Ethikkommission für PID-Diagnostik nimmt Arbeit auf

Für viele ist die Präimplantationsdiagnostik der einzige sichere Weg zum Familienglück.
Für viele ist die Präimplantationsdiagnostik der einzige sichere Weg zum Familienglück.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Wann sollen durch künstliche Befruchtung gezeugte Embryonen auf Erbschäden untersucht werden dürfen? Solchen Fragen nimmt sich die neue Ethikkommission mit Sitz in Stuttgart an.

Stuttgart.. Eine länderübergreifende Ethikkommission mit Sitz in Stuttgart entscheidet künftig, in welchen Fällen durch künstliche Befruchtung gezeugte Embryonen auf Erbschäden untersucht werden dürfen. Die bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg angesiedelte Kommission komme am Mittwoch zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen, teilte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) mit.

Pränataldiagnostik Das Gremium sei für den Südwesten, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und das Saarland zuständig. Es müsse Anträge auf Zulassung von Präimplantationsdiagnostik (PID) bewerten. Bundesweit gibt es nur fünf entsprechende Kommissionen.

Anwendung nur bei schweren Krankheiten

Der Chef der Landesärztekammer, Ulrich Clever, erklärte: "Die PID wird ausschließlich zur Vermeidung von schweren Erbkrankheiten, Tot- oder Fehlgeburten zur Anwendung kommen." Laut Verordnung des Bundes darf die Diagnostik nur in speziellen Zentren vorgenommen werden. Im Südwesten sind solche in Heidelberg und Freiburg angesiedelt. Vor dem Eingriff muss die Ethikkommission dem Antrag darauf zustimmen. (dpa)