Fahrradkorso, "Friedensfahrt" - Ostermärsche gehen Sonntag weiter
08.04.2012 | 10:10 Uhr 2012-04-08T10:10:28+0200
Düsseldorf/Duisburg. Mit einem Fahrradkorso von Essen nach Bochum startet die Friedensbewegung am Ostersonntag eine weitere Demo gegen Krieg und Gewalt. Am Samstag hatten hunderte Menschen beim Ostermarsch Rhein/Ruhr für Frieden in der Welt protestiert. Zu den Forderungen der Teilnehmer gehörten der Abbau aller Massenvernichtungswaffen und ein Ende der Waffenlieferungen an Israel.
Die Friedensbewegung hat am Ostersonntag ihre Demonstrationen gegen Krieg und Gewalt fortgesetzt. Von Essen setzte sich um 10.30 Uhr ein Fahrradkorso mit etwa 100 Teilnehmern nach Bochum in Bewegung. Es sind Zwischenstationen in Gelsenkirchen, Wattenscheid und Herne geplant. Bis 16 Uhr soll das Ziel, der Bahnhof Langendreer in Bochum, erreicht werden. Der Mitorganisator des dreitägigen Ostermarsches an Rhein und Ruhr, Joachim Schramm, erwartet bis zum Nachmittag 200 Teilnehmer. Er forderte am Ostersonntagmorgen den Abbau aller Massenvernichtungswaffen und die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau.
Der Korso fährt unter dem Motto "Ja zu zivilen Lösungen - Nein zu Krieg und Atomrüstung". Eine Sonderaktion planen Motorradfahrer in Köln: Sie treffen sich am Ostersonntag um 11 Uhr am Südverteiler nahe der Autobahn 555 zu einer Friedensfahrt.
Hunderte Teilnehmer beim Ostermarsch Rhein/Ruhr
Beim Ostermarsch Rhein/Ruhr hatten am Samstag Hunderte Menschen für eine friedlichere Welt demonstriert. "Kriegsgefahr kommt auch aus NRW", mahnte ein Redner mit Blick auf Rüstungsfirmen wie ThyssenKrupp und Rheinmetall, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben. Auch die deutsche Haltung zu Israel wurde teilweise kritisiert.
Nach Veranstalterangaben versammelten sich etwa 500 Ostermarschierer zum Tagesabschluss in Düsseldorf. Die Polizei sprach von etwa 350 Teilnehmern. Zum Auftakt in Duisburg hatten die Schätzungen zwischen 150 und 300 gelegen.
Der langjährige Hauptorganisator des Ostermarschs Rhein/Ruhr, Willi Hoffmeister, zeigte sich zufrieden. Duisburg sei zwar "nicht mehr der große Auftaktplatz wie früher", sagte er. Trotzdem seien in diesem Jahr mehr Menschen gekommen als zuletzt.
Abbau von Massenvernichtungswaffen gefordert
In Duisburg forderte ein Redner des Arbeitskreises Darmstädter Signal den Abbau aller Massenvernichtungswaffen weltweit. Zugleich sprach sich der Friedensaktivist gegen militärische Auslandseinsätze der Bundeswehr aus. Er kritisierte, dass Einsätze unter anderem damit begründet würden, dass Deutschland seinen Bündnispartnern etwa in der NATO beistehen müsse.
Ein Aktivist des Düsseldorfer Friedensforum sprach sich explizit gegen Waffenlieferungen nach Israel aus. Die Journalistin und Publizistin Karin Leukefeld rief die Politik gar dazu auf, auch auf Wirtschaftssanktionen als Druckmittel zu verzichten. "Mit Wirtschaftssanktionen führt Deutschland Wirtschaftskriege in der ganzen Welt", monierte sie.
4.000 Menschen insgesamt erwartet
Insgesamt erwarten die Veranstalter zum dreitägigen Ostermarsch an Rhein und Ruhr diesmal etwa 4.000 Teilnehmer, die gegen Krieg, rechten Terror und Atomwaffen protestieren. Der Zug unter dem Motto "Ja zu zivilen Lösungen - Nein zu Krieg und Atomrüstung" führt von Duisburg über Düsseldorf, Gelsenkirchen, Essen, Herne und Bochum nach Dortmund. Eine Sonderaktion planen Motorradfahrer in Köln: Sie treffen sich am Ostersonntag um 11.00 Uhr am Südverteiler nahe der Autobahn 555 zu einer Friedensfahrt.
Ursprünglich wurden die Ostermärsche in den 1950er Jahren von britischen Atomwaffengegnern ins Leben gerufen. Seit Anfang der 1960er Jahre werden sie auch in Deutschland organisiert. Zum Ostermarsch Rhein/Ruhr brachen Friedensaktivisten erstmals 1961 auf.
Auch in Gronau versammelten sich am Samstag Atomkraftgegner. Nach Veranstalterangaben blockierten etwa 20 Aktivisten eine Stunde lang die Feuerwehrzufahrt zu der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage. Sie protestierten damit gegen jegliche militärische und zivile Nutzung der Atomenergie. Zugleich wollten sie mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass der Katastrophenschutz an der Anlage nicht ausreichend sei. Ihren Angaben zufolge gibt es für den Ernstfall keine geeignete Zufahrt für die Feuerwehr. (dapd)

19:31
AK48? Meinen Sie die Hanfsamen? Die sollen ja hochtödlich sein.
