt, dass der Markenkern der FDP beschädigt ist. Wir haben festgestellt, dass es uns nicht gelungen ist, uns vom Bundestrend abzusetzen.“

Die Wahl in Berlin

Und sonst? Galgenhumor, Säuernis, Durchhaltepathos, es ist ein brisantes Stimmungsgemisch an diesem Abend in der Bundeszentrale der Partei. Dirk Niebel, Entwicklungsminister, gibt sich sarkastisch: „Jedes Volk kriegt ja das Parlament, das es sich wünscht.“

 

Winfried Dolderer u. Christian Kerl

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Kommentare
19.09.2011
17:47
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von meinemeinungdazu | #53

Wer hat die Pfeiffen eigentlich 2009 gewählt? Das darf nicht nochmals passieren. Die Wähler sollten wirklich daraus gelernt haben. Im Moment sieht es ja so aus.

19.09.2011
16:04
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von wohlzufrieden | #52

Freier Fall? Die sind doch längst im Luft-leeren Raum.

19.09.2011
13:14
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von boonedaniels | #51

Eine Partei, die ihr Heil nur noch in zwanghaftem Populismus sucht, ist erbarmenswürdig. Ich erinnere moch noch an den lachhaften Spruch nach Fukushima: wir sind eine Anti- Atom-Partei.

19.09.2011
13:14
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von knoeterich | #50

Jau, michalek, Rösler mit zwei s.
Alles klar!

19.09.2011
13:08
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von michalek | #49

Das war wieder einmal eine Entscheidung der Wähler die zeigt warum der FDP die Wähler weglaufen und nicht zurück gewonnen werden können. Die neue FDP Spitze hat vor kurzem einmal gesagt das die FDP kein Reserverad für falsche Politik ist. Das war richtig, die FDP ist seit Jahren der Motor falscher Politik.
Dafür ist vor allem Herr Westerwelle und die alte Führungsriege verantwortlich. Die jetzige Entscheidung zeigt aber auf das Herr Rössler mit der neuen Parteiführung kein Format hat.
Es ist etwas anderes in Regierungsverantwortung zu stehen und seine überzogenen Wahlversprechungen einhalten zu müssen, als aus der Opposition auf andere einzuschlagen.
Frau Merkel wird wohl mit Bedauern zur Kenntnis genommen haben mit wem sie sich eingelassen hat.

19.09.2011
12:58
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von KomischDasAlles | #48

Wusste ichs doch...es gibt halt nicht so viele Apotheker in Deutschland.

Ein guuter Tag..und tschüß. Ppffffmmmuatsch;-))))

19.09.2011
12:56
Blockierter Kommentar.
von knoeterich | #47

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.09.2011
12:55
Die FDP ist im freien Fall
von IlDottore | #46

1,8%. Damit wäre das Projekt 18 geschafft. Gut, halt mit Komma dazwischen, aber wer wird denn päpstlicher als der Papst sein.

19.09.2011
12:54
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von wohlzufrieden | #45

Bei dem Ergebnis haben ja noch nicht einmal alle FDP-Mitglieder in Berlin die gelbe Gefahr gewählt...

19.09.2011
12:40
FDP ist nach der Wahl in Berlin im freien Fall
von watzman | #44

@40, wäre ja schön wenn die Wähler wirklich schlauer geworden wären. Mir fehlt der Glaube daran.
Wenn diese Vereinigung ein paar Tage vor der nächsten BT Wahl wieder großflächig irgendwelche dümmlichen, aber beim breiten Wahlvolk ankommenden Parolen plakatiert, sind Jahrelange Politik gegen den Normalbürger ganz schnell vergessen. Unsere Eliten werden diese Vereinigung mit allen Mitteln,ob legal,oder illegal verteidigen. Wäre schön wenns anders kämme, aber ich glaube nicht daran.

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