Eine gute Absicht

Höhere Preise sollen Alkohol-Missbrauch vorbeugen.
Höhere Preise sollen Alkohol-Missbrauch vorbeugen.
Foto: Tobias Hase

Wer keinen Alkohol trinkt, hat ein Problem. Wer auf der Party beim Wasser bleibt, wird bemit­leidet. Du musst fahren? Als gäbe es keinen anderen Grund, um abstinent zu sein.

Dass Alkohol Menschen in die Sucht und damit ins Elend führen kann, wird ausgeblendet.

Der Kollege, der schon morgens eine Fahne hat, wird geschont. Aus falscher Rücksicht: Die Leidtragenden sind nicht die Süchtigen allein. Auch Angehörige leiden. Familien zerbrechen an der Sucht. Kinder erleben Tragödien.

Der Plan der EU, Alkohol zu verteuern, das Mindestalter für den Konsum auf 18 anzuheben und Warnhinweise auf Gebinden anzubringen, ist gut. Doch machen wir uns nichts vor: Jugendliche brauchen Vorbilder. Sie brauchen Eltern, die ohne Alkohol lustig und selbstbewusst sind oder einen gemäßigten Konsum vorleben.

Regeln beruhigen das Gewissen, lösen aber kein Problem. Denn, wer viel Alkohol trinkt, weil er ihn braucht als Seelentröster oder Mutmacher, hat ein solches.

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