Eimer als Grundausstattung gegen Ebola

Tönisvorst..  Kurz vor ihrem Abflug aus Monrovia, Liberia, hat Margret Gieraths-Nimene 2500 Eimer gekauft. „Es ist so wichtig, die Menschen nicht im Stich zu lassen.“ Die Frau kommt gerade aus Liberia, wo Ebola am schlimmsten wütet, wo bislang 3423 Menschen starben. Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat mit Stichtag 31. Dezember mehr als 7900 Menschen getötet, mehr als 20 000 sind infiziert – oft Kinder und Schwangere. Die Eimerchen sollten zur Grundausstattung jedes Haushalts gehören: ein Eimer mit einem einfachen Kränchen daran und Desinfektionsmittel darin – zum Händewaschen. Vorbeugen, simpel und doch so viel besser als gar nichts. „Aber“, sagt Margret Gieraths-Nimene, „50 Prozent der Bevölkerung haben nicht mal das.“

Gestern war die deutsche Leiterin der Gerlib-Klinik in Monrovia beim Medikamenten-Hilfswerk „action medeor“ in Tönisvorst Das lieferte bislang 42 Tonnen an Hilfsgütern (Schutzkleidung, Medikamente) und eine komplette Isolierstation mit 44 Betten nach Monrovia.

Margret Gieraths-Nimene, die seit mehr als 30 Jahren in Liberia lebt und mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann die Gerlib-Klinik gründete, hat den Aufbau der Isolierstation koordiniert. „Wir sind so dankbar, dass wir diese Hilfe bekommen haben“, sagt sie. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat die Isolierstation gesponsert, I.S.A.R Germany hat mitaufgebaut. „Germany“ nennen die Patienten inzwischen die Station.

Schlimm war die Zeit im Sommer, berichtet die engagierte Frau, als Liberia stillstand. Die Grenzen dicht, kaum Lebensmittel verfügbar, Ärzte und Krankenschwestern starben, weil sie sich nicht ausreichend schützen konnten, Kliniken schlossen, niemand holte die Toten ab. Erst als die Situation außer Kontrolle war, reagierte die Welt. Nun werden Krankenbetten in Monrovia abgebaut, weil sie leer bleiben – es gibt niemanden, der die Kranken pflegen könnte. „Was wir unbedingt brauchen, ist eine Reformierung, eine Umstrukturierung der internationalen Nothilfe“, so Margret Gieraths-Nimene. „Es fahren tolle, große Fahrzeuge durch die Stadt, die Hilfsorganisationen sind wieder da. Doch die Bevölkerung muss allein klarkommen, mit dem Trauma des Bürgerkrieges noch, mit Ebola jetzt, mit der Zukunft. Sehen Sie, wenn ein Patient gesund die Isolierstation verlässt, steht er vor dem Nichts. Alles, was er hatte, wurde verbrannt. Zu seiner Familie kann er nicht zurück, weil er stigmatisiert ist. Alle haben Angst.“

Nachhaltig will „action medeor“ helfen. Für den Aufbau eines funktionierenden Gesundheitssystems, unter anderem. Infos: www.medeor.org