FDP-Chef Rösler spricht von „geordneter Insolvenz Griechenlands“
11.09.2011 | 18:28 Uhr 2011-09-11T18:28:54+0200
Berlin. FDP-Chef Rösler bringt eine Staatspleite Griechenlands ins Spiel. Die Rezession in Griechenland sei schlimmer als erwartet. Regierungschef Papandreou verspricht zwar härtere Spar-Anstrengungen. Die CSU verschärft bereits den Ton beim Thema Euro-Austritt.
Erstmals bringt mit Vizekanzler Philipp Rösler ein Mitglied der Bundesregierung eine Staatspleite Griechenlands ins Gespräch. Der FDP -Vorsitzende nannte in einem Beitrag für „Die Welt“ eine geordnete Insolvenz denkbar, wenn dafür die Instrumente zur Verfügung stünden. Medienberichten vom Wochenende zufolge laufen im Bundesfinanzministerium bereits Planspiele, wie ein Bankrott beherrscht werden könnte. Eine zentrale Rolle könnte der Euro-Rettungsschim EFSF spielen, der mit seinen neuen Instrumenten eine Kettenreaktion in der Euro-Zone verhindern würde. Die griechische Regierung stemmt sich allerdings weiter gegen eine Pleite und versprach, Sparauflagen zu erfüllen.
Rösler spricht von „geordneter Insolvenz Griechenlands“
„Um den Euro zu stabilisieren, darf es auch kurzfristig keine Denkverbote mehr geben“, schrieb Wirtschaftsminister Rösler: „Dazu zählt notfalls auch eine geordnete Insolvenz Griechenlands.“ Die unzureichenden Konsolidierungsbemühungen unterspülten das Vertrauen der Menschen und Märkte in die gemeinsame Währung. Er forderte, ein System automatischer Sanktionen zu etablieren, wenn Reformen nicht umgesetzt würden. Auch ein befristeter Entzug des Stimmrechts in der EU dürfe kein Tabu sein. Als letzter Schritt müsse eine Insolvenz möglich sein. Dazu gehöre eine Beteiligung privater Gläubiger.
Der „Spiegel“ berichtete, Finanzminister Wolfgang Schäuble zweifele daran , dass Athen vor einer Pleite bewahrt werden könne. Solche Signale gibt es seit längerem hinter den Kulissen der Bundesregierung, sie bekommen aber mit der von den Euro-Regierungen vereinbarten Stärkung des EFSF erstmals eine konkrete Dimension. Ab Oktober soll der EFSF Euro-Ländern vorsorglich Kreditlinien gewähren und die Märkte durch den Kauf von Staatsanleihen beruhigen können. Zudem kann er künftig Regierungen Sonderkredite zur Bankenstabilisierung geben.
Tranche liegt auf Eis
All dies sind Maßnahmen, die eine Ansteckung vor allem Spaniens und Italiens durch eine Staatspleite Griechenlands verhindern könnten. Die „Welt am Sonntag“ berichtete, die Bundesregierung verabschiede sich wegen der neuen Möglichkeiten des EFSF und der wachsenden Zweifel an der Reformfähigkeit der Griechen von ihrer bisherigen Maxime, das Land auf keinen Fall pleite gehen zu lassen. Der Chefhaushälter der Unions-Fraktion, Norbert Barthle, sagte zu Reuters: „Man kann eine mögliche Restrukturierung Griechenlands nicht mehr ausschließen.“.
Faktisch wäre die Staatspleite schon bald Realität, wenn das Land nicht die zur Auszahlung anstehende sechste Tranche von acht Milliarden Euro aus dem 110 Milliarden Euro schweren ersten Hilfspaket seiner Euro-Partner und des IWF erhält. Weil die Regierung in Athen ihre Sparzusagen bisher nicht einhalten kann, liegt die Tranche auf Eis. „Griechenland weiß, dass die Auszahlung der Kredite davon abhängt, dass es seine Auflagen erfüllt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem „Tagesspiegel am Sonntag.“ Sie mahnte aber auch zur Geduld: „Was über Jahre versäumt wurde, kann nicht über Nacht behoben werden.“
Papandreou will unbedingt im Euro bleiben
Ob es den Griechen gelingt, das Ruder herumzureißen, wird jedoch immer fraglicher. So trifft die Rezession das Land viel tiefer als gedacht. Nach einer neuen Prognose der Regierung in Athen schrumpft die Wirtschaft dieses Jahr mindestens um fünf Prozent. Bisher wurden ein Minus von 3,8 Prozent erwartet. Die Folgen sind niedrigere Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben, was den Spar- und Reformkurs konterkariert.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou versprach in einer von gewaltsamen Protesten begleiteten Rede, die Anstrengungen gegen die weit verbreitete Steuerflucht zu verdoppeln. Er werde mit allen Mitteln für einen Verbleib in der Euro-Zone kämpfen: „Unsere oberste Priorität ist ein sicherer Kurs, um das Land vor dem Bankrott zu retten.“
Der „Spiegel“ berichtete dagegen, die Planspiele für eine Pleite seien im EU-Apparat und im Bundesfinanzministerium längst angelaufen. Durchgespielt würden die beiden Varianten, dass Griechenland danach in der Euro-Zone bleibe oder nicht.
