Ein normales Abi reicht nicht mehr

Volles Haus. Manche Vorlesungen sind so überfüllt, dass die Studenten auf der Treppe sitzen müssen.
Volles Haus. Manche Vorlesungen sind so überfüllt, dass die Studenten auf der Treppe sitzen müssen.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Wer ein Abitur hat, kann alles studieren - diese Zeiten sind lange vorbei. Fast überall ist der Zugang zur Uni eingeschränkt, der gute Abschluss zählt. Ausgerechnet in Zeiten, wo Akademiker händeringend gesucht werden.

Die Zeiten, als die „Allgemeine Hochschulreife“ zu Recht diesen Namen trug, sind vorbei. Der Name suggeriert noch: Wenn du das Abi hast, kannst du alles studieren. Heute ist es eher so: Wenn du nur ein mittelmäßiges Abi hast, kannst du nicht studieren, was dir gefällt. Fast überall ist der Zugang eingeschränkt. Die gute Note zählt.

Es gibt Strategien gegen dieses Dilemma: weit wegziehen, zum Beispiel an eine Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern. Oder: Physik studieren. Das bringt tolle Job-Perspektiven. Ist aber blöd, wenn man sich zum Historiker berufen fühlt.

Ausgerechnet jetzt, wo Unternehmen nach Akademikern gieren, werden die Hürden vor den Unis noch höher. Das Versprechen von Bund, Ländern und Unis („Wir schaffen das mit dem doppelten Abijahrgang“) ist offenbar hohl. Alles ist auf Kante genäht. Ein normales Abi reicht längst nicht mehr.