Duisburger haben Oberbürgermeister Sauerland abgewählt
12.02.2012 | 22:23 Uhr 2012-02-12T22:23:59+0100
Essen. Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wurde am Sonntag mit großer Mehrheit bei einem Bürgerentscheid abgewählt. Sauerland zeigte sich von dem deutlichen Ergebnis überrascht. Sauerlands Gegner hoffen nun, dass dies den Angehörigen der Loveparade-Opfer etwas Genugtuung verschafft.
Die Duisburger haben Konsequenzen aus der Loveparade-Katastrophe von 2010 mit 21 Toten erzwungen: Der umstrittene Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wurde am Sonntag mit großer Mehrheit bei einem Bürgerentscheid abgesetzt.129.833 der 365.000 wahlberechtigten Duisburger votierten gegen Sauerland. Das waren 35,5 Prozent.
Die gesetzliche Hürde für eine gültige Abwahl hätte bei 91.228 oder 25 Prozent der Wahlberechtigten gelegen. 35,5 Prozent stimmten für die Abwahl von Sauerland. Nur 21.557 oder 5,9 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für den OB. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent.
Sauerland zeigte sich von dem deutlichen Ergebnis überrascht. Er sei sich „ziemlich sicher“ gewesen, dass nach den „vielen Erfolgen“ während seiner Amtszeit das Ergebnis anders ausfallen würde, sagte Sauerland am Sonntagabend im Duisburger Rathaus. Er bedauere es sehr, dass es zu diesem Ergebnis gekommen sei. Der CDU-Politiker räumte ein, dass seine Amtszeit mit der Katastrophe der Loveparade verbunden bleibe. „Damit werde ich leben müssen.“ Er sei gerne und mit „Herzblut“ Oberbürgermeister gewesen. Bis Mittwoch werde er sein Büro räumen. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Gott schütze die Stadt Duisburg.“
Sauerland will sich ins Private zurückziehen
Der 56-Jährige will sich ins Private zurückziehen. Er kassiert zunächst ein Ruhegehalt in Höhe von 71,75 Prozent seiner Dienstbezüge bis zum Ende der Wahlperiode 2015. Sauerlands Gegner zeigten sich erleichtert. „Wir freuen uns über das Bombenergebnis“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, Theo Steegmann. Es sei zu hoffen, dass dies den Angehörigen der Loveparade-Opfer etwas Genugtuung verschaffe. „Menschlich tut der Mann mir leid“, fügte Steegmann hinzu.
Sauerland trägt nach Ansicht vieler Duisburger die politische Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten. Er habe die Techno-Party unbedingt nach Duisburg holen wollen, wo sie niemals hätte genehmigt werden dürfen, so argumentieren Kritiker. Er habe sich zudem unfähig gezeigt, die politische und moralische Verantwortung für das Unglück zu übernehmen.
Neuwahlen innerhalb von sechs Monaten
Der CDU-Politiker ist seit 2004 Oberbürgermeister der Stadt, bei der Kommunalwahl im August 2009 wurde der bis dahin als äußerst populär und volksnah geltende Sauerland wiedergewählt. Damals erhielt er 74.186 Stimmen zur Wahl – wesentlich weniger als jetzt bei der Abwahl.
Der Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sprach gegenüber der WAZ von einem „Präzedenzfall, den nun auch andere Politiker fürchten müssen“. Zudem wäre eine Neuwahl auch des Rates die richtige Schlussfolgerung aus dem klaren Votum.
Die Amtsgeschäfte des OB übernehmen bis zur Neuwahl Stadtdirektor Peter Greulich (Grüne) sowie der ehrenamtliche Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU). Innerhalb von sechs Monaten müssen in Duisburg Neuwahlen stattfinden. Als möglichen Termin nannte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) den 17. Juni.

15:07
Ein gestern erst veröffentlichtes Gutachten zum Thema Loveparade stellt fest, dass die Katastrophe zu einem großen Teil von den Einsatzkräften vor Ort verursacht worden ist.
: Loveparade: Gutachten belastet Polizei | RP ONLINE
Der OB Sauerland ist in meinen Augen einer Hysterie zum Opfer gefallen, die zwar vertändlich ist aus der Sicht der Angehörigen der Todesopfer. Aber hier hat man sich offenbar auf einen Sündenbock eingeschossen, den nicht mehr und nicht weniger Schuld trifft als viele andere, einschließlich der Polizei.
Diese Abwahl ist für mich ein Beispiel wie in emotional hochgekochter Stimmung etwas “vom Volk” entschieden wurde, was besser von Gerichten hätte entschieden werden müssen.
