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Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal

23.05.2009 | 16:16 Uhr

Duisburg. Der Duisburger Linke-Bundestagsabgeordnete Hüseyin Aydin rechnet mit seiner Partei ab. Ihn stört vor allem die politische Ausrichtung seiner Partei in NRW: zu radikal, zu wenig Bereitschaft zur Zusamenarbeit mit SPD und Grünen. Er fürchtet, dass das Wähler abschreckt - und nicht nur die.

Hüseyin Aydin steht am Montag, 23.10.2006 in seinem Wahlkreisbüro in Duisburg. Aydin ist Bundestagsabgeordneter für Die Linke (WASG) Photo © : Andreas Mangen / waz

"Ich mache mir Sorgen über den Zustand der Linken", sagt Hüseyin Aydin. "Bei der Gründung der Wahlalternative WASG und bei der Fusion mit der Linkspartei zur gesamtdeutschen Linken war es Konsens, dass auch ehemalige Sozialdemokraten in dieser neuen Linken eine Rolle spielen", sagte er der Nachrichtenagentur ddp. «Wenn diese sozialdemokratische Strömung in der konkreten Politik der Linken nicht mehr vorkommt, werden wir Wähler und Mitglieder verlieren», so der ehemalige WASG-Landeschef.

Zur Frage, ob er wie andere Linke-Politiker zur SPD wechseln wolle, sagte Aydin: «Ich beobachte derzeit die Lage.» Ein Wechsel zur SPD komme für ihn nicht in Frage. «Mein aktives politisches Verhalten hängt davon ab, wieweit die Partei Pluralität nicht nur im Sinne ehemaliger K-Gruppen, sondern auch ehemaliger Sozialdemokraten zulässt, die eine reformorientierte Sozialstaatspolitik betreiben», sagte der Abgeordnete zu seiner Zukunft.

«Die Linke kommt nicht weiter, wenn sie nur radikale Positionen vertritt. Vor allem im Landesverband NRW dominieren mittlerweile leider jene Kräfte, die gegenüber SPD und Grünen keinerlei Annäherungsbereitschaft zeigen», rügte Aydin.

«Wir müssen aber sensibel dafür sein, welche Signale SPD und Grüne senden. Wenn wir Zeichen bekommen, dass SPD und Grüne konkret die Lebensbedingungen von Arbeitnehmern, Arbeitslosen und Rentner verbessern wollen, dürfen wir nicht auf stur schalten», sagte er zu Perspektiven für eine rot-rot-grüne Zusammenarbeit. «Ziel einer jeden politischen Partei muss die Verbesserung der sozialen Lage der Menschen sein», betonte Aydin. Der Gewerkschaftssekretär war vom Landesverband NRW nicht erneut auf einen aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl gewählt worden. 2004 gehörte Aydin zu den Mitbegründern der Wahlalternative WASG. (ddp)

DerWesten

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Kommentare
27.05.2009
19:51
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von Sozialerdemokrat | #46

Die SPD habe ich bisher nicht charakterisiert, aber ich sehe mich in der Tradition der Sozialdemokratie. Natürlich wäre mir eine linke Sozialdemokratische Partei lieber als die Linke, aber die Verhältnisse, die sind nicht so. Bei der Linken besteht die Gefahr, dass sie mit linkem Radikalismus Chancen verspielt. Von mir aus können einige in dieser Partei weiter von Revolution und Kommunismus träumen. Darüber dürfen sie aber nicht die Chancen für reale Verbesserungen verschlafen oder nicht nutzen, weil sie nicht revolutionär genug sind. Die Revolution kommt sowieso nicht, jedenfalls nicht so wie sich das einige Revolutionsromantiker vorstellen.

27.05.2009
13:21
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von wunderlich | #45

Ersaunlich: Eierkäufer antwortet für Ex_Linker auf Kommentar vom Sozialdemokrat! Siehe Kommetar #36 und#37!
Ob da nicht jemand ein Spielchen spielt?

27.05.2009
13:16
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von wunderlich | #44

Meine Herren,
hier werden Sachen erzählt! Münchhausen hätte seine Freunde! Da gibt es Leute wie ein sogenannter Ex-Linker, der sicherlich nie Linker war und ein Sozialdemokrat, der die SPD noch als Arbeiterpartei sieht! Leute, Leute! Immer bei der Wahrheit bleiben und sich nicht einfach austoben!

27.05.2009
08:36
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von supply | #43

Das kommt davon wenn man karrieregeile Typen zur Wahl aufstellt nur weil sie einen ****ZENSIERT wegen Meinungsfreiheit**** haben....ich habe den Volksverschwörer oft genug getroffen im Wahlkampf und ich hatte damals schon den Eindruck...der Typ gehört nicht hier hin, das ist der Angepasste ****ZENSIERT wegen Meinungsfreiheit**** der Karriere auf kosten der deutschen machen will, kaum im Bundestag schon auf keine E-Mail reagiert....der wird hoffentlich wieder rausfliegen, bei all meiner Sympathie für dieLinke....solche ****ZENSIERT wegen Meinungsfreiheit**** brauchen wir nicht !Schon gar nicht in den Parlamenten, da reichen mir die Verräter von deutschem Blut schon lange!

