Duisburger Vorschulkinder mit großen Sprachdefiziten
07.02.2013 | 17:33 Uhr 2013-02-07T17:33:00+0100
Duisburg. Traurige Spitzenposition für Duisburg. Nirgends in NRW benötigen mehr Vorschulkinder sprachliche Förderung als in dieser Stadt. Nach der jüngsten Sprachstudie haben 40 Prozent der Vorschulkinder sprachliche Defizite. Viele sprechen zuhause kein Deutsch.
Die „deutsche Sprachlosigkeit“ in Familien mit Migrationshintergrund beschert Duisburg eine traurige Spitzenposition: Nirgends in NRW benötigen mehr Vorschulkinder intensive staatliche Fördermaßnahmen. Jedes zweite Duisburger Vorschulkind spricht zu Hause kein Deutsch.
40 Prozent der Vorschulkinder in Duisburg haben nach der jüngsten Sprachstandstudie „Delfin4“ aus 2012 derart massive sprachliche Defizite, dass sie ohne intensive Fördermaßnahmen bereits in der Grundschule mit Sicherheit scheitern würden. Mit dieser Quote nimmt nach Auskunft der Schulaufsicht die Stadt Duisburg landesweit nunmehr die traurige Spitzenposition ein. Im Vorjahr stand noch Remscheid an dieser Position.
Familien mit Migrationshintergrund besonders betroffen
Diese Beobachtung wird gestützt durch eine aktuelle Erhebung des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Statistik („Kinder in Kita-Betreuung in NRW“) wie auch des aktuellen Duisburger Sozialberichtes. Die „deutsche Sprachlosigkeit“ in Familien mit Migrationshintergrund und Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ist nach Einschätzung von Jugendamtsleiter Thomas Krützberg „nach wie vor sehr groß und sie wächst sogar weiter leicht an“.
Immer weniger Duisburger Eltern mit Migrationshintergrund sprechen in der Familie vorrangig auf Deutsch. Jugendamtsleiter Krützberg spricht von „deutscher Sprachlosigkeit“. Die Stadt Duisburg und das Land versuchen mit Sprachförderung gegenzusteuern.
Erstmals machte die Stadt nun Aussagen über die räumliche Verteilung dieses Phänomens im Stadtgebiet. Bezogen auf die Schuleingangsuntersuchung der Stadt wird deutlich, dass zum Beispiel jedes vierte Kind in den Stadtbezirken Hamborn Deutsch nicht als Erstsprache spricht und gleichzeitig nur schlechte Deutschkenntnisse aufweist.
Doch der Sozialbericht zeigt auch auf: Nicht nur Migrantenkinder, sondern auch Kinder mit deutscher Herkunft haben zuweilen einen großen Sprachförderbedarf. Hier verweist der Sozialbericht auf den aktuellen Delfin4-Sprachstandtest. Der spricht davon, dass 39,95 Prozent der getesteten vierjährigen Vorschulkinder „förderbedürftig“ seien.

13:04
Wenn man konsterniert, das Geisteskraft und Eloquenz -im statistischen Durchschnitt gesehen- in einem signifikanten Maße korrellieren, dann....nuja, dann schweigen wir besser bei dem Thema. Im Übrigen habe ich vor ein paar Jahren mal im Internet gelesen, daß in Duisburg -in relativen Zahlen gesehen- die meisten Hauptschüler(ca. 60%) in Bezug zu allen anderen deutschen Städten wohnen. Ex nihilo nihil fit. So ist das halt eben auf der Welt.