Ehefrau aus dem Rollstuhl attackiert

Werne..  Er spricht weinerlich, manchmal fehlen ihm die Worte, halbseitig ist er gelähmt. Aber im Dortmunder Landgericht spielt der 49-Jährige aus Werne die Hauptrolle: Angeklagt ist er wegen Mordversuchs. Er soll seine Ehefrau mit einem Küchenmesser schwer verletzt haben.

Am 24. Juli vergangenen Jahres eskalierte das Ehedrama, nachdem seine Frau ihn acht Wochen zuvor verlassen hatte. Regelmäßig kam sie noch zu ihrem im Rollstuhl sitzenden Mann, räumte in der Wohnung auf. Streit gab es häufiger. Am Tattag soll der 49-Jährige dann zugestochen haben. Dreimal traf die 20 Zentimeter lange Klinge des Küchenmessers in ihren Rücken. Weitere Stichverletzungen erlitt sie am Oberarm, an der Innenfläche der linken Hand und an der linken Wade, bevor sie aus dem Haus flüchten konnte. Mit viel Glück überlebte sie die Attacke.

Am Rollator kommt der Mann, der 2010 einen Hirninfarkt erlitt, bewacht von zwei Justizmitarbeitern, in den Gerichtssaal. Die Tat räumt er ein, will daran aber keine konkrete Erinnerung mehr haben. War es Vorsatz? Das Messer habe er bei Woolworth gekauft, weil die anderen Küchenmesser zu stumpf für die Küchenarbeit gewesen seien, sagt der Angeklagte. Richter Meyer zweifelt: „Das sollen wir glauben?“