19:08
Noch besser wäre es, wenn auch noch Lösungen auf den Plakaten stünden. Aber so sind es wirklich nur die gleichen ausgetretenen Parolen eines mittlerweile müden Haufens.
P.S. Es ist wirklich unter aller Kanone, dass man sich zu Grass nicht mehr äußern darf.
18:55
wird nichts nutzen. Die Waffen- und die Geldmafia werden zusammen mit der korrumpierten Politik dafür sorgen, dass es weitergehen wird mit Krieg und Gewalt.
Steter Tropfen höhlt die Geld-Mafia...
09:33
Meine ganze Sympathie gilt den wertvollen Osterdemonstranten, die für die gute Sache auf die Straße gehen. Es gibt doch noch Intelligenz in Deutschland.
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08:58
Warum findet sich eigentlich ein so großer Bericht über einen so winzig kleinen Haufen ewig gestriger hier wieder. Da ist ja ein Sack Reis, der in China umfällt effektiver.
Freya,
Pazifisten sind deiner Meinung nach "ewig gestrige"
Willst du damit sagen, dass es zeitgemäßer ist, zu den Kriegstreibern zu gehören?
Diese müssen ja nicht demonstrieren, denn sie wissen Politiker und Waffenlobby auf ihrer Seite.
22:16
Es hat nämlich auch ein Mitglied des "Darmstädter Kreises" gesprochen, ein Verband, in dem viele kritische Bundeswehrsoldaten organisiert sind, die jegliche Auslandseinsätze sowie Angriffskriege der Bundeswehr ablehnen und dem Militär bestenfalls nur in einem Verteidigungsfall eine Berechtigung zubilligen.
Dieser Redner wies darauf hin, dass aufgrund der Lissaboner Verträge geplant ist, eine europäische Eingreiftruppe aufzustellen, um im Falle der Gefahr eines Bürgerkrieges wie aktuell in Griechenland Volksaufstände mit militärischer Waffengewalt niederzuschlagen.
Leider werden die Ostermärsche von den Grünen boykottiert, aber das ist nur noch eine logische Konsequenz, seit dem die Führung unter Fischer, Künast, Trittin und Konsorten deutsche Kriegseinsätze in anderen Ländern unterstützt!
21:45
Was viele wohl nicht mehr verstehen, dass Wohlstand ein Produkt von Frieden ist und das es immer noch in vielen Ländern dieser Welt zutiefst umkämpft ist, als Mann auch als Frau und vor allem als Kind in Freiheit und in Frieden leben zu dürfen. Auch hier in Deutschland ist nichts mehr sicher, weil wir nicht gönnen können. Wir sind so auf uns selber fixiert, dass wir es hinnehmen für unseren Wohlstand millionenfaches Leid auf der ganzen Welt zu akzeptieren. So nehmen wir Kinderarbeit, Menschenhandel, Flüchtlinge weltweit in Kauf, nur um gemütlich shoppen zu gehen. Wir haben kein Mitleid mehr mit den Menschen, die sich in Nussschalen auf das weite Meer wagen, um einem mörderischen Regime zu entkommen. Nein, wir sind noch feister, wir denken sogar, es sind Wirtschaftsflüchtlinge! Deutsche sind in alle Länder ausgewandert, sie wurden aufgenommen, wir wiederum betrachten jeden Flüchtling als Feind, obwohl wir doch genau dafür unsere Schuld immer mit uns tragen. Unmenschlich nenne ich das!
Wenn Wohlstand ein Produkt von Frieden ist, dann leben 80% der Deutschen wohl im Krieg, denn diese dürfen den Wohlstand, der dem geringen Rest der deutschen Bevölkerung gegönnt ist, nicht erleben.
Keine Wirtschaftssanktionen, keine Militäreinsätze ......
und wie soll man dann diese "mörderischen Regimes" bekämpfen ?
Treten sie vor und erklären sie sich bereit, einige der Flüchtlinge bei sich Zuhause aufzunehmen , DAS wäre mal vorbildlich .
Mit ein paar hundert Leutchen, die seit 30 Jahren die selben Nonsensparolen absondern, wird sich garantiert nichts ändern. Sie bieten keine Lösungen an, sondern sind immer nur gegen irgendwas !
20:57
Warum auch ,wenn es eh scheißegal ist?
20:36
Vor allem nicht wenn man sie blockiert
Als ich damals an den Ostermärschen teilnahm, unterschied man zwischen "kriegstreibenden" amerikanischen Atomwaffen und "friedensstiftenden" sowjetischen. Offensichtlich sind jetzt die israelischen Atomwaffen die "bösen" und das iranische Atomprogramm fördert den Frieden. Naja. Je tiefer man im ideologischen Graben steckt, desto geringer ist die Sicht.
Jedes Jahr werden, geschätzt, 500.000 Menschen getötet, nahezu ausnahmlos durch Kleinwaffen wie das russische AK48 und das deutsche G3, notfalls tun es auch Macheten und Knüppel. Aber unsere Friedensbewegten ziehen Fähnchen schwenkend, Parolen plärrend und Polizisten anpöbelnd durchs Ruhrgebiet und sind mächtig stolz auf sich. Da möchte ich mich nicht mehr einreihen.