Hier wurde rein gar nichts über die Vorgänge geklärt und die Abwahl sollte das Ganze vielleicht sogar endgültig unter den Teppich kehren. Für mich ein ganz schlechtes Beispiel für “direkte Demokratie”, weil vor der Abstimmung nicht objektiv sondern rein gefühlsmäßig (oder parteipolitisch) diskutiert wurde. Und zwar auch in den Medien.
14:22
@Lurchi123: Fully agree! Wenn man sieht wo die Stadt Duisburg herkommt und was infrastrukturtechnisch und aus Sicht der Stadtentwicklung geschehen ist, dann hat Herr Sauerland diesbezüglich schon gute Arbeit geleistet.
Das muss man ihm zugute halten ... in den Jahren davor haben sich die OBs auf das Bewährte aber nicht zukunftsfähige Rezept Kohle und Stahl ausgeruht und die Technik und das know how gen Fern Ost exportieren lassen. Von sozialer Integration der ausländischen Mitbürger möchte ich erst gar nicht anfangen "Wallraff: Ganz unten". Und dann... grassierte der Verfall der Stadt weil nichts mehr da war was die Stadt Duisburg auszeichnete. Well done :-) Also, bitte, bitte nicht auf die gute alte Zeit zurückblicken!!
Unabhängig davon greife ich Kommentaren vor: Sicher hätte hätte Herr Sauerland nach der LoPa Katastrophe zurück treten sollen.
Aber... wie war das jetzt noch mal, wer hat die Bürgerbewegung noch mal finanziert und politisch gelenkt? ... interessant!
11:11
Schade das eine Abwahl eines Politikers mehr Leute zur Wahlurne bewegen kann, als eine politisch relevante Wahl!
Die Abwahl macht nichts mehr ungeschehen und ein Blick in jedes veröffentlichte Foto Sauerlands macht deutlich, das ihm das alles andere als egal ist.
Es ist einfach traurig, das keiner der Verantwortlichen es bisher geschafft hat, sich klar und deutlich zu den gemachten Fehlern zu bekennen. Warum kassiert Sauerland all die Häme ein? Und wieso bedroht man die Familie?? Es ist haltbimmer einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen....
Aber von den 129000 Abwählern waren ca. 60000 die im wohlgesonnnen sind, daher auch die hohe Wahlbeteiligung, den... nun kann er zu Hause im Ohrensessel Radio Duisburg hören wie die Rot/Rot/Grüne Regierung einen neuen Bescheuerten suchen dem sie alles anlasten können, da sie ja selber keine Fehler machen. Schade das AS fort ist, wer ist nun Schuld wenn beim Rosenmontagszug was schief geht.
09:57
Merkwürdig, dass eine seriöse Zeitung wie der Westen nicht in der Lage ist oder sein will, das Ergebnis so zu kommunizieren, wie man es von klassischen Wahlen gewohnt ist. Bei Parlamentswahlen spielt die Wahlbeteiligung nur eine Nebenrolle. Aber in diesem Duktus hieße es 85,5% (der abgegebenen Stimmen) gegen den amtierenden OB. Das ist eine beeindruckende Zahl mit der viele Leser mehr anfangen könnten als mit den verschwurbelten absoluten Zahlen. Ansosnten bitte demnächst immer nur die absoluten Zahlen, z.B. hatte die CDU bei der letzten Bundestagswahl etwa 17% Zustimmung. Ein Schelm wer böses dabei denkt.
20:31
Die Verdienste des OB Sauerland sind unbestritten. Er hat daher die Anfeindungen und Angriffe der letzten Monate nicht verdient. Was ihm Duisburger Bürger als erstem Bürger der Stadt anlasten, ist die Haltung kurz nach dem Love-Parade-Desaster. Kein Wort des Bedauerns, des Mitgefühls oder der Betroffenheit. Statt dessen abwiegeln und ablehnen von Schuld. Als ob es in der Situation darauf ankam. Schuld wird juristisch geklärt. Es fehlte an Menschlichkeit und Größe. Wäre diese seinerzeit offenbar geworden, dann hätten die Bürger verzeihen können - so wie es kam und vorgetragen wurde nicht.
Dem Menschen Sauerland gilt mein Mitgefühl, denn seine Beratung war in allen Phasen schlecht und der Mensch hat gelitten.
Den Claqueren der CDU, die das Wort von Minderheit regiert die Mehrheit führen, sei gesagt. Der OB Sauerland wurde zuletzt von knapp 72.000 Bürgern ins Amt gewählt, auch von mir und ich neige dem anderen Lager eher zu. Abgewählt wurde er von knapp 130.000, auch von mir. Ich habe nicht den Menschen sondern die Haltung "Abgewatscht".
