Fahnder prüfen Neonazi-Kontakte nach NRW
22.11.2011 | 18:03 Uhr 2011-11-22T18:03:00+0100
Essen. Der Verfassungsschutz vermutet, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) direkte Kontakte nach Dortmund und Köln hatte. Ob das so ist und welche Anknüpfungspunkte es gab, wird derzeit untersucht.
Die Verflechtungen des terroristischen Neonazi-Netzwerks in NRW gibt den Fahndern weiter Rätsel auf. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe untersucht der Verfassungsschutz derzeit vor allem, ob der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) um das Trio Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe direkte Kontakte nach Dortmund und Köln hatte.
„Wir gehen davon aus, dass der Kreis der Unterstützer sehr klein war. Vermutlich haben sie sich nur auf wenige Leute verlassen, die sie aus ihren Jahren in Jena kannten“, sagte ein mit den Ermittlungen vertrauter Beamter. Der Kern würde sich aus dem Umfeld der damaligen rechtsradikalen „Kameradschaft Jena“ rekrutieren. Dieser Kern habe sich zunehmend radikalisiert und abgeschottet: „Wir glauben nicht, dass es außerhalb des Kerns viele Unterstützer gab.“
In Dortmund wurde 2006 der Kioskbesitzer Mehmet K. erschossen. In Köln wurde 2001 eine Deutsch-Iranerin bei einem Sprengstoffanschlag schwer verletzt, 2004 wurden dort 22 Menschen durch eine Bombe schwer verletzt. Zu allen Taten hatte sich der NSU auf einer DVD bekannt. Es werde untersucht, ob eine Person aus dem Kern der „Kameradschaft Jena“ ins Ruhrgebiet oder ins Rheinland gezogen ist, heißt es aus dem Verfassungsschutz: „Wir versuchen herauszufinden, welchen Hintergrund die Anschläge in Köln und Dortmund haben.“
Zwielichtiger Zeuge
So sei es auffällig, dass die Neonazis ihr Opfer in Dortmund ausgerechnet in der Nordstadt ausgewählt hätten. Der Tatort liege in einem Problemviertel mit hohem Ausländeranteil, in dem allerdings auch Neonazis eine hohe Präsenz zeigen.
Zumindest ein Zeuge berichtete von Kontakten, die Beate Zschäpe nach NRW gehalten haben soll. Bei dem Zeugen handelt es sich um Stephan K., der nach eigenen Angaben als V-Mann für den Verfassungsschutz gearbeitet haben will. Er sei auch im Dortmunder NPD-Kreisverband aktiv gewesen. K.’s Glaubwürdigkeit konnte nicht überprüft werden. Ein Sprecher des Düsseldorfer Innenministeriums sagt, K. „lügt“. Allerdings taucht K. einige Male als enttarnter V-Mann in abgefangenen E-Mails der NPD auf.

21:01
Das Ausmass Ihrer Verharmlosungen ist erschreckend!
20:08
Also Rechtsterrorismus ist es nicht, wenn Rechtsextreme eine Polizistin aus Gründen einer Veranstaltungsabsage einer rechtsextremen Veranstaltung töten?
Deine Logik möchte ich haben! :D
19:53
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19:33
Auf der einen Seite wird in den Medien berichtet, dass nun möglicherweise bei dem Mord an der Polizistin in Heilbronn ein privates Rachemotiv - angeblich wegen einer abgesagten Veranstaltung von Neonazis in einer Gaststä#tte des Stiefvaters des Opfers - vorliegen würde, was eher nicht auf "Rechtsterrorismus" hindeuten würde und nun werden sich selbst widersprechende hanebüchene Behauptungen von "Kontakten" nach NRW aufgestellt. Was denn nun - war das eine abgeschottete Zelle oder eine bundesweit vernetzte offene Reisetruppe? Und - wenn es denn Kontakte gegeben hätte, warum wurden die Taten vor Ort dann nie durch politische Bekenntnisse publik gemacht - was typisch und kennzeichnend für Terroristen wäre - und warum liessen die Täter zu, dass sich ein regelrechter Verdachtsnebel der viel wahrscheinlicheren Motive aus organisierter Kriminalität oder privaten Motiven hinter den Morden an den Migranten in der Öffentlichkeit bildete? Was für einen politischen Nutzen könnte die rechte Szene denn daraus ziehen? Eben - keinen!