Ex-Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer attackiert Familien des NSU-Terrortrios
04.10.2012 | 19:13 Uhr 2012-10-04T19:13:00+0200
Berlin. Helmut Roewer hat ein Buch über seine Zeit als Chef des Thüringer Verfassungsschutzes geschrieben. Es war die Zeit, als das NSU-Trio untertauchte. Wer hat versagt? Roewer wurde im Jahr 2000 suspendiert, weil er einen bekannten Neonazi als V-Mann geführt hatte.
Der Ex-Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, hat wegen der Neonazi-Mordserie schwere Vorwürfe gegen die Familien des NSU-Terrortrios erhoben und auch die Polizeibehörden wegen Fahndungsmängeln kritisiert.
Die Eltern der Neonazis haben Roewer zufolge dem Verfassungsschutz 1998 bewusst verschwiegen, dass sich die kurz zuvor untergetauchten Terroristen in Chemnitz aufhielten. Das schreibt Roewer in einem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Buch.
„Es fehlten nur Millimeter“
Man sei damals „nur Millimeter davon entfernt“ gewesen, die Untergetauchten aufzuspüren. Mit einem der Väter habe er sich in Jena getroffen und angeboten, bei einer Rückholaktion für das Trio als Vermittler aufzutreten.
Allerdings habe der Vater „die absurde Vorstellung“ gehabt, das wegen Bombenbaus gesuchte Trio könne ohne Strafe davonkommen, was Roewer ablehnte. Der Vater habe dann bestritten, den Aufenthaltsort von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zu kennen. „Heute weiß ich, dass ich belogen wurde“, schreibt Roewer und macht die Eltern indirekt mitverantwortlich für die Mordserie. Sie hätten „ihr Wissen gehütet“.
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Der Verfassungsschutz sei bereits Ende 1997 auf das Terror-Trio aufmerksam geworden, es sei aber schnell klar gewesen, dass die Polizei „abräumen“ müsse.
"Absicht im Spiel"?
Bei einer polizeilichen Durchsuchung setzte sich Böhnhardt dann aber ab, das Trio tauchte unter. Ohne Details zu nennen, zweifelt Roewer, dass es sich um eine Polizeipanne handelte: Es sei fraglich, ob alles mit rechten Dingen abgelaufen sei, „ob nicht nur Dummheit, sondern auch Absicht im Spiel war“.
Gut möglich, dass nichts dran ist an der neuesten Skandalgeschichte rund um das NSU-Terrortrio. Viel mehr als der Hinweis eines Bundesanwalts, der sich zu erinnern meint, vor zehn Jahren einen Namen auf einer Liste gesehen zu haben, liegt bislang nicht vor. Und der Betroffene lässt dementieren.
Roewer selbst war massiv in der Kritik
Auch später seien Fahndungspläne des Verfassungsschutzes verraten und zunichte gemacht worden. Der Versuch, mit geheimdienstlichen Mitteln in die Familien einzudringen, sei in den Wind geschlagen worden.
Der frühere Verfassungsschutz-Chef steht allerdings wegen des Behördenversagens bei der NSU-Mordserie selbst massiv in der Kritik. Roewer wurde im Jahr 2000 suspendiert, weil er einen bekannten Neonazi als V-Mann geführt hatte.

21:21
das Eltern ihr Kinder schützen ist nicht unüblich.
Schlimmer ist das Verfassungsschutz und Polizei einfach völlig versagt haben.
Wahrscheinlicher ist sogar, das Verfassungsschutz und Polizei mit ihrem blinden rechten Auge sowieso nur halbherzig nach den dreien gesucht haben.
Das Nazis bei unseren Sicherheitsbehörden eine Art Welpenschutz geniessen ist nun mal eine der traurigen Tatsachen in dieser unserer Republik.
21:20
Wenn das einer meiner Söhne wäre würde ich den auch,gleichgültig was er getan hat schützen wollen...dazu sind Eltern da.....
Jeder der das nicht versteht oder negiert hat einfach keine Ahnung was es bdeutet Eltern zu sein.....
Dann wünsche ich ihnen nicht, das sie mal mit den Eltern oder Angehörigen der Opfer zusammenkommen...
20:42
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