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Amoklauf

Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“

17.12.2012 | 06:36 Uhr
Trauer um die Opfer des Amoklaufs in Newtown.Foto: afp

Newtown.   Nach dem Amoklauf in Newtown kündigt US-Präsident Barack Obama so klar wie nie zuvor Gegenmaßnahmen an. In einer bewegenden Rede sorgte er mit einer Anekdote für Zuversicht: Ein Erstklässler, sagt er, hat auf dem Siedepunkt des Massakers seine Klasse mit den Worten beruhigt – „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“.

Niedergeschlagen sieht er aus. Schmal und blass das Gesicht, die Haare grauer als sonst. Kein Strahlen mehr in den Augen. Nur Fragezeichen, Ohnmacht und Zorn. Man sieht Barack Obama die gewaltige Last an, als er am Sonntagabend mit langsamen Schritten und gesenktem Blick auf die Bühne der Aula der städtischen Highschool in Newtown steigt. Wieder muss Amerikas Präsident in eine Rolle schlüpfen, um die ihn selbst seine Feinde nicht beneiden.

Amoklauf
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Zwölf Mädchen und acht Jungen starben beim Amoklauf von Newtown, alle gerade erst sechs und sieben Jahre alt. Zwei Tage nach dem Schulmassaker mit 27 Toten stehen die USA unter Schock. Der Vater eines Opfers rührt mit einer Ansprache zu Tränen. Präsident Obama reist am Sonntag nach Newtown.

Obama ist Oberkommandierender der Streitkräfte. Aber er ist auch „Comforter in Chief“, oberster Trostspender der Nation. 2009 richtete er die Menschen in Texas, Fort Hood, auf, wo ein Geistesgestörter auf einer Army-Basis 13 Menschen tötete. Zwei Jahre später, diesmal sechs Tote, war Obamas Trost in Tucson/Arizona gefragt. Im Frühjahr 2012 dann Aurora, Colorado, wo James Holmes eine „Batman“-Premiere zur Kino-Hölle machte: zwölf Tote.

In Newtown galt schon die Beschädigung eines Briefkastens als Verbrechen

Gestern Abend der bisher schwierigste Auftrag. Newtown, Connecticut, ein Städtchen, das über Jahre so friedlich und verschlafen war, dass schon die Sachbeschädigung eines Briefkastens als Verbrechen galt. Aus heiterem Himmel dann plötzlich 26 Tote, darunter 20 Kinder. Erschossen von einem zu lange mit sich allein gelassenen Geisteskranken, der sich am Ende selber richtete .

Trauer in Newtown

Bevor Obama hinter das kleine Stehpult mit dem Präsidentensiegel tritt, vor dem 26 Kerzen in Erinnerung an die Opfer stehen, hat er sich abseits der Fernsehkameras Zeit genommen für jene, denen die Schüsse aus dem teuflischen Schnellfeuergewehr vom Typ AR-15 von Adam Lanza alles genommen haben. Er hat geschwiegen und zugehört und getröstet und geweint. Nicht als Präsident, als zweifacher Vater und Ehemann. Jetzt aber, es ist 20.30 Uhr, schaut die ganze Nation live zu. Sie will sich aufrichten an einem, der selber Halt sucht im Angesicht einer Monstrosität, für die das passende Attribut wohl nie gefunden wird.

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Kommentare
17.12.2012
23:39
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Name von Moderation entfernt | #23

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17.12.2012
20:42
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von feierabend | #22

Es sind die Kinder der KOngressabgeordneten, der Banken, die Kinder der Stars, der Reichen und Schönen, die Kinder der der Schwarzen, die Kinder der revolutionären Völker in Arabien, die Kinder im aidsverseuchten Afrika, die Straßenkinder Brasiliens die in den Schulen in Amerika und Deutschland ermordet worden. Egal welcher Vater oder Mutter sich erlaubt sich in Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit zu üben - es sind auch ihre Kinder die in Schulen starben. Wer kann hier und dort schon mit Sicherheit sagen das sein Kind sicher ist? Diese verrückte Sekte aus Amerika? Sind dort die Kinder wirklich sicher? Was machen und haben die was normale öffentliche Schulen nicht haben? Oder sind es doch die Reichen die die Armen gegeneinander aufhetzen und sie als Sündenbock für ihren Bockmist benutzen? Wäre nicht das erste Mal!

17.12.2012
20:37
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von feierabend | #21

Geistesgestörter? War Hitler auch ein "Geistesgestörter"? Nein, so einfach sind tötende Menschen nicht, es sind nie nur einfach geistesgestörte. Alle, ausnahmslos alle haben eine Biographie, eine Vergangenheit, ein Elternhaus - auch wenn es bedeutet, das sie keins haben. Was meinen Sie mit "Geistesgestört"? MR.HAupt.... Sie machen es sich einfach zu einfach! Und die meisten der Leser vermutlich auch. Und dürfen wir nicht dankbar dafür sein dass unsere Kinder in Schulen gehen können wo Lehrer zur Selbstverteidigung eben keine Waffen tragen dürfen? Waffentragende Amis sind genauso unzivilisiert wie meinetwegen Völker wie Afghanistan, Iran, Syrien oder Jemen. Jeder kann drauflosballern wie es ihm passt - hauptsache das Argument ist und die Hautfarbe stimmt. Das ist die Quittung! Dieses Massacker und all die anderen. Wie lange werden unsere Kinder noch in Schulen ermordet mit dem scheinheiligem Argument das Waffengewalt uns vor uns schützen soll?

