Fast 2000 Strafanzeigen gegen Polizisten in NRW

1962 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten sind in NRW in diesem Jahr eingeleitet worden. Wolfgang Beus vom NRW-Innenministerium geht davon aus, dass viele der Anzeigen sogenannte "Gegenanzeigen" seien.
1962 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten sind in NRW in diesem Jahr eingeleitet worden. Wolfgang Beus vom NRW-Innenministerium geht davon aus, dass viele der Anzeigen sogenannte "Gegenanzeigen" seien.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Gegen Polizisten in NRW sind bis Oktober dieses Jahres 1962 Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Bei den meisten Strafanzeigen handelt es sich um Körperverletzung, Beleidigung oder Nötigung. Für Wolfgang Beus vom NRW-Innenministerium hat dies einen eindeutigen Grund.

Düsseldorf.. Beleidigung, Körperverletzung, Diebstahl mit Waffe – 1962 Ermittlungsverfahren wegen verschiedenster Delikte wurden bis Oktober dieses Jahres gegen Polizeibeamte in NRW eingeleitet. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Piraten-Abgeordneten Dirk Schatz hervor. Verurteilt wurden allerdings nur sieben Polizisten, die meisten Anzeigen hat die Staatsanwaltschaft fallengelassen.

Am häufigsten wurde gegen Polizeibeamte wegen Körperverletzung im Amt ermittelt (536 Fälle). Es folgen 179 Ermittlungsverfahren wegen Strafvergehen im Amt, 132 wegen Beleidigung und 121 wegen Nötigung. Zu einer Anklage kam es bei all diesen Verfahren in nur vier Fällen. Ein Fall davon wurde vor Gericht eingestellt, die übrigen Fälle werden noch verhandelt.

Verbrechen „Dies sind typische Gegenanzeigen“, sagt Wolfgang Beus vom NRW-Innenministerium: „Wenn eine Person etwa wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt wird, beschuldigt diese im Gegenzug häufig den Beamten der Körperverletzung.“

Verurteilungen wegen Körperverletzung und Diebstahls

Die sieben Verurteilungen in diesem Jahr decken unterschiedlichste Delikte ab. Drei Polizeibeamte sind beispielsweise wegen Betrugs verurteilt worden, ein Beamter wegen Körperverletzung und einer wegen bewaffneten Diebstahls. „Wobei da schon genügt, wenn der Beamte eine Kleinigkeit klaut und dabei seine Dienstwaffe trägt“, erklärt Beus. Strafanzeigen gegen Polizisten ließen sich nicht verhindern: „Bei rund vier Millionen Einsätzen im Jahr wird es immer zu Konflikten kommen.“