Es knirscht im Gebälk der Ämter

Überlastete Polizeistationen, geschlossene Bürgerbüros, unterbesetzte Sozialbehörden und jetzt Bauämter, die vor der Flut von Bauanträgen kapitulieren: Die Personalnot in weiten Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge nimmt immer bedenklichere Züge an. Es knirscht im Gebälk von Ämtern und Behörden, von Krankenhäusern und Feuerwachen. Und es verfestigt sich der Eindruck, als hätten einige in Politik und Gesellschaft bei ihren immer neuen Forderungen nach effizienterer Verwaltung den Bogen überspannt. Der Stau im Bauwesen ist jedenfalls nur ein weiterer Mosaikstein in dem Bild, das der von jahrelangen Spardebatten geprägte und streckenweise zermürbte öffentliche Dienst zur Zeit abgibt.

Der schlanke Staat war einmal eine Forderung aus neoliberaler Ecke. Auch bei vielen Bürgern kam in Mode, über angeblich träge und kostenintensive Behörden abzulästern. Nicht immer zu Unrecht. Dennoch geht die Rechnung so: Mit immer weniger Personal lassen sich selbst bei bestem Willen nicht immer neue Aufgaben bewältigen.