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EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab

16.06.2010 | 16:36 Uhr
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab

Straßburg. Der Anteil von Fett, Salz oder Zucker in Tiefkühlpizza, Müsli oder Cornflakes wird auch künftig nicht durch rote, gelbe oder grüne Symbole signalisiert. Das Europaparlament erteilte der von Verbraucherschützern, Ärzteverbänden und Krankenkassen geforderten Ampel-Kennzeichnung eine klare Absage. Auch die Mitgliedsstaaten sollen nicht die Möglichkeit erhalten, eigene Ampel-Lösungen vorzuschlagen.

Die Berichterstatterin Renate Sommer (CDU) begrüßte das Nein zur Ampel-Kennzeichnung nachdrücklich. Lebensmittel könnten nicht einfach in „gute oder schlechte“ eingeteilt werden, dies sei wissenschaftlich nicht fundiert. Zudem würde die Farbkennzeichnung dazu führen, dass etwa Zucker durch Süssstoff oder Salz durch Geschmacksverstärker ersetzt würden, sagte sie. Eigene Ampel-Lösungen der Mitgliedsstaaten wären nicht Binnenmarkt-konform.

Die Hersteller sollen stattdessen künftig verpflichtet werden, auf den Vorderseiten der Verpackungen Angaben zum Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Salz und Zucker zu machen. Außerdem muss der Brennwert der Lebensmittel in Kalorien pro 100 Gramm angegeben werden. Der Verbraucher soll zudem erfahren, welchen Anteil an der so genannten empfohlenen Tagesmenge, etwa an Fett oder Kohlehydraten, er zu sich nimmt.

Das Brot vom Bäcker ist nicht betroffen

Die Neuregelung soll vor allem für vorverpackte Fertigprodukte gelten. Handwerklich hergestellte Erzeugnisse seien nicht betroffen, sagte Sommer. „Für das Brot vom Bäcker und das Fleisch vom Metzger an der Ecke werden die Vorschriften nicht gelten.“

Enttäuscht äußerten sich Vertreter der Linken und Grünen. Damit verzichte die EU auf ein „einfaches und übersichtliches Label“, sagte die deutsche Grüne Rebecca Harms. Die niederländische Linkspolitikerin Kartika Liotard sprach von einem Sieg der europäischen Nahrungsmittel-Lobby. Auch mit der Forderung nach verpflichtenden Angaben über den Brennwert von alkoholischen Getränken konnten sich Grüne und Linke nicht durchsetzen. Dagegen hatten sich vor allem die großen Weinproduzenten unter den EU-Staaten zur Wehr gesetzt.

Industrie befürchtet abschreckende Wirkung der Ampel

Auch die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte das Votum. Die Farb-Kennzeichnung mit Rot, Gelb oder Grün für hohen, mittleren und niedrigen Gehalt an möglicherweise gesundheitsschädlichen Substanzen sei die wirksamste Lösung, Verbraucher zu informieren. In der EU seien 60 Prozent der Erwachsenen und jedes vierte Kind zu dick oder gar fettleibig. Dies koste die Gesundheitssysteme in der EU jährlich an die 150 Millionen Euro.

Die Lebensmittelindustrie in der EU, allen voran multinationale Großkonzerne wie Nestlé, war gegen die geplante Ampel-Kennzeichnung Sturm gelaufen. Die Industrie befürchtete, dass Verbraucher durch rote oder gelbe Signale abgeschreckt werden könnten.

Keine Entscheidung vor 2011

Die Hersteller sollen künftig aber verpflichtet werden, auf so genannte Nano-Teilchen in Fertiglebensmitteln hinzuweisen. Sie müssen auch angeben, ob in einem Produkt ein Imitat wie künstlicher Käse enthalten ist oder ob es sich um zusammengeklebtes Fleisch oder Schinken handelt. Wenn Lebensmittel Glutamat enthalten, muss auf der Verpackung stehen, dass diese Substanz appetitanregend wirkt.

