Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Verbraucherschutz

EU warnt vor Gift-Spielzeug aus China

21.11.2007 | 18:26 Uhr

Verbraucherschützer warnen vor dem Weihnachtsfest vor dem Kauf von gefährlichem Spielzeug: Noch immer sind viele Produkte mit Chemikalien belastet oder haben erhebliche Sicherheitsmängel.

Jetzt prangert die Europäische Union gefährliche China-Spielzeuge an. Seit den spektakulären Rückrufaktionen des US-Spielzeugherstellers Mattel gerät das Land zunehmend ins Visier von Verbraucherschützern.

In einer europaweit angelegten Untersuchung der EU-Verbraucherschutz-Kommission wurden allein seit Juli dieses Jahres 184 gefährliche Spielzeuge ermittelt, die in Millionen Stückzahlen auf den europäischen Binnenmarkt kamen.

EU-Kommissarin Meglena Kuneva wird die Ergebnisse, die der WR vorliegen, an diesem Donnerstag in Brüssel vorstellen. Die Zahlen sind alarmierend. Denn verglichen mit den Vorjahres-Statistiken des Europäischen Schnellwarnsystems für Verbraucherprodukte ist die Zunahme erheblich. Im selben Zeitraum der Jahre 2005 und 2006 kamen nur jeweils 40 gefährliche China-Spielzeuge auf die „schwarze Liste”.

EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva lehnte im WR-Gespräch einen Importstopp für chinesische Spielzeuge ab. Vielmehr lobte sie die Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden. Sie habe sich spürbar verbessert. Klaus Späne vom Verbrauchermagazin „Ökotest” dagegen wirft der Politik vor, „keine wirksamen Schutzmechanismen für den EU-Markt zu entwickeln”.

Der Rückruf von über 30 Millionen Spielzeugen in diesem Jahr droht Chinas Image als Produktionsstandort zu ramponieren. Allein Mattel hat über 18 Millionen Barbie-Puppen, Batman-Figuren und „Polly Pockets" zurückgerufen: wegen giftigen Bleis in Farben und kleinen Magneten. Zuvor war in den USA bekannt geworden, dass Kinder in Notoperationen gerettet werden mussten, auch von einem Todesfall wurde berichtet. Der letzte Fall: Als Kinder bunte Plastikkügelchen des Spiels „Aqua Dots" oder „Bindeez" verschluckten, verloren sie das Bewusstsein.

Gerd Niewerth, Torsten Droop und Barbara Allebrodt

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1631594/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
Streit um Pkw-Mautpläne von Verkehrsminister Ramsauer
Autobahn
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will eine Pkw-Vignette wie in der Schweiz oder Österreich einführen. Die Koalition solll das Thema am 4. Juni diskutieren. Allerdings sperrt sich die FDP bereits gegen das Vorhaben.
Foto 43 Kommentare 43
Vitali Klitschko will Bürgermeister von Kiew werden
Klitschko
Nach 2006 und 2008 will der Boxweltmeister erneut in den politischen Ring steigen - er tritt für seine eigene Partei mit dem schönen Namen "Der Schlag" an.