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Erneute Kandidatur Montis laut italienischen Medien unwahrscheinlich

23.12.2012 | 06:30 Uhr
Foto: /AP/Gregorio Borgia

Nach seinem Rücktritt als italienischer Ministerpräsident will Mario Monti laut Medienberichten bei Neuwahlen nicht wieder kandidieren. "Monti tendiert zu einem 'Nein'", titelte die in Turin erscheinende Zeitung "La Stampa" am Sonntag. Der "Corriere della Sera" schrieb: "Monti will nicht antreten". Seine endgültige Entscheidung will er am (heutigen) Sonntag bekannt geben.

Rom (dapd). Nach seinem Rücktritt als italienischer Ministerpräsident will Mario Monti laut Medienberichten bei Neuwahlen nicht wieder kandidieren. "Monti tendiert zu einem 'Nein'", titelte die in Turin erscheinende Zeitung "La Stampa" am Sonntag. Der "Corriere della Sera" schrieb: "Monti will nicht antreten". Seine endgültige Entscheidung will er am (heutigen) Sonntag bekannt geben.

Umfragen zufolge könnte eine von Monti geführte Partei bei den Wahlen auf etwa 15 Prozent kommen. Die Zeichen deuteten darauf hin, dass der 69-Jährige auf eine Kandidatur verzichten würde. Auch, dass er seinen Namen für eine Partei aus der politischen Mitte hergeben würde, galt als unwahrscheinlich.

Monti war am Freitagabend als Ministerpräsident zurückgetreten, nachdem die Partei des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi seiner Regierung die Unterstützung entzogen hatte. Der Vorwurf: Die Arbeit der Regierung sei zu sehr auf Deutschland ausgerichtet. Damit fehlte Monti allerdings die notwendige Mehrheit für seine Reformpolitik. Seit seinem Amtsantritt im November 2011 hatte seine Technokraten-Regierung versucht, Italien mit einem Maßnahmenpaket aus Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen aus der Schuldenspirale zu reißen.

Staatspräsident Giorgio Napolitano löste derweil das Parlament auf und machte damit den Weg für Neuwahlen frei. Napolitano unterzeichnete den entsprechenden Erlass am Samstagabend nach Beratungen mit Parteispitzen des Landes. Der Staatspräsident rief vor Journalisten zu einem "maßvollen und konstruktiven Wahlkampf" auf. Medienberichten zufolge soll die Parlamentswahl am 24. Februar stattfinden. Napolitano wollte dies zunächst nicht bestätigen. Monti soll vorerst als Vorsitzender einer Übergangsregierung an Bord bleiben.

In der jüngsten Zeit hatten vor allem italienische Parteien der politischen Mitte ihr Buhlen um den "Professore" verstärkt. Erst am Freitag rief ihn auch der Fraktionschef von Berlusconis konservativer Partei PdL (Volk der Freiheit) erneut dazu auf, sich mit Berlusconi zu verbünden. Der 76-jährige Medienmogul hatte erst in den vergangenen Wochen in Europa Schrecken mit der Ankündigung ausgelöst, wieder antreten zu wollen.

Später hatte Berlusconi erklärt, dass er auf seine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten zugunsten von Monti verzichten würde, sollte sich dieser auf die Seite der PdL schlagen und an die Spitze eines Mitte-Rechts-Bündnisses stellen. Monti lehnte dies jedoch ab.

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