Das aktuelle Wetter NRW 15°C
US-Vorwahlen

Dreifacher Vorwahlerfolg für Santorum ärgert Mitt Romney

08.02.2012 | 16:33 Uhr
Dreifacher Vorwahlerfolg für Santorum ärgert Mitt Romney
Rick Santorum hat in Missouri, Minnesota und Colorado klar gegen den bisherigen Favoriten Romney gewonnen. Foto: dapd

Washington.   Der Außenseiter Rick Santorum siegt bei drei Vorwahlen der US-Republikaner. Die Frage, wen die Republikaner jetzt gegen Präsident Barack Obama ins Rennen schicken, ist wieder offen. Der bisherige Favorit Mitt Romney hat jetzt Druck von der erzkonservativen Seite.

Rückschlag für Mitt Romney beim Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner: Nach den überraschenden Erfolgen des bis dahin abgeschlagenen Rick Santorum bei den Vorwahlen in Missouri, Minnesota und Colorado über den klaren Favoriten Romney scheint die Frage, wen die Republikaner gegen Präsident Barack Obama ins Rennen schicken, wieder offen.

Zwar konnte der erzkonservative Santorum bei den Delegiertenstimmen kaum ge­genüber Romney aufholen – die insgesamt 125 zu verteilenden Stimmen werden erst im Frühjahr auf regionalen Parteiversammlungen vergeben. Aber auch symbolische Niederlagen sind Niederlagen.

Mitt Romney, Ex-Gouverneur von Massachusetts, und seit Wochen der gefühlte Kandidat, auf den alles zuläuft, hat einen satten Schuss vor den Bug bekommen. Sein geplanter Durchmarsch ist ins Stottern geraten. Vor allem bei weißen, stark religiös und konservativ geprägten und wirtschaftlich nicht auf Rosen gebetteten Wählergruppen kommt der Multi-Millionär einfach nicht an.

Den Ton getroffen

Santorum dagegen, erz-katholisch, traf offenbar den Ton einer Mehrheit, die keinen moderaten Republikaner ge­gen Obama aufbieten will. Der Enkel italienischer Einwanderer ist entschiedener Streiter gegen Abtreibung und Gleichstellung der Homo-Ehe.

Nach dem schlechten Abschneiden der anderen Konkurrenten Newt Gingrich und Ron Paul bringt sich Santorum jetzt mit Macht als einzige wahre Alternative zu Romney und Obama in Stellung. Das Gelingen dieser Strategie wird aber skeptisch beurteilt. Romney, der in Florida den Widersacher Gingrich mit einer millionenschweren Negativ-Kampagne im Fernsehen ausschaltete, hat in Missouri, Minnesota und Colorado kaum Anzeigen geschaltet. Gegen nie­­- manden. Das dürfte sich ändern. Absehbare Zielscheibe: der frömmelnde Santorum.

Romneys Wahlkampfkasse ist prall gefüllt, Santorum in dieser Hinsicht eher ein Sozialfall. Vor den nächsten Abstimmungen in Arizona und Michigan Ende Februar wird sich Santorum „sehr warm anziehen müssen“, heißt es bei den Beobachtern des Internet-Portals „Politico“.

Dirk Hautkapp



Kommentare
Aus dem Ressort
Ukrainische Rebellen verspotten Kiew
Krieg
Die Beschlüsse des ukrainischen Parlaments über einen Sonderstatus für den Donbass stößt fast überall auf Ablehnung. Ukrainische Nationalisten fühlen sich verraten, ostukrainische Separatisten lachen über die Entscheidungen in Kiew. Immerhin: Das Parlament hat ein klares Bekenntnis zur EU abgegeben.
Neues Gesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
Jagdgesetz
Das NRW-Kabinett hat den ersten Entwurf eines neuen Jagdgesetzes beschlossen. Wesentliche Änderungen: Jäger dürfen künftig keine streunenden Katzen mehr schießen, die Jagd mit Tötungsfallen wird verboten und die Dachsjagd mit Hunden ebenso. Naturschützer loben den Entwurf.
Experten fordern internationales Klon-Verbot für Menschen
Gentechnik
Die rechtlichen Regelungen halten mit den Fortschritten in der Stammzellforschung nicht Schritt. Nach Ansicht des Deutschen Ethikrats sollte sich die Bundesregierung für ein internationales Klon-Verbots für Menschen einsetzen. Technisch rücke die Möglichkeit zum Klonen von Menschen immer näher.
Zahl illegaler Einreisen nach NRW drastisch gestiegen
Grenzkontrollen
Die Zahl der illegaler Einreisen nach NRW ist 2014 dramatisch gestiegen. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Kleve hat sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien oder Eritrea. Deutschland ist für sie aber oft nur eine Durchgangstation.
EU und Ukraine verabschieden Partnerschaftsabkommen
Ukraine
Die Europäische Union und die Ukraine haben am Dienstag ein umstrittenes Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Vor allem der Handel zwischen den beiden Regionen soll ab 2016 deutlich erleichtert werden. Russland hatte Teile des Abkommens scharf kritisiert - und Änderungswünsche angemeldet.
Umfrage
Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?