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Explosion hätte "Feuerball" augelöst

20.06.2007 | 09:12 Uhr

Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Kofferbomber Youssef al-Haijib versuchten vielfachen Mord vor.

Der Libanese soll am 31. Juli 2006 in Köln gemeinsam mit dem im Libanon angeklagten Jihad Hamad zwei Bombenanschläge auf Regionalzüge versucht haben. Die beiden Komplizen hätten im April 2006 vereinbart, als Vergeltung für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen mit selbst gebauten Sprengsätzen einen Anschlag in Deutschlands zu verüben.

Die Kofferbomben waren in zwei Regionalzügen nach Koblenz und Hamm platziert worden. Trotz Zündauslösung detonierten die Bombenvorrichtungen aufgrund eines "handwerklichen Fehlers" nicht. Am Tattag hätten die beiden Komplizen gegen 12.15 Uhr die beiden Koffer mit jeweils baugleichen Bombenvorrichtungen zum Hauptbahnhof in Köln gebracht. Diese hätten mittels eines zeitgesteuerten Zündmechanismus beide gegen 14.30 Uhr zur Detonation gebracht werden sollen, heißt es in der Anklage. Youssef al-Haijib habe eine Regionalbahn Richtung Koblenz bestiegen. Nachdem er den "Bombentrolley" deponiert hatte, habe er den Zug an der Haltestelle Troisdorf verlassen. Jihad Hamad habe einen weiteren "Bombentrolley" in einer Regionalbahn platziert, die nach Dortmund/Hamm unterwegs war. Youssef el-Haijib wurde drei Wochen nach den gescheiterten Anschlägen in Kiel gefasst. Wenige Tage später stellte sich sein Freund Jihad Hamad im Libanon. In einer Vernehmung hatte Hamad eingeräumt: "Wir wollten möglichst viele Menschen in den Zügen töten." Eine Detonation der Sprengsätze hätte zu einer "erheblichen Druckwelle" geführt, betonte die Bundesanwaltschaft. Zusätzliche, Brandbeschleuniger hätten einen "Feuerball" auslösen können.

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