Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Politik

Ex-Piraten-Geschäfsführerin Weisband rechnet mit Parteiführung ab

10.03.2013 | 09:26 Uhr
Foto: /dapd/Clemens Bilan

Gut ein Jahr nach ihrem Rückzug geht die frühere Piraten-Geschäftsführerin Marina Weisband mit der Führung ihrer Partei hart ins Gericht. Weisband begründete in der Zeitung "Bild am Sonntag" den Absturz der Freibeuter in den Umfragen: "Wir haben uns von der etablierten Politik und den Medien hetzen lassen."

Berlin (dapd). Gut ein Jahr nach ihrem Rückzug geht die frühere Piraten-Geschäftsführerin Marina Weisband mit der Führung ihrer Partei hart ins Gericht. Weisband begründete in der Zeitung "Bild am Sonntag" den Absturz der Freibeuter in den Umfragen: "Wir haben uns von der etablierten Politik und den Medien hetzen lassen. Wenn irgendjemand von uns wissen wollte, wie unsere Position zum Thema Eierstempel ist, dann sind wir in Panik verfallen: Oh Gott, was sagen wir dazu? Über diesem politischen Kleinklein haben wir unsere eigentliche Botschaft, unser Gesellschaftsideal vergessen."

Weisband warf der Parteiführung insbesondere Mutlosigkeit vor: "Nach meinem Eindruck sind wir generell zu vorsichtig geworden. Das fällt mir besonders auf, wenn ich unsere Pressemitteilungen lese - langweiliger Politsprech. Doch bei eigenen Aktionen sind wir nicht laut genug. Und wir machen sie zu selten."

Weisband glaubt nicht, dass mit dem Rücktritt ihres Nachfolgers als Politischem Geschäftsführer, Johannes Ponader, die Probleme der Partei behoben sind: "Statt uns weiter nur um Personalfragen zu drehen, sollten wir uns wieder darauf konzentrieren, wofür wir den ganzen Scheißdreck machen. Dann ist die Personaldebatte ganz schnell zu Ende, aber nicht, wenn einer zurücktritt". Weisband forderte die Parteibasis zu verstärktem Engagement auf: "Jeder Pirat muss seinen Arsch hochkriegen, damit es endlich wieder aufwärts geht."

Nach ihren Vorstellungen soll die politische Führung der Partei an eine "permanente Mitgliederversammlung" im Internet übertragen werden, "um auch zwischen Parteitagen unsere Positionen tagesaktuell bestimmen zu können. Das wäre ein mutiger Schritt in Richtung einer zeitgemäßen Demokratie, den uns andere Parteien nachmachen würden."

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Der Streik der Lokführer erhitzt weiter die Gemüter. Bahn und Gewerkschaft werfen sich gegenseitig verantwortungsloses Verhalten vor. Wie sehen Sie das?

Der Streik der Lokführer erhitzt weiter die Gemüter. Bahn und Gewerkschaft werfen sich gegenseitig verantwortungsloses Verhalten vor. Wie sehen Sie das?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Jüngere Arbeitnehmer fordern so viele Urlaubstage wie Ältere
Urlaub
Sollen ältere Arbeitnehmer mehr Urlaubstage bekommen als jüngere? Sieben Mitarbeiter eines Schuhherstellers aus Rheinland-Pfalz finden: Nein. Sie fordern 36 statt 34 Urlaubstage. Damit hätten sie genauso viele wie ihre über 58-jährigen Kollegen. Jetzt muss das Bundesarbeitsgericht entscheiden.
Hacker stehlen Kundendaten aus Online-Goldshop der AfD
Cyberkriminalität
Zwei Millionen Euro will die AfD mit dem Verkauf von Goldbarren und Münzen im Internet verdienen — aber der "Goldshop" wurde gehackt. Unbekannte lasen Mails mit und zapften Kundendaten ab. Die rechtskonservative Partei vermutet einen politischen Hintergrund.
USA und Türkei unterstützen Kurden in Kobane
Konflikte
Die Kurden im nordsyrischen Kobane erhalten Unterstützung von den USA und der Türkei. US-Transportflugzeuge warfen erstmals Waffen für die Verteidiger der Stadt ab. Und die Türkei gestattet, dass Peschmerga-Soldaten aus dem Nordirak den Kurden im belagerten Kobane zu Hilfe eilen.
SPD-Mitglieder entscheiden über Rot-Rot-Grün in Thüringen
Regierung
Nach der Thüringer SPD-Führung ist nun die Parteibasis am Zug: An heute beginnt eine Mitgliederbefragung über die Vorstandsempfehlung, Deutschlands erste rot-rot-grüne Landesregierung unter Führung der Linken zu bilden.
46 Millionen Euro mehr - NRW schnürt Paket für Flüchtlinge
Flüchtlinge
NRW stockt die Hilfen für die Flüchtlingsarbeit der Kommunen auf. Das kündigte Ministerpräsidentin Kraft nach einem Spitzentreffen am Montagabend in Essen an. Die direkte finanzielle Hilfe für die Unterbringung von Flüchtlingen in Kommunen werde um ein Viertel erhöht - um mehr als 46 Millionen Euro.