Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Politik

Ende des Traumpaares Christian und Bettina Wulff

07.01.2013 | 14:15 Uhr
Foto: /dapd/Axel Schmidt

Christian und Bettina Wulff galten lange als das Glamourpaar der deutschen Politik, nun ist es aus: Ein knappes Jahr nach dem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten bestätigte Wulffs Anwalt Gernot Lehr am Montag, dass der 53-Jährige und seine 39 Jahre alte Frau künftig separate Wege gehen werden. "Das Ehepaar Wulff hat sich am vergangenen Wochenende getrennt", sagte eine Sprecherin des Anwalts.

Berlin/Hannover (dapd). Christian und Bettina Wulff galten lange als das Glamourpaar der deutschen Politik, nun ist es aus: Ein knappes Jahr nach dem Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten bestätigte Wulffs Anwalt Gernot Lehr am Montag, dass der 53-Jährige und seine 39 Jahre alte Frau künftig separate Wege gehen werden. "Das Ehepaar Wulff hat sich am vergangenen Wochenende getrennt", sagte eine Sprecherin des Anwalts. "Die Sorge für den gemeinsamen Sohn werden sie gemeinsam wahrnehmen." Es werde keine weiteren Erklärungen zu der Trennung geben, ließ Wulffs Anwalt mitteilen.

Die Eheleute Wulff sollen der "Bild"-Zeitung zufolge am Montagmorgen bei einem Rechtsanwalt in Hannover eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet haben. Bettina Wulff werde mit ihren beiden Söhnen bis auf weiteres im gemeinsamen Haus in Großburgwedel bei Hannover wohnen bleiben. Spekulationen über die bevorstehende Trennung gab es schon seit Wochen.

Wulff sei bereits am vergangenen Wochenende in eine Mietwohnung nach Hannover umgezogen, heißt es in dem Bericht von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann. Mit Rücksicht auf die Kinder sei die zunächst räumliche Trennung im gütlichen Einvernehmen gemeinsam vereinbart worden.

Christian Wulff ist mit Bettina seit März 2008 in zweiter Ehe verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn wurde im Mai 2008 geboren. Er geht in Großburgwedel in den Kindergarten. Deshalb bleibe Bettina Wulff weiter dort wohnen, berichtet das Blatt. "Es wird spekuliert, ob das Haus, dessen Kauf die sogenannte Kredit-Affäre im Dezember 2011 auslöste, mittelfristig veräußert werden wird", heißt es weiter.

Die "Bild"-Zeitung hatte die Affäre ans Licht gebracht, was wiederum eine spektakuläre Nachricht Wulffs auf Diekmanns Anrufbeantworter zur Folge hatte. "Bild" schlachtete in den Folgewochen den Fall aus; der Druck der Öffentlichkeit wurde immer größer, Wulff trat schließlich zurück.

In einer Trennungsvereinbarung werden Regelungen für die Phasen des Getrenntlebens getroffen. Ziel muss nicht automatisch eine Scheidung sein. Die Partner können auch planen, dauerhaft getrennt zu leben. Allerdings ist die Trennung Hauptvoraussetzung für eine spätere Scheidung. Wenn beide die Scheidung wollen, gilt die Ehe nach der Trennungsdauer von einem Jahr als unwiderlegbar zerrüttet.

Die Trennung des Ehepaars Wulff kommt fast genau ein Jahr nach dem Rücktritt Christian Wulffs vom Amt des Bundespräsidenten am 17. Februar 2012. Die Ehe scheint auch an den Belastungen der Affäre gescheitert zu sein. Die "Bild"-Zeitung jedenfalls zitiert einen Parteifreund mit den Worten: "Staatsanwälte, Hausdurchsuchung, Ermittlungen - das stellt jede Beziehung auf eine extreme Probe." Manche Paare würden dadurch zusammengeschweißt, andere lebten sich auseinander.

Bereits in ihrem im September veröffentlichten Buch "Jenseits des Protokolls" hatte Bettina Wulff über Eheprobleme berichtet. In einem "Brigitte"-Interview sagte sie über die Zeit vor dem Rücktritt: "So etwas kann eine Beziehung nur eine bestimmte Zeit lang durchleben und ertragen, sonst wird zu viel in Mitleidenschaft gezogen." Inzwischen sei sie mit ihrem Mann in therapeutischer Behandlung, berichtete Bettina Wulff damals.

Politiker hielten sich mit Kommentaren zur Trennung zurück. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf die Frage, ob eine Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überliefert sei, schlicht: "Nein." Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner erklärte vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth: "Es steht mir nicht an, mich in das Privatleben anderer Politiker einzumischen."

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Der deutsche Beitrag zum Spenden-Song
 
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Die meisten Patienten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen
Krankenhäuser
Im Schnitt würden 82 Prozent der stationär Behandelten ihr Krankenhaus weiterempfehlen. Das zeigt eine Umfrage von drei großen Krankenkassen. Doch es gibt auch starke Abweichungen. Die privat betriebene Helios Klinikum in Duisburg etwa rangiert ganz unten.
Bund gibt Kommunen eine Milliarde für Flüchtlingshilfe
Flüchtlinge
Der Bund will den Kommunen in Zukunft dabei helfen, die zahlreichen Flüchtlinge zu versorgen. Insgesamt sollen sie eine Milliarde Euro bekommen. Von den geplanten 25 Millionen Euro Soforthilfe fließen sechs Millionen nach NRW. Weitere Maßnahmen sollen die Kommunen zusätzlich entlasten.
NPD fühlte sich von Polizei behindert - und gewinnt Prozess
Rechte
Wie soll sich die Polizei verhalten, wenn sie eine Kundgebung der rechtsextremen NPD schützen muss? Was politisch immer wieder umstritten ist, hat nach einer Veranstaltung in Münster jetzt auch ein Gericht beschäftigt. Die nordrhein-westfälische Polizei zog dabei den Kürzeren.
NRW testet ab Januar Software zu Kriminalitäts-Vorhersagen
Polizei
Mit dem Computer errechnen, wo der nächste Einbruch stattfinden wird? Das würde die Polizei gerne können. Nordrhein-Westfalen testet dazu demnächst ein Computerprogramm, das "Predictive policing" können soll.
Erdogan: "Der Westen erfreut sich am Tod unserer Kinder"
Türkei
In einer Brandrede beim Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (COMCEC) in Istanbul holt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Rundumschlag gegen den Westen aus. Er attackiert die Vereinten Nationen und unterstellt den westlichen Medien Komplexe.