Eltern wollen Inklusion – nur besser

Düsseldorf/Berlin..  Vom gemeinsamen Unterricht sollen alle profitieren – Kinder mit und ohne Handicap. Ob und wie das funktioniert, damit beschäftigt sich eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Fazit: Die Mehrheit der Eltern beurteilt Inklusion grundsätzlich positiv, deren Umsetzung allerdings nicht. Es mangele an Geld. „Viele Eltern haben keine Vorstellung davon, wie ein solcher Unterricht so gestaltet werden kann, dass alle davon profitieren“, erklärte Dr. Nicole Hollenbach-Biele von der Bertelsmann Stiftung.

Laut einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap für die Bertelsmann Stiftung, bei der bundesweit 4321 Eltern schulpflichtiger Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren befragt wurden, macht die Mehrheit (70 %) die Umsetzbarkeit des Unterrichts von der Art der Behinderung abhängig. Dabei ist sich diese Gruppe weitgehend einig, dass Kinder mit körperlich-motorischer Beeinträchtigung gemeinsam mit Kindern ohne Förderbedarf lernen sollten (90 %). Auch im Fall von Sprach- und Lernschwierigkeiten und traumatischen Erfahrungen sprechen sich Mehrheiten für inklusives Lernen aus.

Im eigenen Tempo lernen

Weniger Vertrauen in das Potenzial von Inklusion haben Eltern, wenn es um Kinder mit Sinnenbeeinträchtigungen, Verhaltensauffälligkeiten oder geistigen Behinderungen geht. Hier können sich nur noch weniger als die Hälfte der betreffenden Mütter und Väter einen gemeinsamen Unterricht vorstellen.

Mehr als ein Drittel der Eltern gab an, ihr Kind besuche eine inklusive Schule. Von diesen Eltern sind 68 Prozent mit der individuellen Förderung ihrer Kinder zufrieden. Eltern hingegen, deren Kinder eine nicht-inklusive Schule besuchen, sagen dies nur zu 58 Prozent. 66 Prozent der Eltern schätzen an der inklusiven Schule, dass die Kinder in ihrem eigenen Tempo lernen können.

Obwohl sieben von zehn Eltern Inklusion als gesellschaftlich wichtig einstufen, glauben sechs von zehn Befragten, dass Kinder mit einem Handicap auf Sonderschulen besser gefördert werden. Und: 51 % sind der Auffassung, dass Kinder ohne Förderbedarf auf inklusiven Schulen fachlich gebremst werden.