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Wahlen

Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch

31.08.2009 | 07:04 Uhr

Berlin. Die Nachwahlbefragungen zum Ausgang der Abstimmung in Thüringen, Sachsen und im Saarland sind offenbar im Internet vorab veröffentlicht worden. Die Zahlen dieser "Exit-Polls" sollen jedoch am Wahltag geheim beiben, um den Ausgang nicht zu beeinflussen. Nun drohen harte Strafen.

Prognosen zum Ausgang der Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und im Saarland sind offenbar bereits vor Schließung der Wahllokale im Internet verbreitet worden. Nach einem Bericht von «Spiegel Online» stellten zwei Nutzer des Internet-Dienstes Twitter am Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr entsprechende Zahlen ins Netz. Der stellvertretende Landeswahlleiter von Sachsen, Uwe Reimund Korzen-Krüger, bezeichnete dies als «sehr problematisch». Rechtliche Schritte würden geprüft, «wenn sich herausstellt, dass Ergebnisse vor 18.00 Uhr veröffentlicht wurden, die nicht nur auf Hörensagen, sondern auf Umfrageergebnissen nach der Stimmabgabe beruhen».

Strafe von 50.000 Euro droht

Die Veröffentlichung von Nachwahlbefragungen, so genannte «Exit-Polls», ist in Deutschland am Tag der Stimmabgabe verboten. Damit soll verhindert werden, dass eine laufende Wahl beeinflusst wird. Verstöße dagegen gelten als Ordnungswidrigkeit und können laut «Spiegel Online» mit einer Strafe bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Allerdings kennen sowohl Politiker als auch einige Journalisten die Zahlen vorab und nutzen diese, um etwa Interviews zum Wahlausgang vorzubereiten.

Bereits bei der Wiederwahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten waren Abstimmungsergebnisse vorab über Twitter verbreitet worden. Bundeswahlleiter Roderich Egeler warnte deswegen bereits vor einer Katastrophe bei der Bundestagswahl: «Es wäre der GAU (größter anzunehmender Unfall), wenn die Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale öffentlich bekannt würden.» In diesem Fall ebenso wie bei den Landtagswahlen könnten die Wahlen nachträglich angefochten und für ungültig erklärt werden. (afp)

DerWesten

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Kommentare
31.08.2009
07:28
Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch
von B. Schmitz | #6

@5
Stimme ich zu.

31.08.2009
02:23
Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch
von der_Manni | #5

Nicht umsonst schickt die OSZE Wahlbeobachter nach Deutschland. Scheint auch von Nöten zu sein. Deutschland 2009 - ganz offiziell Status einer Bananenrepublik.

30.08.2009
23:26
Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch
von Baer | #4

Es laufen 4 Menschen los. Alle wählen die großen Volksparteien SPD, CDU, FDP, GRÜNE. Nein, es laufen fünf los, Wer soll sonst die LINKE unterstützen?

Was ändert sich am Wahlergebnis? Nichts. Nicht mal die Wahlbeteiligung, da diese nur auf zwei Stellen hinter dem Komma angegeben wird, und das von mir geschilderte illusorische Szenario sich irgendwo jenseits der ppm (parts per million[10^(-6)]-Abgrenzung stattfindet.

30.08.2009
23:18
Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch
von Baer | #3

Sollten bei einer Wahlbeteiligung von geschätzten 55% wirklich Ergebnisprognosen zugunsten irgendeiner Partei eine Bewegung bei den Nicht-Wählhern verursachen/verfälschen, so kann ich heute ein Erdbeben durch Verschiebung der Eurasischen Kontinentalplatten für den 27. November 2010, 14:45, Stärke 9 auf der nach oben offenenen Richterskala voraussagen.

Was ich hiermit mache.

30.08.2009
22:47
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.08.2009
21:32
Ergebnisse sickerten offenbar über Twitter durch
von chris | #1

Mit der Vorratsdatenspeicherung kann man das doch sicher herausfinden Herr Schäuble, oder nicht?

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