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Friedensnobelpreis

EU mit Friedensnobelpreis 2012 für Versöhnung und Demokratie ausgezeichnet

12.10.2012 | 10:38 Uhr
EU mit Friedensnobelpreis 2012 für Versöhnung und Demokratie ausgezeichnet
Die Europäische Union wird mit dem Friedensnobelpreis geehrt.Foto: Thinkstock

Oslo.  Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält die Europäische Union (EU). Das teilte das Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo mit. Die Entscheidung für die EU des norwegischen Nobelpreiskomitees sei einstimmig gefallen, berichtete der Sender NRK am Freitag unter Berufung auf vertrauenswürdige Kreise.

Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält die Europäische Union (EU). Die Union und ihre Vorläufer trügen seit mehr als sechs Jahrzehnten zu Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa bei, erklärte das Komitee zur Begründung. Auch wenn die EU derzeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sozialen Unruhen zu kämpfen habe, wolle das Nobelkomitee den Blick auf den wichtigsten Erfolg der Union richten: den erfolgreichen Kampf für den Frieden und die Demokratie, begründete das Norwegische Nobelkomitees in Oslo am Freitag die Entscheidung.

Das "grauenvolle Leiden" des Zweiten Weltkrieges habe gezeigt, dass ein neues Europa benötigt werde, erklärte das Nobelkomitee. Dies habe die europäische Integration geleistet. Die EU wurde schon mehrfach als Kandidatin für die Auszeichnung gehandelt.

Auszeichnung mit Friedensnobelpreis ein wichtiges Zeichen für EU

Norwegens öffentlicher Rundfunksender NRK hatte am Vorabend der Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers vier Favoriten für die Auszeichnung genannt. Der weißrussische Menschenrechtsaktivist Ales Beliatski, die russische Menschenrechtsaktivistin Ljudmila Alexejewa und der mexikanische Bischof José Raúl Vera López gehörten zum engsten Kreis, berichtete der häufig gut informierte Sender am Donnerstag. Als weiterer heißer Kandidat galt da auch schon die Europäische Union.

Die europäische Integration gilt als Musterbeispiel der friedlichen Zusammenarbeit von Staaten. In der aktuellen Eurokrise ist die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis ein wichtiges Zeichen für die EU . Überreicht wird der Preis am 10. Dezember, dem Todestag von Stifter Alfred Nobel.

Stimmen zur Verleihung des Nobelpreises

„Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen, ist eine der klügsten Entscheidungen seit Jahren", so der Vorsitzende der NRW-CDU Armin Laschet in einer Pressemitteilung. "Nirgendwo auf der Welt sind jahrhundertealte Feindschaften mit Millionen Toten in eine Friedens- und Freiheitsgemeinschaft verwandelt worden. Und nach 1989 ist auch die Überwindung der starren Frontenstellung zwischen West und Ost durch die Osterweiterung gelungen", heißt es weiter.

Die CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok hält den Friedensnobelpreis für die EU für eine "lange verdiente Auszeichnung". "Die EU hat Krieg in Europa unmöglich gemacht", sagte er im Interview der Nachrichtenagentur dapd. Der Preis sei gerade in der schweren Zeit "ein wichtiges Zeichen der Ermutigung, dass wir die Finanzkrise bewältigen". Der Außenpolitiker hält die Anerkennung für mehr als gerechtfertigt. "Sie zeigt die bedeutende Rolle, die die EU für den Zusammenhalt und für den Frieden in Europa und der Welt hat".

"Große Ermutigung" für Europäer

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union (EU) ist nach den Worten des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröders (SPD) "eine große Ermutigung" für die Europäer. "Für das Zusammenwachsen Europas kommt sie zum richtigen Zeitpunkt und stärkt die Kräfte, die sich für eine weitere Integration der Europäischen Union einsetzen", sagte Schröder am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie ist eine deutliche Absage an Nationalismus und Kleinstaaterei."

Alle Entscheidungsebenen der Europäischen Union müssten diese höchste Auszeichnung als Ansporn nehmen, den Weg zu einer verstärkten Integration mit aller Kraft fortzusetzen. Nur so könne die Europäische Union als eine sozial, wirtschaftlich, kulturell und politisch erfolgreiche Gemeinschaft Vorbild für andere Regionen sein. Zuvor hatte das Nobelpreiskomitee die Vergabe des Preises an die EU mitgeteilt.

Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, hat den Friedensnobelpreis für die Europäische Union als "große Ehre für die gesamte EU" bezeichnet. "Es ist eine große Ehre für die gesamte EU, alle 500 Millionen Bürger, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet zu werden", erklärte Barroso am Freitag über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter.

Guido Westerwelle, Bundesaußenminister: "Das ist eine großartige Entscheidung, die mich stolz und glücklich macht. Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte. Aus den Trümmern von zwei schrecklichen Weltkriegen sind Frieden und Freiheit gewachsen, aus Erbfeinden sind gute Freunde und untrennbare Partner geworden."

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Kommentare
13.10.2012
19:14
EU mit Friedensnobelpreis 2012 für Versöhnung und Demokratie ausgezeichnet
von michalek | #20

Das die EU, in der die Bürger mit Gewalt und unsolidarisch protestieren, den Friedensnobelpreis bekommt ist ein Witz. Salafisten mit Pass eines EU...
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http://www.derwesten.de/politik/eu-mit-friedensnobelpreis-2012-fuer-versoehnung-und-demokratie-ausgezeichnet-id7187323.html
2012-10-12 10:38
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