Den Instinktlosen beider Lager sei anempfohlen nun für Ruhe zu sorgen, indem ein Kandidat gefunden wird, der wieder zusammenfügt, was an Porzelan kaputt ging.
Bravo !!!
16:54
Gott schütze Duisburg ??
Mir kommen die Tränen, bei so viel Patriotismus !!
Zu #71
Der davongejagte OB Sauerland hat es gut gemeint und der Stadt Duisburg trotz
aller Beschuldigungen und Vorverurteilungen durch seine Gegner für die Zukunft mehr Glück gewünscht.
Ist doch besser daß er dabei noch von Gott spricht als von Marx,Engels,Lenin und all´
den Proletenführern,denen noch immer viele Menschen nachlaufen !
welch ein hohn
16:48
Seien Sie froh, dass Sie einen solchen Bürgermeister hatte. Er hat das Image der Stadt nach jahrzehntelanger SPD-Zeit gedreht und eine lebendige Stadt aus einer abgelebten kaputten Stadt gemacht. Er hat mithilfe von Investoren das gesamte Stadtbild verschönert.
Nun sollte die Loveparade nach Duisburg kommen und es wurde auch von anderen Parteien für die Loveparade gestimmt. Es kam wie bekannt zu dem Unglück, durch Mißverständnisse zwischen Polizei und Sicherheitspersonal. Deswegen soll der Bürgermeister der Stadt seinen Posten verlieren?? Meiner Ansicht nach ist es ein Bauernopfer. Ist nicht der Innenminister für die Polizei verantwortlich? Hat der Innenminister jemals an Rücktritt gedacht? Nein, muss er auch nicht. Weil sich für die Medien frühzeitig ein Schuldiger gefunden hat, der durch die Straßen getrieben werden kann. Meiner Ansicht nach muss konsequenterweise ebenso gefordert werden, dass der Innenminister geht. Ebenso gibt es meines Wissens immer noch einen McFit in Duisburg. Liebe Duisburger, ist der Veranstalter nicht mehr schuldig? Wie kann sich das Fitnessstudio eines Schuldigen in einer betroffenen Stadt noch halten? Wieso wurde nie vor dem Studio demonstriert?
Sehr geehrter Lurchi123,
auch ich habe Herrn Sauerland zuletzt gewählt. Aber bei der Abwahl ging es nicht um Herrn Sauerland, auch wenn das Wort oft fiel. Sie sind kein Duisburger und Herr Sauerland ist kein Bauernopfer. Die juristische Aufarbeitung wird noch dauern.
Die Duisburger fühlten sich von Ihrem ersten Bürger in einer Krisensituation miserabel vertreten und das haben sie über Parteigrenzen nicht vergessen. Die Abwahl war eine Quittung dafür und zwar aus allen Lagern.
Sie können gern Fragen stellen und mutmaßen ob es außerhalb der Stadt weitere Schuldige gibt. Vergessen Sie bitte nicht die vorherige schwarz-gelbe Landesregierung, der durchaus treibende Kraft unterstellt werden darf.
Ermittelt und aufgeklärt wird dies juristisch.
Herrn Schallers Studios werden zunächst nicht mit der Love-Parade in Verbindung gebracht. Dann hat Herr Schaller anders als der OB seiner Betroffenheit Ausdruck verliehen.
Und zum letzten Mal - wir Bürger haben Haltung, fehlendes Mitgefühl und schlechte Vertretung demokratisch und nach Gesetz durch klare Entscheidung "abgewatscht". Wir Bürger haben nicht über Schuld abgestimmt. Wenn Sie glauben das ginge, dann muss auch ich Gott bemühen. Herr, hilf, bitte!
16:25
Die Loveparade nach Duisburg zu holen war damals eine Mehrheitsentscheidung-
quer durch alle Parteien- im Stadtrat von Duisburg,daran gibt es nichts zu rütteln !
Alle Fehler und Versäumniaae im Zusammenhang mit der Durchführung der LP
und das große Unglück mit 21 Toten und vielen Verletzten wurden dem OB Sauerland
in die Schuhe geschoben,weil er eben der Verwaltungschef war !
Aus dieser bescheuerten Sicht ergab sich dann auch der Slogan "Sauerland muß weg"
den viele Duisburger ganz einfach unkritisch nachplapperten und gestern in die Tat
umsetzten.
Nun ist der Sauerland weg - aber die gerichtliche Klärung der Vorgänge und die
entsprechenden Urteile stehen noch aus.Bis dahin gilt nach unserem Rechtssystem
die Unschuldsvermutung- auch für Herrn Sauerland !
