Drogenverdacht: Grünen-Politiker Volker Beck tritt zurück

Volker Beck von den Grünen wurde mit Rauschgift erwischt. Er stellte seine Ämter zur Verfügung.
Volker Beck von den Grünen wurde mit Rauschgift erwischt. Er stellte seine Ämter zur Verfügung.
Foto: imago/Müller-Stauffenberg
Was wir bereits wissen
  • Grünen-Abgeordneter Volker Beck ist in Berlin von der Polizei mit Drogen erwischt worden.
  • Berichten zufolge hatte er die Droge Crystal Meth dabei
  • Als Konsequenz trat Beck von allen seinen Fraktionsämtern zurück

Berlin.. Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (55, Die Grünen) ist am Dienstag in Berlin von der Polizei mit Drogen erwischt worden. Die Staatsanwaltschaft Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung.

Beck sei bei einer Kontrolle mit „einer betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ aufgefallen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Ob es sich, wie von der „Bild“ berichtet, um das synthetische Rauschgift Crystal Meth handelt, konnte Steltner nicht sagen. „Das muss noch untersucht werden“, sagte er und verwies auch auf die Immunität Becks als Bundestagsabgeordneter.

Beck wurde demnach am Dienstagabend gegen 23 Uhr am Berliner Nollendorfplatz von Polizisten kontrolliert. Dabei wurde der verdächtige Stoff gefunden.

Beck stellt seine Ämter zur Verfügung

Beck äußerte sich nicht konkret zu den Vorwürfen, trat am Mittwochnachmittag aber von seinen Ämtern zurück. Das bestätigte er unserer Redaktion. „Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, die mir die Fraktion verliehen hat, zur Verfügung“, heißt es in einer Mitteilung, die unserer Redaktion vorliegt. Er habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. „Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben. Ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen.“

Der 55-jährige Beck, der seit 1994 Bundestagsabgeordneter ist, wurde in dieser Wahlperiode zum religionspolitischen Sprecher der Fraktion gewählt. Weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Innen-, aktuell vor allem die Flüchtlingspolitik. Für sein langjähriges Engagement für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland und Entschädigungszahlungen an Opfer des Holocaust wurde er im vergangenen Jahr mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt.

Es gab bereits 2013 einen spektakulären Drogenfall in der Bundespolitik: Der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann hatte zugegeben, geringe Mengen von Crystal Meth gekauft und genommen zu haben. Gegen die Zahlung einer Geldauflage wurde das Ermittlungsverfahren der Berliner Staatsanwaltschaft später eingestellt. (W.B./epd)