26.05.2009
09:09
Blockierter Kommentar.
von carolin.voss | #42

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.05.2009
20:38
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von Van Helsing | #41

das der herr bundestagsabgeordnete bei seiner aufstellung zum pöstchen des mdb verloren hat, nennt man demokratie.
pech für ihn. jetzt auf die partei schimpfen und meckern, die 5 jahre seine heimat war, auch gut.
das gehört in der politik dazu.
ist ja nicht der erste und bestimmt nicht der letzte.
auch der waz-konzern bringt gerne anekdötchen aus der linken ecke. auch gut.
das geplänckel des vorstandes der linken in nrw mit ihrer anbiederung an die spd ist etwas anderes.
hierbei werden nur um des machtwillen
satzungen, finanzordnungen etc. für nichtig erklärt.
da ist die landesschiedskommission auch noch gerne erfüllungsgehilfe.

25.05.2009
14:24
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von Ex_Linker | #40

Sozialdemokrat: Mein aufrichtiges Kompliment. Das war ein ein wahrlich gelungener Beitrag. Ich zolle Ihnen dafür hohen Respekt und sage dankeschön :-)

25.05.2009
10:02
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von sozialerdemokrat | #39

Es gibt eben zwei Arten, die arbeitende Klasse zu verraten. Der eine Weg ist die Überanpassung an bürgerliche Parteien. Für kleine Kompromisse gibt man seine Forderungen auf und unterstützt damit Sozialabbau. Die andere Art ist der linke Radikalismus. Man stellt Maximalforderungen und gibt sich revolutionär. Jeder und jede die bereit ist zu Kompromissen werden dann zu Verrätern erklärt. Damit erreicht man für die Arbeitenden, die Rentnerinnen und Rentner sowie die Arbeitslosen auch nichts Man kann sie aber vertrösten mit der Revolution, so wie eine Sekte ihren Anhänger das Himmelreich verspricht. Einfach strukturierte Menschen hätten gerne eine einfach strukturierte Welt. Aber die politische Realität ist komplizierter.

24.05.2009
23:45
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von rote viagra | #38

Der schlimmste Feind

Der schlimmste Feind, den der Arbeiter hat,
das sind nicht die Soldaten;
es ist auch nicht der Rat der Stadt,
nicht Bergherrn, nicht Prälaten.
Sein schlimmster Feind steht schlau und klein
in seinen eignen Reihn.

Wer etwas diskutieren kann,
wer einmal Marx gelesen,
der hält sich schon für einen Mann
und für ein höheres Wesen.
Der ragt um einen Daumen klein
aus seinen eignen Reihn.

Der weiß nichts mehr von Klassenkampf
und nichts von Revolutionen;
der hat vor Streiken allen Dampf
und Furcht vor blauen Bohnen.
Der will nur in den Reichstag hinein
aus seinen eignen Reihn.

Klopft dem noch ein Regierungsrat
auf die Schulter: »Na, mein Lieber ... «,
dann vergißt er das ganze Proletariat –
das ist das schlimmste Kaliber.
Kein Gutsbesitzer ist so gemein
wie der aus den eignen Reihn.

Paßt Obacht!
Da steht euer Feind,
der euch hundertmal verraten!
Den Bonzen loben gern vereint
Nationale und Demokraten.
Freiheit? Erlösung? Gute Nacht.
Ihr seid um die Frucht eures Leidens gebracht.
Das macht: Ihr konntet euch nicht befrein
von dem Feind aus den eignen Reihn.


Theobald Tiger
Die Weltbühne, 28.12.1926

24.05.2009
22:35
Duisburger Abgeordneter hält Linke für zu radikal
von Eierkäufer | #37

Sozialdemokrat: Es sollen beispiele dafür sein, wie diese Linkspartei tatsächlich tickt. Und das hat eben nix mehr mit Basisdemokratie zu tun; sondern eher schon mit stalinistischen Führungsanleihen. Die Linke in NRW gibt sich postkommunistisch, die personelle Nähe zur DKP (bei der Kommunalwahl) beweist. Das aber ist in meinen Augen Etikettenschwindel: Nämlich da wo Linke draufsteht ist in Wahrheit DKP drin.

Deshalb ist die Linke in NRW unwählbar geworden....Deshalb habe ich - eben auch als Beispiele aus dem Alltag - die Dinge genannt und nicht etwa aus verletzter Eitelkeit.

Wohl aber aus der Enttäuschung heraus, dass sich die Partei so entwickelt hat, wie sie sich entwickelt hat. Das schmerzt in der Tat, vor allem wenn sie mal als Alternative zur SPD gesehen hat. Doch das kann und wird die Linke niemals sein. Dafür haben die Radikalinskis die Oberhand gewonnen....

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