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Machtkampf in Hessen

Falsches Spiel mit Ypsilanti?

11.08.2009 | 11:36 Uhr

Essen/Wiesbaden. Tappte Andrea Ypsilanti beim Versuch ihrer Machtübernahme in Hessen in eine Falle? Glaubt man dem neuen Buch des Journalisten Volker Zastrow, dann wurde die SPD-Frau Opfer einer Intrige - ersonnen von ihrem ärgsten Parteirivalen im Bündnis mit der CDU.

Die Abtrünnigen: Dagmar Metzger (v.l.), Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts. Foto: ddp

Kann es sein, dass Politik manchmal funktioniert wie in schlechten Filmen? So abgefeimt, so voller Intrigen und nackter Machtgier? Man muss es befürchten, wenn man den Fall Ypsilanti betrachtet.

Wenn der Journalist Volker Zastrow mit seinem am Dienstag erscheinenden Buch Recht hat - und dafür spricht vieles - dann muss die Geschichte des Scheiterns von Andrea Ypsilanti in Teilen neu geschrieben werden. Dann wäre die SPD-Linke beim Versuch Ministerpräsidentin in Hessen zu werden nicht nur Opfer ihres maßlosen, ungeduldigen Machtstrebens geworden, sie wäre auch in eine raffiniert gestellte Fall getappt.

Ein falsches Spiel

In der Hauptrolle als Bösewicht agiert - man möchte sagen erwartungsgemäß - ein Parteifreund: Jürgen Walter. Ypsilantis Rivale gehörte zu jenen vier Rebellen, die ihr die Gefolgschaft verweigerten, als die damalige hessische SPD-Chefin sich entgegen ihres Wahlversprechens von den Linken zur Regierungschefin wählen lassen wollte. Nach Zastrows Recherchen scheint aber klar: Walter hat ein falsches Spiel gespielt, hat Ypsilanti und ihre Getreuen im Oktober 2008 ermutigt, ja geradezu gedrängt, den Showdown zu wagen und den nur noch geschäftsführenden Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) abzulösen - notfalls mit Hilfe der Linken.

Roland Koch (CDU, M.) mit seinem Regierungsprechter Dirk Metz. Foto: ddp

Gleichzeitig, so Zastrow, habe Walter heimlich diejenigen SPD-Landtagsabgeordneten bestärkt, die wegen des gebrochenen Wahlversprechens echte Gewissensbisse beschlich, darunter vor allem die Abgeordnete Silke Tesch. Walter hat womöglich auch die Zweifel der Abgeordneten Dagmar Metzger, die als erste Ypsilantis Kurs bekämpfte, an die Süddeutsche Zeitung „durchgestochen” und damit die Querelen in der SPD öffentlich gemacht. Bis dahin konnte Ypsilanti noch hoffen Metzger umzudrehen - danach nicht mehr.

Beteiligt an dem Komplott war offenbar auch die CDU. Roland Koch, so Zastrows fundierte Mutmaßung, hat planmäßig darauf hingewirkt, dass Ypsilanti das Risiko einer Ministerpräsidentenwahl einging. Weil er wusste, dass er sich mindestens auf Walter verlassen konnte und dass Ypsilanti scheitern würde? Koch war jedenfalls stets bestens über SPD-Interna informiert.

Eine furchtbare Rache

All dies ist kaum zu begreifen ohne Kenntnis der speziellen hessischen SPD-Verhältnisse. Pragmatiker und Parteilinke sind hier traditionell in zwei starke, tief verfeindete Lager gespalten, Walter und Ypsilanti hatten sich in diesem Klima zu Antipoden entwickelt. Sie hatte dem damaligen SPD-Fraktionschef 2007 die sicher geglaubte Spitzenkandidatur streitig gemacht, wobei Gerüchte nie verstummten, dass auch dabei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Walters Rache war, wie man nun weiß, furchtbar.

Zastrow liefert ganz nebenbei ein Sittengemälde dieses schrecklichen, aber auch hochinteressanten SPD-Landesverbandes, gegen den etwa die NRW-SPD eine wahre Idylle ist. Dem Autor, Politikchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, sind über dem Buch ein paar Illusionen flöten gegangen. „Eigentlich sollte dieses Buch eine Heldengeschichte erzählen”, bekennt er. Es kam anders, ohne dass der hochkonservative Zastrow Anlass sähe, zum Ypsilanti-Fan zu mutieren. Denn in die Falle getappt ist sie eben letztlich selbst - weil ihr Tunnelblick auf die Macht alle Warnzeichen ausblendete.

Volker Zastrow: Die Vier - eine Intrige, Rowohlt-Verlag, €19.90

Frank Stenglein

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Kommentare
12.08.2009
17:29
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #118

Verhindert die Extreme und setzt auf eine stabile Sozialdemokratische Regierung, gegen Merkel und gegen Westerwelle!

