Das aktuelle Wetter NRW 32°C
Politik

Facebook knickt im Streit mit Datenschützern ein

21.09.2012 | 16:47 Uhr

Das soziale Internet-Netzwerk Facebook stellt nach Protesten von Datenschützern die automatische Gesichtserkennung von Nutzern in Europa ein. Bisher wurden die biometrischen Daten von Fotos erfasst, um dieselben Personen auf anderen Fotos automatisch zu erkennen. Dagegen hatten Datenschützer protestiert.

Hamburg (dapd). Das soziale Internet-Netzwerk Facebook stellt nach Protesten von Datenschützern die automatische Gesichtserkennung von Nutzern in Europa ein. Bisher wurden die biometrischen Daten von Fotos erfasst, um dieselben Personen auf anderen Fotos automatisch zu erkennen. Dagegen hatten Datenschützer protestiert, auch der zuständige Datenschutzbeauftragte in Irland, wo Facebook seinen europäischen Sitz hat. Das Unternehmen kommt dieser Forderung nun nach, wie dapd am Freitag aus Kreisen des Unternehmens erfuhr.

Es werden demnach keine neuen biometrische Daten mehr erfasst, bestehende Daten sollen bis zum 15. Oktober gelöscht werden. Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte hatte am Freitag eine Anordnung erlassen, um Facebook davon abzuhalten, die biometrischen Daten seiner Nutzer ohne deren Einverständnis zu erfassen. Zudem forderte er, dass Facebook seine Nutzer über die Risiken der automatischen Gesichtserkennung ausführlich informiert.

Ministerium stellt Facebook "Armutszeugnis" aus

Das Bundesverbraucherschutzministerium in Berlin lobte "das Einlenken von Facebook" als "großen Erfolg für den Verbraucherschutz", wie ein Sprecher mitteilte. Dies zeige, dass bestehendes Recht die Möglichkeit biete, das global agierende Unternehmen zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen zu verpflichten. Gleichzeitig rügte das Ministerium Facebook, weil es erst unter massivem Druck der Datenschutzbehörden und des Bundesverbraucherministeriums reagiert habe. Dies sei ein "Armutszeugnis".

Bereits im vergangenen Jahr hatten die irischen Datenschützer in einem Bericht zahlreiche Kritikpunkte aufgelistet. Facebook-Nutzer sollten besser über die Verarbeitung ihrer Daten informiert werden und der Weitergabe von Informationen an Werbetreibende zustimmen müssen, hieß es darin. Würden persönliche Daten über Nutzer nicht mehr gebraucht, solle Facebook diese Informationen löschen.

In einem aktuellen Bericht finden die irischen Datenschützer hingegen auch Lob für den Internetgiganten mit 900 Millionen Nutzern: Eine Reihe von Kritikpunkten seien behoben worden. "Die meisten unserer Empfehlungen wurden zu unserer vollen Zufriedenheit umgesetzt", schreibt der stellvertretende Datenschutzbeauftragte Gary Davis in einem Prüfbericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Dazu gehört wohl auch Facebooks Rückzieher bei der automatischen Gesichtserkennung.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
23.09.2012
16:53
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Umfrage
US-Präsident Barack Obama ist auf Staatsvisite in Berlin. Die Erwartungen sind groß. Ist er noch der Hoffnungssträger, als der er mal gestartet war?

US-Präsident Barack Obama ist auf Staatsvisite in Berlin. Die Erwartungen sind groß. Ist er noch der Hoffnungssträger, als der er mal gestartet war?

 
Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Politik
Stiller Protest im Stehen
Bildgalerie
Türkei
Polizei zerstört Protestlager
Bildgalerie
Istanbul
Taksim-Platz in Istanbul geräumt
Bildgalerie
Türkei
Aus dem Ressort
SPD stürzt in Umfrage auf Jahrestief von 22 Prozent ab
Umfrage
Drei Monate vor der Bundestagswahl verliert die SPD in einer aktuellen Umfrage weiter an Zustimmung. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden nur noch 22 Prozent ihre Stimme den Sozialdemokraten geben. Die CDU landete in der Wählerbefragung bei 40 Prozent.
Inklusion wird kommendes Schuljahr schrittweise gestartet
Inklusion
Gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern soll es zunächst in den Klassen 1 und 5 geben. Schulministerin Löhrmann hält trotz Kritik am Zeitplan für Inklusion fest. Um den Fachkräfte-Bedarf zu decken, werden 2300 neue Studienplätze für Sonderpädagogik eingerichtet.