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Erste öffentliche Erklärung Assanges seit Asylzusage erwartet

19.08.2012 | 07:11 Uhr

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich am (heutigen) Sonntag erstmals seit der Asylzusage Ecuadors öffentlich äußern. Nähere Einzelheiten zu der geplanten Erklärung wollten Sprecher der Enthüllungsplattform nicht nennen. Die Organisation erklärte aber, Assange plane, sich vor der ecuadorianischen Botschaft in London zu äußern.

London (dapd). Der Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich am (heutigen) Sonntag erstmals seit der Asylzusage Ecuadors öffentlich äußern. Nähere Einzelheiten zu der geplanten Erklärung wollten Sprecher der Enthüllungsplattform nicht nennen. Die Organisation erklärte aber, Assange plane, sich vor der ecuadorianischen Botschaft in London zu äußern. In diesem Fall droht dem 41-Jährigen die Festnahme durch die britische Polizei. Deshalb wurde spekuliert, dass sich Assange von einem Fenster oder Balkon des Gebäudes aus an die Öffentlichkeit wenden könnte.

Assange hält sich seit dem 19. Juni in der Botschaft auf, um sich einer Auslieferung nach Schweden zu entziehen, wo er zu Vorwürfen sexueller Übergriffe befragt werden soll. Großbritannien lehnt aber freies Geleit nach Ecuador ab, das Assange am Donnerstag Asyl gewährte. Die diplomatische Krise beschäftigt am (heutigen) Sonntag auch die Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR). Die zwölf Mitglieder kommen im ecuadorianischen Guyaquil zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen.

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa distanzierte sich vorsichtig vom Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, verteidigte aber zugleich die Asylzusage. Er stimme mit Assange nicht in allem überein, und es sei möglich, dass der Australier Vergehen begangen habe, sagte Correa am Freitag in einem Radiointerview. Assanges Asylantrag sei jedoch stattgegeben worden, weil Schweden nicht versichert habe, von einer Auslieferung des 41-Jährigen in die USA abzusehen. Er fürchte, dass Assange dort die Todesstrafe drohen könnte, erklärte Correa.

Assanges Rechtsmittel gegen eine Auslieferung an Schweden sind ausgeschöpft. Er befürchtet, Schweden könnte ihn in die USA abschieben. Assange zog 2010 den Zorn der US-Regierung auf sich, als Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan sowie vertrauliche Diplomatendepeschen veröffentlichte.

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