NPD,DVU, REP und auch die Linke, diese Parteien haben im Bundestag nichts zu suchen. Diese Parteien haben extrem Positionen die man sich für unser Land nicht wünschen kann. Auch die Linke unter Lafontaine haben schon Positionen gegen Ausländer vertreten.
Macht Steinmeier stark, um Merkel und Westerwelle nicht die Regierungsverantwortung zu überlassen!
Wer Links wählt vergeudet seine Stimme, wer Links wählt wählt Chaos, wer Links wählt, gefährdet unsere innere Sicherheit, wer Links wählt vergeudet Steuergelder der arbeitender Menschen um es denen zu geben die zu faul sind selber ihr Brot zu verdienen, wer Links wählt schwächt die SPD so stark, das Merkel und Westerwelle im Bund und in den Bundesländer uns kaputt regieren können!
Wollt Ihr das? Ich nicht!

12.08.2009
00:46
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #117

Dann nichts wie raus und ab nach den Linken. Vielleicht treffen sie ja mal Oskar der ihnen dann mal das Schlaraffenland zeigt in dem er in Saarbrücken lebt! Viel Spaß beim träumen!

12.08.2009
00:24
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Berlinlustconi | #116

Ich schäme mich in der jetzigen spd zu sein !

11.08.2009
20:32
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #115

Merkel kritisiert Ulla Schmidt, und wirft ihr fehlende Sensibilität vor. Auch wenn da was Wahres dran ist, ist diese Dreistigkeit nicht zu überbieten! Was ist den mit W.Schäuble, der der im Parlament die Unwahrheit gesagt hat, der der zugeben musste das er doch einen Koffer voller Geld von Schreiber bekommen hat. Wer hat Schäuble zum Innenminister gemacht, es war Merkel. Wer war gestern bei Kohl gewesen der, der bis heute verschweigt wer ihm die Millionen gegeben hat. Liebe Bundeskanzlerin Merke, auch für sie gilt: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steine werfen!

11.08.2009
19:38
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #114

Man sollte Kohl lieber in Beugehaft nehmen, wenigstens bis die Geldgeber genannt werden. Und was macht Merkel, sie fährt zu den Kanzler der schwarzen Kassen! Hinzu kommt das geschmacklose Wahlplakat..
Merkel ist nur heiße Luft. Ich hoffe, das es genügend Wähler gibt die genau so denken wie, dann hat Steinmeier vielleicht doch noch eine reelle Chance!

11.08.2009
18:59
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Klappe zu Affe Tod | #113

@r.kant Ich habe noch nie einen so fanatischen CDU-Jünger wie sie erlebt und jm.der versucht alle kritik an ihr durch ein

Zitat:
Erwiesenermaßen ist das Belügen der Wähler ein eher linkes Problem!!

ist einer Disskusion unwürdig.

Ypsilanti hat nicht mehr gelogen als der grosse Aufklärer Koch.
Das scheinen die meisten wohl lieber zu Vergessen/Verdrängen.

11.08.2009
18:33
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von EinKnaeuel | #112

Zitat:
Erwiesenermaßen ist das Belügen der Wähler ein eher linkes Problem!!

Tatsächlich? Arbeiter und Angestellte die nach 1950 geboren wurden, sind auf Lebenszeit unverblümt verkolhlt...

11.08.2009
16:53
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #111

Gestern war Merkel bei H. Kohl in seinem Privathaus, ob sie ihn gefragt hat von wem er damals die Millionen her hatte? Oder wie man am besten für die CDU Geld bekommen kann ohne die Gelder angeben zu müssen? Also mich wundert es schon das Merkel ausgerechnet wo Schreiber wieder hier ist direkt nach ihrem Urlaub zu Kohl hin gefahren ist! Ich hätte mich doch an ihrer Stelle mit ihm (der Mann der schwarzen Kassen) nicht sehen lassen. Das sieht für mich nicht danach aus, das Merkel mit der Vergangenheit abgeschlossen hätte! Nur seltsamer weise, sehe ich in keiner Zeitung (außer der Spiegel) eine Zeile darüber!
Seltsam was?

11.08.2009
16:47
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von Stefan S. | #110

Gestern war Merkel bei H. Kohl in seinem Privathaus, ob sie ihn gefragt hat von wem er damals die Millionen her hatte? Oder wie man am besten für die CDU Gelb bekommen kann ohne die Gelder angeben zu müssen? Also mich wundert es schon das Merkel ausgerechnet wo Schreiber wieder hier ist direkt nach ihrem Urlaub zu Kohl hin gefahren ist! Ich hätte mich doch an ihrer Stelle mit ihm (der Mann der schwarzen Kassen) sehen lassen. Das sieht für mich nicht danach aus, das Merkel mit der Vergangenheit abgeschlossen hätte! Nur seltsamer weise, sehe ich in keiner Zeitung (außer der Spiegel) eine Zeile!
Seltsam was?

11.08.2009
16:05
Falsches Spiel mit Ypsilanti?
von immerNett | #109

Ach, arme Andrea Lügelanti wer hat mit die das böse, böse Spiel gemacht?

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