Bis diese Verpflichtungen greifen, wird allerdings noch viel Zeit vergehen: Die Vorlage geht nun an den Ministerrat, der in der Frage gespalten ist. Mit einer gemeinsamen Position der EU-Staaten sei nicht vor Februar 2011 zu rechnen, sagte Sommer. Erst dann kann im Parlament die abschließende Lesung beginnen. Die EU-Volksvertretung hat in der Frage ein Mitentscheidungsrecht. Parlament und Rat müssen sich somit auf einen Kompromiss einigen. (afp)

DerWesten

Kommentare
18.06.2010
22:32
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von dayadonata | #28

und noch ein anderes Beispiel.

Spanisches Obst und Gemüse ist dermaßen in Kritik geraten, dass diverse Lebensmitteldiscounter angeben die Paprika käme aus Holland, und auf der Verpackung ist aber klar zu lesen: Original Spanien.

Hab ich heute entdeckt^^
Ich kaufe beispielsweise gar keine Obst und Gemüse aus Spanien etc. Lieber frisch zu Hause :)) oder zum Bauern nebenan

18.06.2010
22:29
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Name von Moderation entfernt | #27

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18.06.2010
22:29
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von dayadonata | #26

Man muss sich ausreichend über Tage und Wochen informieren und viel recherchieren, um heraus zu finden, WAS das alles überhaupt bedeuted, was auf der Packung steht.
Dann liest man auch mal sowas wie: diese und jene zusätze sind/können krebserregend sein, nierenschäden etc verursachen.

Zum Beispiel GLUTEN (ist grad etwas abweichend vom thema) MUSS nicht gekennzeichnet werden.

Wir werden bewusst in die Irre gefürht und glauben es sei gesund, was wir von der Lebensmittelindustrie aufgetischt bekommen.

Mein eigener Arzt sagte mir auch: Finger weg von dem ganzen zeug!!!

18.06.2010
22:21
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von dayadonata | #25

Ich finde es eine frechheit, dass es den Bürgern wieder *ABSICHTLICH* von der POLITIK schwer gemacht wird.

Die AMPEL wäre PERFEKT gewesen. Man sollte sich vor Augen führen, dass die Lebensmittelindustrie einiges dafür getan und bezahlt hat, um die Ampel NICHT einzuführen.

Das geht so nicht weiter. ****** Politiker. Entschuldigt für diese Audrucksweise, mich macht das Sauer.

Wir sollten mehr für unser Recht kämpfen Leute.
FOODWATCH.de schaut euch mal die seite an. Da bekommt ihr die Wahrheit direkt vor den Augen.

16.06.2010
21:48
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von Kopper | #24

Warum kommt hier immer alles doppelt und dreifach?? Habe den Artikel nur einmal abgeschickt!!

16.06.2010
21:47
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von Kopper | #23

Na ja, hätte mich auch sehr gewundert. Dann hätte die EU ja mal was positives beschlossen. Doch das geht ja garnicht. Was es da wohl wieder an netten Geschenken von den Firmen für die Parlamentarier gibt??

Die Ampel war eine super Idee. Hier hätte jeder sofort auf den ersten Blick erkannt, ob etwas gesund ist, oder nicht. Wer ließt schon das Kleingedruckte auf den Verpackungen. Und genau das ist es auch, warum sich die Firmen so dagegen wehren. Letzendlich soll und kann ja auch jeder selbst entscheiden, was er isst oder nicht. Aber ich möchte auch entscheiden können, ohne erst mit der Lupe das Kleingedruckte zu studieren.

16.06.2010
21:47
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16.06.2010
21:46
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16.06.2010
21:44
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von So geht es nicht | #20

Und wieder ein Kniefall vor der Industrie.

In meinem Freunde- und Bekanntenkreis sagen viele, dass das Lesen des Etikettes viel zu kompliziert sei.

Die Ampel wäre für alle gut verstehbar.

Und jeder weiß, dass in Süßigkeiten viel Zucker ist.

Aber was ist mit dem versteckten Zucker? Wer findet den diese Angaben?

Ich bin Chemielaborantin und finde Sie! Sie auch?

16.06.2010
21:24
EU-Parlament lehnt Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel ab
von glaubenix | #19

Soviel taugt die EU.
Die Leute von Nestle, Unilever usw. haben sich da schön durchgestzt.
Der Bürger hat Zuckerprodukte bis zu abwinken zu fressen.
Sonst haben die Programme der Krankenkassen keine Funktion mehr.
Nur der Profit zählt noch.

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2010-06-16 16:36
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