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Euro-Krise

Zypern lehnt Rettungspaket ab und hofft auf russisches Geld

20.03.2013 | 08:59 Uhr
Zypern lehnt Rettungspaket ab und hofft auf russisches Geld
Die Bankenkrise auf Zypern droht das Land in die Pleite zu reiten. Das Parlament in Nikosia hat das von der EU geschnürte Rettungspaket am Dienstagabend abgelehnt. Vor dem Parlament kam es zu Protesten: "Wir werden nicht die Sklaven des 21. Jahrhunderts werden."Foto: rtr

Nikosia.   Zypern setzt nach der Ablehnung des Hilfspakets von EU, EZB und IWF auf Hilfen aus Russland. Er hoffe, dass noch am Mittwoch eine Vereinbarung über einen Kredit aus Russland getroffen werden könnte, sagte Zyperns Finanzminister Michael Sarris. Dem Land droht sonst womöglich ab Mai die Pleite.

Die kleine Inselrepublik Zypern steuert auf den finanziellen Untergang zu. Das Parlament in Nikosia brachte am Dienstagabend die geplante und hoch umstrittene Zwangsabgabe auf Bankguthaben zu Fall. Kein einziger Abgeordneter stimmte für die Einmalmaßnahme, die Voraussetzung für das am Wochenende geschnürte internationale Hilfspaket der Europartner ist. Auf der verzweifelten Suche nach anderen Geldquellen war der zyprische Finanzminister Michalis Sarris am Abend nach Moskau geflogen, wie das staatliche zyprische Radio berichtete.

Nach der Ablehnung der von der Eurozone ausgehandelten Finanzhilfen setzt das hochverschuldete Land nun verstärkt auf Unterstützung aus Russland. Zyperns Finanzminister Michalis Sarris hielt sich am Mittwoch zu Gesprächen in Moskau auf, wo er am Vormittag mit seinem russischen Kollegen Anton Siluanow zusammenkommen wollte. Zypern hofft dabei auf eine Verlängerung eines russischen Kredits über 2,5 Milliarden Euro.

6,75 Prozent "Zwangsabgabe" auf Bankguthaben über 20.000 Euro

Das Parlament in Zypern hatte das europäische Maßnahmenpaket zur Vermeidung eines Staatsbankrotts am Dienstagabend abgelehnt. Die abgelehnte Gesetzesvorlage sah zuletzt eine Zwangsabgabe von 6,75 Prozent für Bankguthaben ab 20.000 Euro vor, bei Guthaben von über 100.000 Euro sollte sie 9,9 Prozent betragen. Mit dem Parlamentsvotum entfällt die Voraussetzung für die Zusage der Eurogruppe vom Wochenende, Zypern mit einem Kredit von bis zu zehn Milliarden Euro zu unterstützen. Bedingung dafür war, dass das Land 5,8 Milliarden Euro einnimmt.

Zypern setzt nun auf einen Plan B. Noch am Dienstagabend hatten Russlands Präsident Wladimir Putin und sein zyprischer Kollege Nicos Anastasiades in einem Telefongespräch über mögliche russische Hilfen gesprochen. Putin habe dabei erneut seiner Sorge über Maßnahmen Ausdruck verliehen, die die Interessen russischer Einzelpersonen und Unternehmen schädigen könnten, sagte sein Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax. Zypern wird von vermögenden Russen stark als Anlageort genutzt. Örtliche Medien spekulierten unterdessen, der russische Energiekonzern Gazprom könnte möglicherweise Zyperns Banken mit Geld versorgen und im Gegenzug Anteile an zyprischen Offshore-Energiefeldern verlangen.

Kommentare
20.03.2013
20:42
Zypern lehnt Rettungspaket ab und hofft auf russisches Geld
von sak1 | #71

es ist der anfang die eu bürger alle zu enteignen, dass war der erste versuch!

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http://www.derwesten.de/politik/entscheidende-parlamentsdebatte-ueber-rettungsmassnahmen-in-zypern-id7744795.html
2013-03-20 08:59
Zypern,Euro-Krise,ESM,Schulden-Krise,Bankenrettung
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