­Dutzende Tote bei Anschlägen in Ägypten

Kairo..  Bei Angriffen islamistischer Extremisten auf Posten der ägyp­tischen Armee und anschließenden Gefechten im Sinai sind gestern ­Dutzende Menschen getötet worden. Ägyptischen Medien zufolge kamen bei den Kämpfen mehr als 70 Menschen ums Leben.

Zu den Angriffen nahe der Stadt Scheich Suweid bekannte sich der ägyptische Ableger der Terror­miliz Islamischer Staat (IS). Die ­„Löwen des Kalifats in der Provinz Sinai“ hätten am Morgen mehr als 15 Posten der ägyptischen Armee überfallen, teilten die Extremisten in einer Internetbotschaft mit. Dabei seien schwere Waffen und drei Selbstmordattentäter ein­gesetzt worden. Das Militär setzte nach eigenen Angaben Kampf­flugzeuge und Hubschrauber gegen die Terroristen ein.

Region seit Jahren ein Brennpunkt

Radikale Gruppen greifen im ­Norden des Sinai seit Jahren immer wieder die ägyptische Armee an. Die Region ist eine Hochburg der Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis, die dem IS die Treue geschworen hat. Der Angriff gestern war der heftigste Gewaltausbruch im Sinai, seit Ägyptens damaliger Präsident Mohammed Mursi 2013 gestürzt wurde.

Terrorangriffe hatten sich in den vergangenen Tagen in Ägypten ­ge­häuft. Erst am Montag war Generalstaatsanwalt Hischam Barakat bei einem Bombenanschlag in Kairo getötet worden. Staatspräsident ­Abdel Fattah al-Sisi hatte daraufhin angekündigt, er wolle Prozesse künftig be­schleunigen – als Teil seines Kampfes gegen die Muslimbruderschaft, die die Regierung für eine ­Reihe von Attentaten verantwortlich macht. Die Bruderschaft bestreitet, Gewalttaten zu verüben.