Das aktuelle Wetter NRW 3°C
Europäische Union

Europa verbietet den Verkauf von Tierversuchs-Kosmetika

11.03.2013 | 08:44 Uhr
Europa verbietet den Verkauf von Tierversuchs-Kosmetika
Viele Wissenschaftler sind überzeugt von der Notwendigkeit von Tierversuchen. Eine Einschränkung gilt ab jetzt EU-weit für Kosmetika.Foto: Getty

Brüssel.   Wenige Themen erregen so die Gemüter wie Tierversuche. Ab Montag dürfen in der EU keine Kosmetika mehr verkauft werden, die an Tieren erprobt wurden. Doch gänzlich ohne Tierversuche werden auch künftig nicht alle Kosmetika zu haben sein.

Ob Shampoo, Lippenstift oder Körperlotion: Ab diesem Montag dürfen in Europa keine Kosmetika mehr verkauft werden, die an Tieren erprobt wurden. Denn dann tritt ein vollständiges Verkaufsverbot für solche Schönheits- und Pflegemittel in Kraft.

Das Verbot gilt für in Europa hergestellte Mittel genauso wie für Waren aus dem Rest der Welt. Bisher gab es noch Ausnahmen. Bereits 2003 hatten die EU-Staaten und das Europaparlament beschlossen, Tierversuche für die Körperpflege zu stoppen.

Lesen Sie auch:
Sinnlose Tierversuche an der Universität in Düsseldorf?

Grausame Vorgänge in Gebäude 22.22 auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf? Nur wenige Menschen wissen, was in der Tierversuchsanstalt der Uni vor sich geht. Lokale Tierschützer protestieren.

Seit 2004 dürfen fertige Kosmetik-Produkte in Europa nicht mehr an Tieren getestet werden, seit 2009 gilt dies auch für einzelne Inhaltsstoffe. Produkte, deren einzelne Bestandteile an Hamstern und anderen Tieren ausprobiert wurden, dürfen seit März 2009 nicht mehr verkauft werden. Die schrittweise Umstellung sollte der Industrie Zeit geben für die Forschung an tierfreien Testmethoden.

Ganz ohne Tiertests lassen sich Kosmetika trotzdem nicht herstellen

Allerdings gab es bis jetzt Ausnahmen: Der Verkaufsstopp galt nicht für Produkte, die auf besonders komplizierte Nebenwirkungen getestet wurden - etwa darauf, ob Mittel bei längerer Anwendung schädlich wirken, die Fortpflanzung beeinträchtigen können oder die Haut empfindlicher machen.

Vertreter der Kosmetikindustrie halten Begriffe wie tierversuchsfrei weiterhin für irreführend. „Die Sicherheit praktisch aller Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten ... beruht auf Daten, die zuvor an Tieren gewonnen wurden“, erklärte der europäische Dachverband Cosmetics Europe im Dezember. Und der Bundesverband der Tierversuchsgegner teilte mit: „Für Substanzen, die auch in anderen Bereichen wie z.B. der Industrie eingesetzt werden, gilt die Testung nach dem Chemikalienrecht, welches Tierversuche zulässt.“ Gänzlich ohne Tiertests ist Kosmetik auch weiterhin nicht immer zu haben. (dpa)



Kommentare
12.03.2013
01:03
Europa verbietet den Verkauf von Tierversuchs-Kosmetika
von fragender123 | #3

Wir Menschen sind sehr schnell dabei, das Leben von Angehörigen anderer Spezies als minderwärtig im Vergleich zum Menschen zu verurteilen.

Die Wahrheit ist, das alles Leben gleich wertvoll ist. Wenn diese Prestigewissenschaftler etwas testen wollen, dann doch bitteschön an sich selbst. Ich möchte nur zu gerne das dumme Gesicht sehen, wenn man dem Laborleiter und Geschäftsführer solcher Versuchslaboratorien dieselben Elektroden in den Kopf implantieren will wie das sonst bei Tieren getan wird.

Schämen sollten sich Wissenschaftler, die sich so nennen und dabei Leben wie austauschbare Ware behandeln.

Zusammen mit Bankern und Börsenmaklern sind solche Wissenschaftler noch asozialer als alles das bereits am Vormittag bei Lidl besoffen unterm Fahrradständer liegt.

11.03.2013
16:19
Europa verbietet den Verkauf von Tierversuchs-Kosmetika
von zool | #2

und während die liebe EU uns darüber berichtet, wie gut sie doch zu Tieren ist, wird still und heimlich davon abgelenkt, daß morgen am 12.März 2013 über die Abschaffung der Pornografie in allen(!) europäischen Medien beraten wird. Das wäre dann der größte Eingriff in die Freiheitsrechte der EU-Bürger, seit der Nachkriegszeit und gleichzeitig die größte Internetzensur in Europa, seit bestehen des Internets. Liebe Leute, bitte wacht auf, es wird Zeit zu handeln.

1 Antwort
Europa verbietet den Verkauf von Tierversuchs-Kosmetika
von Ergonomy | #2-1

Wird dann ganz schön langweilig,nicht.

11.03.2013
09:26
Keine Tierversuche für Kosmetika
von Klug99 | #1

Ja, ich finde, dass man besser an Menschen testen sollte ;-)

Aus dem Ressort
Schwarz-Rot einigt sich - die Frauenquote kommt ab 2016
Koalitionseinigung
Nach einem Temperatursturz im Gesprächsklima haben Union und SPD zumindest eine Einigung beim Spitzentreffen im Kanzleramt erzielt. Große Unternehmen müssen ab 2016 eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent einhalten. Ob die Harmonie in der Koalition hält, muss sich aber noch zeigen.
"Rechts gegen Rechts" - wie Initiativen Neonazis austricksen
Rechtsextremismus
Wenn Rechtsextreme eine Demo planen, sorgt das meist für Unruhe. Die Initiative "Exit Deutschland" hat in Wunsiedel in Oberfranken aus der Not eine Tugend gemacht, und den Neo-Nazis ein Schnippchen geschlagen. Das Modell macht Schule, und hat mittlerweile einige Nachahmer gefunden.
EU-Bürgschaft soll 315 Milliarden Euro bewegen
EU-Kommission
Mit Milliarden-Euro-Investitionen will der neue EU-Kommissionschef Juncker den Ausbau der Infrastruktur in Europa vorantreiben. Dazu will Juncker an diesem Mittwoch einen Garantiefonds vorstellen - als Anreiz für die Wirtschaft.
Wegen Mindestlohn wird Taxifahren um 25 Prozent teurer
Taxi
Taxifahrer profitieren als eine der ersten Berufsgruppen vom Mindestlohnanstieg auf 8,50 Euro. Das lässt allerdings auch die Preise für die Kunden steigen – durchschnittlich um 25 Prozent. Befürchtet wird der Verlust von Fahrerjobs und das Ausdünnen des Taxiangebotes.
Papst sorgt sich um Europas Seele
EU-Parlament
Bei einer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg hat Papst Franziskus den Abgeordneten am Dienstag ins Gewissen geredet. Mit deutlichen Worten forderte das Oberhaupt der katholischen Kirche, dass Europa "seine gute Seele wiederentdeckt".
Umfrage
Ernährungsberater sagen, im Schulessen sei zu viel Fleisch. Stimmt das?
 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke