Fall des saudischen Bloggers geht zurück ans Strafgericht

Noch steht eine Reststrafe von 950 Stockhieben aus. Demonstranten in Ottawa, Berlin und wie hier in London, setzten sich für die endgültige Aussetzung der Strafe ein.
Noch steht eine Reststrafe von 950 Stockhieben aus. Demonstranten in Ottawa, Berlin und wie hier in London, setzten sich für die endgültige Aussetzung der Strafe ein.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Fall des islamkritischen Bloggers Raif Badawi wurde vom höchsten Gericht an eine Strafkammer verwiesen. Was das konkret bedeutet, ist noch unklar.

Riad.. Das höchste saudische Gericht hat den Fall des zu 1000 Stockschlägen verurteilten islamkritischen Bloggers Raif Badawi offenkundig zurück an eine Strafkammer verwiesen. Badawis Ehefrau Ensaf Haidar sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, sie habe entsprechende Informationen erhalten. Sie wisse aber nicht, was dieser Schritt zu bedeuten habe.

Die saudische Internetseite Adschil hatte zuvor unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet, das Strafgericht in der Hafenstadt Dschidda solle das Urteil gegen Badawi überprüfen. Der Blogger war im Mai vergangenen Jahres zu zehn Jahren Haft, 1000 Stockschlägen und einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in einem Internetforum den Islam beleidigt haben soll.

Prügelstrafe Die ersten 50 Hiebe erhielt er vor einem Monat. Seitdem wurde die weitere Vollstreckung der Strafe ausgesetzt, offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Der Fall löste weltweit scharfe Kritik an dem islamisch-konservativen Königreich aus. Laut der Ehefrau hatte das Büro des mittlerweile gestorbenen Königs Abdullah den Fall im Dezember an das höchste saudische Gericht übergeben. (dpa)