Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Spähaffäre

Facebook und Co. wollen Infos über NSA-Anfragen veröffentlichen

18.07.2013 | 09:27 Uhr
Facebook und Co. wollen Infos über NSA-Anfragen veröffentlichen
Facebook-Chef Mark Zuckerberg fordert gemeinsam mit über 60 weiteren US-Internetfirmen, Informationen über Behörden-Anfragen veröffentlichen zu dürfen.Foto: reuters

New York/Berlin/Halle.  In einem offenen Brief fordern 60 US-Firmen, darunter Facebook, Apple, Google und Twitter, dass sie Informationen über Behörden-Anfragen veröffentlichen dürfen. Demnach wollen sie betroffene Personen, Konten und Geräte nennen. Unterdessen plant die NSA den Bau eines neuen Abhörzentrums in Wiesbaden.

Amerikanische Internet-Unternehmen, die in die Mühlen des NSA-Überwachungsskandals geraten sind, wollen von der US-Regierung mehr Transparenz einfordern. Eine Koalition aus 63 Firmen und Organisationen wollte am Donnerstag einen entsprechenden offenen Brief veröffentlichen, berichtete das "Wall Street Journal"-Blog "All Things D".

Darunter seien unter anderem Facebook, Apple, Google, Microsoft, Twitter, Yahoo, der Firefox-Entwickler Mozilla, der Speicherdienst Dropbox und das Karriere-Netzwerk LinkedIn. Ihr Ziel sei es, mehr Informationen über Behörden-Anfragen nach Nutzer-Daten veröffentlichen zu können.

Edward Snowden erhebt schwere Vorwürfe gegen die Internet-Firmen

Der Informant Edward Snowden, der mit entwendeten Unterlagen des US-Abhördienstes NSA den Skandal um ausufernde Internet-Überwachung durch amerikanische und britische Geheimdienste ausgelöst hatte, erhob schwere Vorwürfe gegen die Internet-Firmen.

Lesen Sie auch:
Nach Spaziergang erneuter NSA-Protest geplant

Er rief bei Facebook zu einem Spaziergang zu einer US-Einrichtung auf und bekam Besuch vom Staatsschutz. Jetzt plant Daniel Bangert aus Griesheim in...

Die NSA könne von ihnen jederzeit alle gewünschten Informationen bekommen, erklärte Snowden mehrfach. Die Unternehmen bestreiten, den Behörden direkten Zugang zu ihren Servern zu gewähren und betonen, Informationen würden nur auf richterliche Anweisung herausgegeben.

Alles soll transparenter werden, wenn es nach den Internet-Firmen geht

Allerdings durften die Unternehmen bis vor kurzem nicht einmal die Existenz geheimer Anfragen nach dem amerikanischen Auslandsspionage-Gesetz FISA bestätigen. Inzwischen wurden die Einschränkungen etwas gelockert, allerdings müssen die FISA-Anfragen jetzt mit allen anderen Behörden-Anträgen für Nutzer-Informationen zusammengeführt werden und die Firmen dürfen die Gesamtzahl nur in einer relativ groben Spanne nennen. Zunächst hatte Google dies als unzureichend kritisiert, jetzt schließen sich andere an.

In dem offenen Brief soll nun laut "All Things D" das Recht eingefordert werden, konkrete Zahlen der Anfragen nach Nutzer-Daten sowie der betroffenen Personen, Konten und Geräte zu nennen. Außerdem wollen die Unternehmen sagen dürfen, wie oft Kommunikations-Inhalte oder Grund-Daten zur Person ihrer Nutzer angefordert worden seien.

Kommentare
19.07.2013
09:12
Facebook und Co. wollen Infos über NSA-Anfragen veröffentlichen
von blauaeugelchen | #5

Unser deutsches Grundgesetz ist offenbar nur K..papier. Es wird offensichtlich weder von unserer tollen Regierung noch von unseren amerikanischen...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Türkei rügt Gaucks Völkermord-Aussage als unverzeihlich
Armenier-Massaker
Es knirscht zwischen der Türkei und Deutschland, weil der Bundespräsident die Massaker an Armeniern vor 100 Jahren als Völkermord bezeichnet.
Obamas Drohnen-Beichte muss Folgen haben
Drohnenkrieg
Amerika weiß in der Regel nicht, wen es da tötet, wenn die Drohnen starten. Es gibt keine unabhängige Instanz, die über Leben und Tod entscheidet.
Polen verweigert Putins "Nachtwölfen" die Einreise
Rocker
Polen sagt Nein zur umstrittenen Siegesfahrt der russischen "Nachtwölfe". Die Biker dürfen nicht einreisen bei ihrer Tour von Moskau nach Berlin.
Groschek zu Gaffern: „Kein Recht auf Selfies mit Opfern"
Schaulustige
Neugier ist menschlich, kann aber ausufern: Nun soll mobiler Sichtschutz den Blick auf Opfer versperrn. Es dauert allerdings, bis er vor Ort ist.
Tausende Kumpel demonstrieren - Angst um Zukunft der Reviere
Kohle
Der Streit um die Zukunft der Kohle treibt Befürworter wie Gegner auf die Straße. Gewerkschaften und Politiker fürchten um die Zukunft der Reviere.
article
8204250
Facebook und Co. wollen Infos über NSA-Anfragen veröffentlichen
Facebook und Co. wollen Infos über NSA-Anfragen veröffentlichen
$description$
http://www.derwesten.de/politik/facebook-und-co-wollen-infos-ueber-nsa-anfragen-veroeffentlichen-id8204250.html
2013-07-18 09:27
NSA, Facebook, Abhören, Skandel, Edward Snowden, Ausspähen, Datenschutz, Mark Zuckerberg
Politik