17.12.2012
19:47
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von jabba | #20

Michael Moore hat in "Bowling for Columbine" bereits mehrere mögliche Faktoren für die exorbitant hohe Zahl an erschossenen Menschen in Amerika untersucht.
Heraus kam, dass es eben nicht an der gewalttätigen Vergangenheit oder der hohen Anzahl legaler Schusswaffen liegt. Deutschland hat z.B. eine deutlich gewalttätigere Vergangenheit aufzuweisen und in Kanada gibt es pro Kopf sogar mehr legale Waffen als in den USA. Sondern es ist die allgemeine Stimmung von Angst und Bedrohung, die in Amerika zu diesen Ergebnissen führt. Insofern hat Morgan Freeman natürlich abslout recht.

17.12.2012
19:11
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von Faltengesicht | #19

Schnappatmung....
Da stellt sich doch tatsächlich ein Republikanischer Senator hin und behauptet allen ernstens,"wir brauchen keine restretiven Gestze gegen Waffenbesitz."Es täte im sehr leid ,aber wenn die Schuldirektorin ein Sturmgewehr gehabt hätte,wäre es gar nicht erst zum Massaker gekommen.
Das kann man leider in keiner Form mehr kommentieren. Das ist Perversion pur..

17.12.2012
18:36
@fatih | #15
von vaikl2 | #18

Es gibt keine *legalen*, bewaffneten Bürgermilizen mehr in den USA. Insofern ist Ihr zweiter Verfassungszusatz heute bedeutungslos, u.A. auch weil man gegen ihn eigentlich gar nicht mehr verstoßen *kann*. Dass es Waffenlobbyisten gibt, die trotzdem daraus eine Art "Recht" für Privatbürger ableiten wollen, macht ihn nicht zu einem Grundrecht.

Schauen Sie sich übrigens mal nur die reine Anzahl von US-Verfassungszusätzen an (die übrigens auch Änderungen und Löschungen alter Zusätze beinhalten). Die Amis sind gegenüber uns Deutschen viel "änderungs-mutiger".

17.12.2012
17:35
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Name von Moderation entfernt | #17

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17.12.2012
16:53
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von Dr.Seltsam | #16

Es kann doch aber nicht nur an der Verfügbarkeit der Waffen liegen.
In vielen Ländern ist Waffenbesitz nichts ungewöhnliches, dennoch scheinen die Menschen in den USA häufiger auf ihre Mitmenschen zu schießen, als Kanadier z.B.

In einer Reportage zu diesem Thema, dem Vergleich Kanada und USA, hat man die Medien als möglichen Grund ausgemacht.
US-Nachrichtensendungen verbreiten Angst, Schrecken und Vorurteile.
Ich kann es nicht beurteilen, ich war noch nicht da.

Bei diesem aktuellen Fall ärgert es mich aber wieder, dass der Täter mit Namen und Bild veröffentlicht wird. In den nächsten tagen wird man jede Kleinigkeit über den Täter erfahren.
Wer einen spektakulären Selbstmord plant und Posthum berühmt sein möchte, dem wird durch die Medien gezeigt, wie es geht.

Ich würde mir hier eine Selbstbeschränkung der Medien wünschen. Keine Namen, keine Fotos und den Fokus der Berichterstattung auf Tat und Opfer legen.


17.12.2012
16:22
Beinahe 90 Prozent der Amerikaner tragen Schusswaffen....
von fatih | #15

und machen somit von ihrem Grundrecht Gebrauch. Sie gehen sorgfältig damit um, es kommt zu keinen Ereignissen.

Wenn einige, wenige Amerikaner das Grundrecht Waffen zu tragen, mißbrauchen, darf dann der Staat 90 Prozent der Amerikaner das Grudnrecht, Waffen zu tragen, beschneiden?

Ich denke: Nein!

1 Antwort
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von lespaul123 | #15-1

Der 2te Zusatzartikel auf den sich gerne berufen wird ist keinesfalls ein Grundrecht !
90% der Amerikaner tragen Schusswaffen ? Das würde ich als gelinde gesagt völlig übertrieben ansehen denn mindestens die Hälfte, wenn nicht noch viel mehr, sind für ein Waffenverbot ! Das scheitert immer wieder an der außergewöhnlich starken Lobby der NRA. Leider !

17.12.2012
16:14
Erstklässler beruhigt Klasse - „Ich kann Karate, ich führe uns hier heraus“
von RennYuppieRenn | #14

Ich gehe hier vollkommen konform mit der Meinung der NRA. Wenn jeder eine Waffe trüge wären nicht so viele Menschen gestorben. Jetzt die Frage an Eltern und Verantwortlichen: Warum trugen die Kinder keine Waffen?

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