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Staatsbesuch

Erdogan fordert mehr Unterstützung von Europa

31.10.2012 | 18:43 Uhr
Erdogan beklagte, dass sich kein anderes Land von Europa so schlecht habe behandeln lassen müssen wie die Türkei.Foto: Adam Berry/getty

Berlin.   Türkischer Ministerpräsident zur Eröffnung der neuen Botschaft in Berlin. Von der Bundesregierung erwartet er die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für türkisch-stämmige Deutsche

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einem Besuch in Berlin mehr deutsche Unterstützung im Kampf gegen die kurdische PKK gefordert. Zudem erwartet er die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für Deutsche mit türkischen Wurzeln sowie einen Neuanfang bei den Beitrittsverhandlungen mit der EU.

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Berlin, 31.10.12: Draußen protestierten rund 2.500 Demonstranten gegen Menschenrechts-Verletzungen in der Türkei, im Kanzleramt empfing Angela Merkel den türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan und versprach Fortschritte in Sachen EU-Beitritt.

Deutschland und die Türkei müssten noch enger und erfolgreicher zusammenarbeiten, sagte Erdogan gestern nach einer Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Anlass seines Besuches war die Eröffnung der neuen türkischen Botschaft in Berlin, die der Ministerpräsident am Dienstagabend im Beisein von Außenminister Guido Westerwelle einweihte. Sie gilt als die weltweit größte Auslandsvertretung der Türkei.

Meldung vom 22.11.11
Erdogan wirft deutschen Behörden Komplott gegen Türken vor

Der türkische Ministerpräsident mutmaßt, dass hinter dem braunen Terror möglicherweise auch staatliche Stellen stecken. Bei der Aufarbeitung der rechten Morde solle sich Deutschland ein Beispiel an der Türkei nehmen.

„Wir fühlen uns für die Sicherheit der Türkei verantwortlich“

In Mittelpunkt der Unterredung mit Merkel stand der Bürgerkrieg in Syrien, der die Türkei direkt in Mitleidenschaft zieht. Sein Land habe bislang 105.000 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, berichtete Erdogan. Weitere rund 200.000 seien in Jordanien und im Libanon gestrandet, in Syrien selbst 2,5 Millionen aus ihren Häusern vertrieben. „Wir brauchen Beistand“, appellierte er an die Europäer. Der Türkei wäre es am liebsten, wenn diese sich zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge bereit erklärten. Bislang beharrt die Bundesregierung jedoch darauf, dass den Betroffenen am ehesten vor Ort zu helfen sei.

Türkei
Proteste bei Berlin-Besuch von Ministerpräsident Erdogan

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan trifft am Mittwochabend Angela Merkel. Dabei soll über die Kurden in Deutschland und einen EU-Beitritt der Türkei gesprochen werden. In Berlin demonstrieren derzeit rund 2.500 Menschen gegen die antidemokratische Politik Erdogans.

„Wir fühlen uns für die Sicherheit der Türkei verantwortlich“, betonte die Kanzlerin. Ausdrücklich bedankte sie sich für die „große Besonnenheit“, mit der die türkische Regierung auf die blutigen Zwischenfälle an der Grenze zu Syrien reagiert habe. Deutschland werde auch „überall dort hilfreich sein, wo es um terroristische Aktivitäten geht“, versicherte Merkel. Im Kampf gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK sei die Bundesregierung bereit, sich mit der Türkei noch enger abzustimmen, etwa durch häufigere Treffen der Innen-Staatssekretäre beider Seiten.

Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei würden von europäischer Seite „ehrlich geführt“, hob Merkel hervor: „Deutschland steht zu diesem Prozess.“ Erdogan beklagte, dass sich kein anderes Land von Europa so schlecht habe behandeln lassen müssen wie die Türkei.

Winfried Dolderer


Kommentare
31.10.2012
20:57
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31.10.2012
20:42
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31.10.2012
20:39
Erdogan fordert mehr Unterstützung von Europa
von Formeleins | #4

Von der Bundesregierung erwartet er die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für türkisch-stämmige Deutsche, damit Deutschland schneller übernommen werden kann.
Ironie off

31.10.2012
19:59
Erdogan fordert mehr Unterstützung von Europa
von Boisfeuras | #3

"Von der Bundesregierung erwartet er die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für türkisch-stämmige Deutsche" - für Deutsche muss die Bundesregierung die Staatsbürgerschaft wohl nicht mehr regeln, da ist wohl er die türkische Regierung gefragt.

31.10.2012
19:54
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31.10.2012
19:48
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