EU verschärft Kampf gegen Kinderpornografie und Sextourismus
25.03.2009 | 16:35 Uhr 2009-03-25T16:35:00+0100
Brüssel. Seit 2003 hat sich die Zahl kinderpornografischer Webseiten in der EU vervierfacht, der Missbrauch von Kindern im Netz zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Die EU will deshalb jetzt schärfer gegen Gewalt und Pornografie im Netz vorgehen.
Die Bilder werden immer brutaler und die Opfer immer jünger: Seit 2003 hat sich die Zahl kinderpornografischer Webseiten in der EU vervierfacht, der Missbrauch von Kindern im Netz zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Nun will die EU schärfer gegen Gewalt und Pornografie im Netz vorgehen. Schon die Anmache von Kindern in virtuellen Diskussionsforen, das sogenannte Grooming, soll EU-weit unter Strafe gestellt werden ebenso wie das bloße Ansehen von Kinderpornos im Internet. In Deutschland ist das bereits der Fall. Doch weil viele Täter auch im Ausland Geschäfte machen, spricht sich Brüssel für eine europaweite Angleichung der Gesetze aus. Außerdem forderte die EU-Kommission alle Mitgliedstaaten auf, einschlägige Webseiten zu blockieren.
Die Bilder werden immer brutaler und die Opfer immer jünger
„Wenn wir von sexuellem Missbrauch an Kindern und sexueller Ausbeutung sprechen, dann reden wir von schrecklichen Verbrechen an Kindern, die tiefe Narben hinterlassen und lebenslanges Leid verursachen“, sagte EU-Innenkommissar Jacques Barrot gestern in Brüssel. Auch Sextouristen und Menschenhändler will Brüssel härter bestrafen: Wer im Ausland Kinder missbraucht, muss nach der Rückkehr in der gesamten EU mit gerichtlicher Verfolgung rechnen. Die Polizei soll mit Telefonüberwachung und Lauschangriff gegen das Organisierte Verbrechen vorgehen können.
Der neue Vorschlag der EU-Kommission soll ein fünf Jahre altes Gesetz ablösen und wird nun den 27 Mitgliedstaaten zur Diskussion vorgelegt.

17:00
Ich weiß, dass es wegen Überlastung Mode für Journalisten ist, Pressemitteilungen ungeprüft zu übernehmen. Dennoch hätte ich gerne Belege für folgende im Artikel aufgestellten Behauptungen:
Die Bilder werden immer brutaler und die Opfer immer jünger:
Ich vermute, es gibt dazu Statistiken, die das Alter der Kinder, die Art der Mißhandlung und ähnliches festhalten. Bis jetzt ist das für mich eine unbewiesene Behauptung.
Seit 2003 hat sich die Zahl kinderpornografischer Webseiten in der EU vervierfacht,
Recherchieren darf man in dem Bereich ja nicht. Aber mich wundert schon, wie sich die Seiten vervierfachen können, wenn sie nun gerade in der EU nahzu direkt nach der Anzeige gelöscht werden - oh, Verzeihung, ich habe vergessen, dass ein Stoppschild ja viel wirkungsvoller ist, als dem Schmutz zu löschen. Na dann können die Seiten im Schutz der Stoppschilde ja wuchern.
der Missbrauch von Kindern im Netz zu einem Milliardengeschäft entwickelt.
Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine FDP-Anfrage: Die Bundesregierung verfügt über keine datailierte Einschätzung des kommerziellen Marktes für Kinderpornographie in Deutschland. (http://blog.odem.org/2009/06/11/2009-06-11-anfrage-sperren.pdf) - Aber man kann ja mal wieder die Behauptung aufstellen, wenn man es immer wieder wiederholt, dann werden die Leute es auch irgendwann mal glaube. Ceterum censeo...
Es würde nicht schaden, sich zu dem Thema mal bei Fachleuten wie dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Udo Vetters schlau zu machen. (www.lawblog.de).
Ein kleines Zitat:
Tatsächlich gibt es weltweit keine Filmstudios, die für Geld Kinderpornos drehen. Das gesamte neuere kinderpornografische Material besteht aus dem alltäglichen Missbrauch in der Familie, in der Nachbarschaft, in Schulen und in sonstigen privaten Umfeldern. Die Täter dokumentieren den ohnehin stattfindenden Missbrauch. (http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/06/selbsterklarend/)
Sexueller Mißbrauch ist ein schreckliches Verbrechen, keine Frage. Aber trotzdem sollte verständliche moralische Empörung nicht dazu führen, dass das Recherchieren und Denken wegfällt!