Ein dickes Ding

Der größte Schaden in dem Skandal um das Kartoffel-Kartell ist, dass die Verbraucher erneut verunsichert sind, ihr Vertrauen wieder erschüttert worden ist.
Der größte Schaden in dem Skandal um das Kartoffel-Kartell ist, dass die Verbraucher erneut verunsichert sind, ihr Vertrauen wieder erschüttert worden ist.
Foto: Armin Weigel/dpa
Was wir bereits wissen
Mitleid mit den Supermärkten muss man nicht haben: Mit dem enormen Druck auf die Lieferanten, haben sie das Kartoffel-Kartell vermutlich überhaupt erst provoziert. Einbußen hatten sie dadurch eher nicht: Sie haben das Preis-Diktat wohl einfach an die Kunden weiter gereicht.

Es wäre schon ein dickes Ding, sollte sich der Verdacht dieses Kartoffel-Kartells bestätigen. Auch wenn sich der finanzielle Schaden für die Endverbraucher wahrlich in Grenzen hält. Von einer dreistelligen Millionensumme ist derzeit die Rede, vielleicht von 500 Millionen Euro - in zehn Jahren. Da bleibt bei 80 Millionen Bundesbürgern für den einzelnen nicht viel übrig.

Mitleid mit den Supermärkten muss man ohnehin nicht haben: Mit dem enormen Druck auf die Lieferanten, haben sie dieses Kartoffel-Kartell vermutlich überhaupt erst provoziert. Einbußen hatten sie dadurch eher nicht: Sie haben das Preis-Diktat wohl einfach an die Kunden weiter gereicht.

Dass die deshalb tatsächlich zu viel für Kartoffeln bezahlt haben, scheint höchst zweifelhaft angesichts der kleinen Summen, die für Kartoffeln verlangt werden. Es ist eben nicht der Preis verkehrt, sondern nur die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist.

Und so ist der größte Schaden in diesem Skandal, dass die Verbraucher erneut verunsichert sind, ihr Vertrauen wieder erschüttert worden ist. Dass ihnen wieder das Gefühl gegeben worden ist, dieser Industrie unmittelbar und schutzlos ausgeliefert zu sein, auch wenn diesmal ihre Gesundheit nicht in Gefahr ist.