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Euro-Chef droht Griechenland

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Athen/Berlin. Vor der Parlamentswahl in Griechenland zeichnet sich ein immer deutlicherer Sieg des Linksbündnisses Syriza ab. Laut einer Umfrage von gestern liegt die Linkspartei von Alexis Tsipras etwa 6 Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia von Ministerpräsident Antonis Samaras. Offen ist, wie die Euro-Partner auf einen Regierungswechsel reagieren werden. Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem drohte mit einem Ende der finanziellen Unterstützung, sollte sich die künftige Führung in Athen nicht an die Abmachungen mit den Geldgebern halten.

Syriza-Chef Tsipras will im Falle eines Wahlsieges einen Schuldenschnitt mit den internationalen Geldgebern aushandeln. Die Staatsverschuldung Griechenlands beträgt 320 Milliarden Euro, das sind knapp 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Mehrheit der Kredite stammt von Euro-Mitgliedstaaten.

Die Euro-Finanzminister wollen nach der Parlamentswahl über den weiteren Weg des Krisenlandes debattieren. In Athen sprach der scheidende Finanzminister Gikas Hardouvelis mit dem führenden Ökonomen des in allen Umfragen führenden Linksbündnisses, Giannis Dragasakis. Wer Griechenland am Montag bei der Eurogruppe vertreten wird, ist noch unklar.

Euro-Gruppenchef Dijsselbloem macht indes Druck: „Wer Unterstützung braucht, um seine Wirtschaft und seine öffentlichen Ausgaben zu finanzieren, der muss sich auch an Bedingungen halten“, sagte er am Rande des Weltwirtschaftsforum in Davos. Bedingungslose Kredite werde es nicht geben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Florenz: „Wir warten ab, bis die griechischen Bürger frei und unabhängig wählen. Dann werden wir ins Gespräch kommen mit der Regierung, die gewählt ist, wie wir den Weg fortsetzen.“

Besonderheit im Wahlrecht

Bei der gestrigen Meinungsumfrage kam Syriza auf 32,2 Prozent der Stimmen, die Konservativen lagen bei 26 Prozent.

Die stärkste Fraktion profitiert von einer Besonderheit des griechischen Wahlrechts: Ihr werden 50 der 300 Sitze im Parlament zusätzlich zugeschlagen.

Die pro-europäische Partei der politischen Mitte To Potami (Der Fluss) kam mit 6,3 Prozent auf Platz drei. Dicht dahinter lagen die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte mit 6,1 Prozent. Kommunisten und Sozialisten werden um 4 Prozent zugetraut. dpa

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2015-01-24 00:11
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