Bei der Ermittlung von Schuldigen des großen Unglücks sollten unbedingt auch alle
Video-Aufzeichnungen intensiv gesichtet werden ob sich nicht doch noch ein paar
von den Rowdies feststellen lassen die durch Drängen und Schubsen andere
Teilnehmer zu Fall brachten,die dann von der nachfolgenden Masse totgetrampelt
wurden !
Die ganze Kampagne gegen Sauerland und seine Vorverurteilung von allen Seiten
finde ich abscheulich und in höchstem Maße undemokratisch.
Ausdruck proletenhaften Benehmens ist die Ketchup-Attacke auf OB Sauerland !
Mit solchen Bildern wird man bestimmt nicht den Ruhrgebiets-Tourismus fördern
und das Image der Stadt verbessern !
Nach Duisburg zieht mich vorläufig nichts mehr !
Sehr geehrter fingerzeig,
die den Duisburgern Ihrerseits unterstellte Brille haben Sie aber auch selbst auf. Die Duisburger Bürger haben nicht über Schuld abgestimmt. Sie lassen sich da selbst von den Medien und Kampagnen einspannen. Die Duisburger Bürger haben eine Haltung, Umgang mit einer Krisensituation und fehlendes Mitgefühl unmittelbar nach dem Desaster als unwürdig befunden. Die Justiz wird die Schuld aufarbeiten. Wir Duisburger können das nicht leisten, aber unser erster Bürger muss in unserem Sinne handeln. Das hat er nachweislich nicht getan. Er hat keine Worte für das Entsetzen, das Mitgefühl und die Trauer der Stadt und der Bürger gefunden. Er hat statt dessen Schuld von sich und der Verwaltung gewiesen. Das nimmt ein Duisburger nach so einem Desaster nicht hin. Der erste Gedanke gilt den Opfern!!!!
Das haben Herrn Sauerland weit mehr Menschen übel genommen, als ihn gewählt haben. Parteien schlachten soetwas aus ob christlich oder sozialitisch ist egal. Menschen haben einen Grundinstinkt für angemessen. Es war angemessen nach falscher Vertretung der Bürger zurückzutreten. Da dies nicht erfolgte, war es angemessen das Amt per mehr als genügender Stimmenzahl zu bereinigen.
12:12
Apfelmann20 | #53
ich muss natürlich die dumheit zurück geben, es ist klar aus sicht ihrer cdu brille sind alle anderen dumm.
ich beziehe mich nicht auf die nzz. sondern auf die anschuldigungen die gegen die von mir genannten gruppen immer wieder von ihren cdu parteifreunden erwähnt wurden.
aus ihrer sicht ist es klar und wir brauchen uns nicht weiter darüber zu unterhalten.
zu der gleichung kann jeder feststellen das sie genau wie saarner r.kant doch partei soldaten der cdu sind, das bringen sie doch mit ihrer ausdrucksweise zum vorschein.
es ist auch bekannt, das alle user ,die gegen die cdu schreiben ,unsinn schreiben, aber es ist bei ihnen in der cdu ja normal.
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dummheit
12:01
Ich bin weder Psychiater noch Psychologe, aber wenn ich mir so das Verhalten AS ansehe, das in der Ablehnung jeglicher Verantwortung für die Katastrophe, in dem Negieren von Tatsachen, in der Unfähigkeit ehrlichen Mitgefühls zu Anderen gegenüber zu zeigen und nicht zuletzt in der Fähigkeit, einfühlsame Worte für sich zu finden, denke ich einfach an eine psychiatrische Erkrankung. Eine solche Erkrankung ist ja keine Schande, wie ja auch ein Herzinfarkt keine Schande ist. Aber sie ist ein Grund, für bestimmte Aufgaben nicht geeignet zu sein. Und das ist keine Entschuldigung für AS, sonderen mein, zweifellos unqualifizierter Versuch, sein Verhalten zu erklären. Sollte nämlich keine Erkrankung dahinter stecken, dann muss ich ihn in eine Ecke stellen, in der u.a. auch der syrische Führer steckt. Aber eines muss ich AS lassen: Er war als Einziger seiner CDU gestern im Rathaus. Aber vielleicht hat er sich auch nur vertan und dachte, er wäre in seinem Amt bestätigt worden. Wo waren aber die anderen Mitglieder seiner Partei? Wo waren seine Freunde, die ihm zum Verbleib im Amt geraten hatten? Ihnen kann ich nur Feigheit vorwerfen.
Wer jetzt hier jammert und chaotische Zeiten für Duisburg prophezeit, erweist sich schlichtweg als schlechte Verlierer.