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Faktor Mensch

26.03.2009 | 22:05 Uhr

Zweifel an DNA-Probe

Der Glaube an die Technik gerät in regelmäßigen Abständen ins Wanken. Die DNA-Probe beispielsweise galt bei den Kriminologen als hieb- und stichfest, bis die inzwischen als Jagd nach dem "Heilbronner Phantom" bekannte Krise Zweifel säte.

Wenn es denn wirklich ein verunreinigtes Wattestäbchen war, das die DNA-Probe vom Tatort unbrauchbar machte und die Fahnder auf eine falsche Fährte lockte, ist das natürlich schon eine ziemlich heftige Panne.

Es bringt aber nicht das ganze System zu Fall. Auch weiterhin gilt: der genetische Fingerabdruck ist eins der wichtigsten Hilfsmittel bei der Täterjagd. Weder müssen jetzt zahllose Gerichtsurteile überprüft werden, noch können sich Angeklagte mit dem Hinweis auf Heilbronn aus der Affäre ziehen. Deckt sich eine DNA vom Tatort mit der eines Verdächtigen, ist das auch weiterhin ein starkes Glied in der Beweiskette. Man lernt allerdings dazu: Wer auch immer mit den Teststäbchen arbeitet, muss seine DNA zum Abgleich hinterlegen, damit keine falschen Schlussfolgerungen möglich sind. Außerdem gilt weiterhin die Regel: Keine Technik ist narrensicher, solange der Faktor Mensch eine Rolle spielt.

Ulrich Schilling-Strack

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