Ehrliche Zusammenarbeit

Werden die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages im Jahr 2016 eine frostige Note erhalten, weil der nächste polnische Staatspräsident ein Nationalkonservativer sein wird? Die Hinweise Andrzej Dudas vor seiner Wahl, Polen müsse seine nationale Identität schützen und eigene Interessen wahren, sie sind noch lange kein Beleg dafür, dass einer Verkrampfung der deutsch-polnischen Beziehungen das Feld bereitet würde.

Jeder polnische Präsident kann in die Politik seines Landes aktiv eingreifen. Ein Staatsoberhaupt aller Polen wolle er sein, sagt der Mann, dessen Überzeugungskraft in den reichen Großstädten und im Westen Polens eher überschaubar war. Da muss die Nähe zur Bundesrepublik ein kostbares Gut für Andrzej Duda werden.

Die Sorgen, die Nervosität und die Empfindlichkeiten im EU-Raum, sie sind nur zu beherrschen mit einer starken deutschen Regierung. Die wiederum ist auf ein ehrliches Zusammenwirken mit unserem Nachbarn angewiesen. Duda wird dieses Fundament in Zeiten des ­Ukraine-Konfliktes nicht erschüttern können und wollen. Das deutsch-polnische Verhältnis muss ein Stabilitätsfaktor für Europa bleiben. Andrzej Dudas Ehefrau Agata könnte diesbezüglich so etwas wie ein Symbol sein: Sie ist Deutschlehrerin.