Eurokritische Partei AfD gründet sich in Berlin

Der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel (Mitte), beim Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland".
Der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel (Mitte), beim Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland".
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mehr als 1500 Mitglieder der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) sind in Berlin zu einem Gründungskongress zusammengekommen. Die Partei, in der auch viele ehemalige CDU-Anhänger organisiert sind, fordert das Ende des Euro. Sie hält auch eine Rückkehr zur D-Mark für möglich.

Berlin.. Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) ist am Sonntag in Berlin zu ihrem Gründungsparteitag zusammengekommen. Die neue politische Initiative setzt sich für eine Auflösung des Euro-Raumes und mehr Kompetenzen der nationalen Parlamente innerhalb der EU ein. Als aussichtsreicher Kandidat für einen Sprecher-Posten in der Partei gilt der Mitbegründer Bernd Lucke.

Unterstützt wird die Partei vom früheren Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel. Die AfD hat nach eigenen Angaben insgesamt 7500 Mitgliedsanträge vorliegen, zum Gründungsparteitag erwartete sie rund 1500 Teilnehmer.

Genscher: "Europa am Scheideweg"

Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) nahm die Parteigründung zum Anlass für einen Appell zur Bewahrung des Euro. "Europa steht am Scheideweg", schrieb Genscher in einem Beitrag für den "Focus". "Diejenigen, die offen oder versteckt in Deutschland das Ende der Währungsunion betreiben, setzen das große Einigungswerk als Ganzes aufs Spiel." Zu Europa gebe es "keine verantwortbare Alternative". Genscher kritisierte: "Offen oder versteckt wird die historische Errungenschaft der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg in Frage gestellt."

Währung Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) rief seine Partei dazu auf, die neue politische Kraft ernst zu nehmen. "Wir müssen uns das sorgfältig ansehen", sagte Bouffier dem "Spiegel". "Ich kann nur jedem Wähler empfehlen, sich nicht aus Verärgerung über einiges, was ihm in Europa nicht passt, dem wievielten Versuch anzuschließen, eine neue Ein-Themen-Partei zu gründen."