Es ist Herbst

Auf der Fensterbank neben meinem Schreibtisch steht eine Figur: ein Mann, etwa 25 Zentimeter groß. Das Männchen trägt ein gelbes Hemd. „09“ steht als Rückennummer auf dem Hemd – und „Dortmund“. Diese Kombination macht das Hemd zum Trikot – zu dem meines Lieblingsvereins. Über dem Kopf hält die Figur weit gespannt zwischen den Armen einen schwarz-gelben Fan-Schal.

Den Sommer über hat der Fan seine Arme mit dem Schal aufgeregt hin- und hergeschwenkt; schon morgens, wenn ich ins Büro kam und noch abends, wenn ich ging. Denn der kleine Fan hatte einen Solar-Antrieb.

Doch nun, da die Tage deutlich kürzer werden, und die Sonne nur noch sparsam scheint, bewegt sich der kleine Fan kaum noch. Nur manchmal zucken die Arme mit dem Schal ein wenig. Die Kraft, so scheint es, hat den Mann in schwarz-gelb verlassen. Er wirkt traurig.

Wie sehr ich mich in den kleinen Fan hineinfühlen kann – ich, der ich antriebslos dem langen dunklen Herbst entgegensehe. Dies: ein letztes Winken.