In der Koalition schwindet die Geduld mit den Griechen zusehends. „Euro-Staaten, die sich nicht an die gemeinsamen Regeln der Haushaltsdisziplin halten und dadurch sich und die Währungsunion in Schwierigkeiten bringen, müssen damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen“, heißt es in einem Leitantrag für den nächsten CSU-Parteitag, den der CSU-Vorstand am Montag beschließen will. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte, wenn die Reformanstrengungen der Griechen nicht erfolgreich seien, müsse man sich der Frage stellen, ob man nicht neue Regeln brauche, die einen Austritt ermöglichten.
Auch die Bürger werden immer kritischer. Einer Emnid-Umfrage zufolge sprechen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus, dass Deutschland keine weiteren Finanzhilfen für Griechenland bereitstellen und das Land bankrott gehen lassen solle, wenn es seine Sparauflagen nicht erfülle. 43 Prozent plädieren für weitere Hilfen, um eine Staatspleite abzuwenden. (rtr)

14:32
Es war nicht nur einfallslos, sondern wohl auch unklug, die gemeinsame Währung Euro zu nennen, Taler oder Ecu hätten es auch getan. Nun aber verwechselt die Öffentlichkeit Euro mit Europa: Ein Scheitern des Euro bedeutet für viele fälschlicherweise das Scheitern Europas!
19:46
Durchhalten Herr Rösler, ab Sonntag können Sie und Ihre Party ausruhen.
18:09
Schickt Peter Zwegat nach Athen, nur er kann unsere Steuergelder retten.
17:59
Rösler will mit allen Mitteln seine Partei retten. Dieser Durchsetzer soll auch einmal den Bürgern erklären, welche Auswirkungen eine Pleite von Griechenland für Europa haben kann. Er soll doch sagen, dass den Griechen bei einer Pleite die Schulden nicht geschenkt werden. Und wenn Griechenland nicht unterstützt wird, werden deutsche Unternemen ihr Geld abhaken müssen. Die Folge kann dann für das eine oder andere Unternehmen das aus bedeuten. Der Export für Griechenland würde sofort beendet sein. Weiter kann es Folgewirkungen auf andere Länder in Europa haben. Aber so ist das mit Rösler, die Partei retten und somit den eigenen Hintern, aber nicht voraus denken, und eventuelle Folgewirkungen die zum Nachteil für ganz Europa entstehen können, einfach ausblenden. H.Rösler die Partei FDP ist gescheitert, geben sie auf und machen sie nicht noch mehr kaputt. Wenn sie so weiter machen wird wohl bald der nächste Börsenknall nicht lange auf sich warten lassen. Glauben sie mir H.Rösler sie sind zu jung für diese Politischen Augaben und für die Montage nicht geeignet.
16:55
Ja ...Herr Rösler ist Arzt...Augenarzt!!!!!!!!!! Trotzdem kann er weder hören noch sehen, was er anrichtet. Der gute fällt seiner eigenen Regierung in den Rücken. Vielleicht sollten alle die, die den Aussagen dieser Regierung letzte Woche noch geglaubt haben, heute bei Rösler Regressansprüche für die heutigen Verluste anmelden.
Dieser Mann weis nicht was er noch macht. Ihm ist nicht mehr zutrauen.
Die Einen versuchen die Börse zu beruhigen, damit Ruhe herrscht und keine unvernünftigen Transaktionen getätig werden und der Kerl haut einfach rein.....
Dam,it istr bewiesen der kann es einfach nicht....ein Augenarzt ist kein Ökonom, er ist fachlich total daneben......
Vielleicht hat ihn auch die Wahlergebnisse in Niedersachen so geärgert....auch ist die FDP mit Mann und Maus abgesoffen.....Die Kompetenz kommt nicht so einfach daher.....vieleicht ist es doch besser er kümmert sich Zitatum Brot und Butterthemen........
15:59
Sah ein Knap ein Röslein stehen...
13:54
Beim Rösler-Bubi ist es offensichtlich immer noch nicht angekommen, dass es nach den Europaverträgen keine Insolvenz eines Mitgliedstaates geben kann. Dagegen ist es aber jederzeit möglich, dass ein Wirtschaftsminister seinen Hut nimmt. Bedienen Sie sich, Herr Rösler!
13:48
Welches Vertrauen wird denn da, bitte schön, unterspült?!?!
Kein normal denkender deutscher Bürger hatte Vertrauen darin, dass es GR schaffen würde, wieder auf die Hufe zu kommen - nur unsere Volksvertreter in Berlin hatten so krude und abstruse Ideen!!!
13:24
Dieser Wirtschaftsminister wollte doch auch mal etwas zur Lage sagen um überhaupt wahrgenommen zu werden. Schliesslich sind am Sonntag ja Wahlen in Berlin.
Bezeichnenderweise hat heute mittag Herr Brüderle auf die Frage Griechenland rauß aus dem Euro? mit einem süffisanten Lächeln geht gar nicht geantwortet.
Diese Partei sollte einfach ihre Sachen packen und gehen!
13:09
Ach beginnt die Regierungspartei FDP jetzt damit, der Öffentlichkeit die Wahrheit zusagen? Griechenland könnte ein Faß ohne Boden sein. Aber was ist mit vielen anderen Ländern der EU? Und FDP: wer rettet die Banken? Ihr doch bestimmt.