"Eine zweite Runde für Schwarz-Rot ist programmiert"
22.04.2009 | 08:09 Uhr 2009-04-22T08:09:00+0200
Essen. Eine Neuauflage von Rot-Schwarz nach den Bundestagswahlen im September sei programmiert, meint der Politikwissenschaftler Gerd Langguth – besonders nach den aktuellen Koalitionsaussagen von SPD (nein zur Linkspartei) und FDP (nein zur SPD).
Langguth, Politikprofessor an der Universität Bonn und Autor des gerade erschienenen Buches "Kohl, Schröder, Merkel - Machtmenschen" glaubt, dass Angela Merkel „Gefallen an der Großen Koalition” gefunden hat. Merkel könne die notwendigen Reformen – vor allem die größeren Soziallasten – besser durchführen, wenn sie mit der SPD (und den Gewerkschaften) in einem Boot sitze, meint der Wissenschaftler. Eine Große Koalition sei durchsetzungsfähiger.
Die Ministerriege der SPD habe sich eh schon innerlich auf eine Fortführung von Schwarz-Rot eingestellt. Schwarz-Gelb könnte laut Langguth zwar im Moment eine rechnerische Mehrheit haben, aber: „Die SPD hat bislang immer aufgeholt, wenn es zur Wahl ging.”
Grüne zu wenig offen für Koalitionen
Trotz aller Kritik befürworte die Bevölkerung eine Große Koalition: „Man hat die Kanzlerin mit der CDU, die für Reformen steht und auf der anderen Seite die SPD, die eher auf die Bremse drückt.” Die Grünen hätten die Zeichen der Zeit verschlafen und sich nicht als koalitionsoffene Partei entwickelt. Deswegen gingen sie im aktuellen Koalitions-Puzzle leer aus. „Sie haben das Hamburger Modell – Schwarz-Grün – auch nicht nur ansatzweise auf Bundesebene übernommen. Am Ende werden die Grünen dennoch Farbe bekennen müssen – zu einer Jamaika-Koalition.”
Aber auch bei der FDP sei das letzte Wort noch nicht gesprochen: „Wenn die FDP zu stark wird, sehe ich den Sprung zur SPD.” Die Ampel schließt Langguth allerdings aus: Dafür sei das Verhältnis zwischen Gelb und Grün zu „neurotisch”. „Die Grünen sind nicht mehr Fundamental-Opposition, das hat die Linke übernommen. Deshalb befinden sie sich in Gefahr, durch die politische Situation zermalmt zu werden.”

09:23
Ist es nicht bald wie in der DDR es gab eine Einheitspartei und alle anderen wurden verboten.
08:56
Wenn die beiden großen Parteien an der Macht bleiben, kann die Anzahl der von der Lobby gesponserten Abgeordneten leider nicht sinken!
08:31
Können wir ja nur hoffen das das ein Bug ist...aber Propaganda muss halt sein gelle dertWesten
08:09
Ein Bündnis mit der Linken ist ausgeschlossen. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass Steinmeier es sich anders überlegt, würde ein Teil der Linken nicht mitmachen. Man kann sich nicht vorstellen, dass eine Ulla Jelpke oder Sahra Wagenknecht da mitmacht. Realistisch sind daher zwei Koalitionen: CDU/CSU und FDP und CDU/CSU und SPD. Mehr kann man noch nicht sagen, alles anderen Vorhersagen sind keine Wissenschaft, sondern Geschwätz, auch wenn es von einem Professor kommen.
07:48
Das wäre eine Katastrophe, denn CDU/SPD gehören dringend aus der Verantwortung genommen. Ich schätze, die Radikalisierung abgehängter Bevölkerungsschichten wird dann exponentiell zunehmen. Bedeutet: mehr politisch motivierte Straftaten. Ich hoffe immer noch, dass SPD/CDU einen Denkzettel bekommen. Aber das wird wohl nicht passieren. Weiter wie gehabt und sich wundern, wieso jedes Jahr 150 000 hoch qualifizierte Menschen das Land verlassen.
DDR lässt grüßen.
22:36
Warum bilden sie nicht nur eine Partei aus
CDU und SPD. es ist doch sowieso gleich wen man wählt. Wir werden doch von beiden belogen.
Nach der Wahl ist alles vergessen.